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Artikel | saldo 6/2006

Lexikon per Tastendruck

Das Wissen der Welt bietet das Internetlexikon Wikipedia. Neu kann man hier auch gratis ganze Buchtexte lesen.

Texte im Internet, die gratis zugänglich sind und von allen genutzt und verändert werden können: Das ist die Grundidee von Wikipedia (www.wikipedia.org). Dieser Gegenentwurf zu kommerziellen Wissensseiten wurde 2001 als Non-Profit-Organisation gegründet und umfasst heute über 360000 deutsch- und über eine Million englischsprachige Lexikonartikel.

Alle Teilnehmer können Einträge schreiben und ändern, müssen sich aber auf Inhalte abstützen, die aus überprüfbaren Quellen stammen. Änderungen werden auf der Seite diskutiert - jene Version, welche die Netzgemeinschaft am meisten überzeugt, wird publiziert. Inhaltlich können die Wikipedia-Administratoren jedoch nicht alle Texte kontrollieren. Thomas Bader von der Swiss Internet User Group (www.siug.ch):
«Wikipedia ist ein grossartiges Instrument, um sich schnell ein erstes Wissen zu verschaffen. Ich rate aber jenen, die sich tiefer in ein Thema einarbeiten wollen, zusätzlich die weiterführenden Quellenhinweise zu lesen.»

+ Grosse Fülle an Beiträgen, die laufend aktualisiert werden.
- Obwohl die Artikel überprüft werden, können Fehler nicht ausgeschlossen werden.



www.wikiquote.de

Wer hat was gesagt?

Der Wikipedia-Ableger Wikiquote (www.wikiquote.de) bietet eine umfangreiche Zitatensammlung von historischen und zeitgenössischen
Persönlichkeiten. Übersichtlich gegliedert in Suchbegriffe wie Nationalität, Berufe oder Jahr, findet man für jede Gelegenheit das passende Zitat. Zudem: Über einen Link zu www.wikipedia.org gelangt man (falls vorhanden) zum Porträt der jeweiligen Person.

+ Wissenswerte, witzige Seite, die von den Nutzern laufend erweitert wird.
- Relativ wenig Zitate von Schweizer Persönlichkeiten.



www.wikibooks.de

Alle mitschreiben!

Wikibooks (www.wikibooks.de) ist eine mehrsprachige Bibliothek mit Lehrbüchern und Lernmaterialien. Die Inhalte sind frei verwendbar. Auch können Gleichgesinnte miteinander an einem Buch im Internet schreiben. Derzeit umfasst die deutschsprachige Wikibooks 413 Bücher mit über 4500 Kapiteln. Die Themen sind breit gefächert, von «Ahnenforschung» über «Spanisch» bis zu «Zivilisation des Altertums».


+ Gutes Hilfsmittel für all jene, die sich vertieft mit einem Thema befassen wollen.
- Sachbücher und Romane sind untervertreten.


www.wikisource.de

Historische Texte

Das historische Pendant zu Wikibooks ist Wikisource (www.wikisource.de). Es umfasst derzeit 1200 alte Texte, die zur freien Verfügung stehen oder bei denen das Urheberrecht abgelaufen ist. So kann, wer will, von Karl Marx «Das Kapital» lesen oder die Rede von John F. Kennedy («Ich bin ein Berliner») von 1963. Neben politischen finden sich auch zahlreiche literarische Werke.

+ Umfangreiche Werke -gratis zu lesen.
- Das Projekt ist noch im Aufbau und abhängig von Freiwilligen, welche die Werke ins Netz stellen.



www.wikinews.de

Gegen den Einheitsbrei

Bei Wikinews (www.wikinews.de) schreiben Internetnutzer Berichte über grosse und kleine Ereignisse. Ziel: Meldungen, die bei den kommerziellen Medien oft untergehen, prominent beleuchten. Persönliche Kommentare und einseitige Berichterstattung finden sich wenig.

+ Dank Quellenverweisen lässt sich gut beobachten, wie verschiedene Medien Themen unterschiedlich angehen.
- Die Idee des «Bürgerjournalisten» steht noch am Anfang - entsprechend rar vertreten sind lokale Nachrichten.

29. März 2006 | Marc Meschenmoser


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