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Das persönliche Heimkino ist bezahlbar geworden. Neueinsteiger sind aber mit den vielen Technologien und Möglichkeiten überfordert. K-Geld gibt einen Überblick über die wichtigsten Trends.
Satellitenschüssel oder Kabelanschluss, Beamer oder Flachbildschirm, digitaler Videorecorder oder Mediacenter-PC: Wer seine gute Stube technisch auf Vordermann bringen will, verheddert sich schnell im Angebot.
Erste, und oft einfachste Entscheidung ist die Wahl zwischen Kabelanschluss und Satellitenschüssel für das Fernsehsignal. Der Kabelanschluss kostet zwar monatliche Gebühren, dafür ist der Empfang selbst bei Schneesturm problemlos. Es gibt keine Schüssel, die Heimatschützer ärgert, und beliebte Sender wie etwa ORF sind ebenfalls im Angebot.
Allerdings hat der Kabelanschluss auch Nachteile: Die neuen hochauflösenden (HDTV) Fernsehsender (Sat1/Pro7) sind derzeit nicht zu empfangen.
Wer dagegen eine eigene Satellitenanlage installiert, erhält gratis Hunderte TV-Programme - viele davon mit digitalem Ton und in HDTV-Qualität. Im Gegenzug steht eine Schüssel auf dem Dach und die Empfängerbox in der Stube. Aber: SF-DRS kann man via Satellit nur mit einer Decoderkarte empfangen, andere öffentlich-rechtliche Sender wie etwa ORF fehlen vollständig.
Viel Komfort mit Festplattenrecordern
An die gewählte Empfangstechnik muss sich auch der Videorecorder fürs Aufzeichnen bestimmter Sendungen anpassen. Am meisten Komfort bieten Modelle mit eingebauter Festplatte. Diese können nicht nur ausgewählte Sendungen «auf Befehl» aufnehmen, sondern leisten mehr: Meistens zeichnen sie die aktuell auf dem Bildschirm laufende Sendung permanent im Hintergrund auf.
Dies ermöglich dann jederzeit «den Sprung zurück», das heisst: Wer eine bestimmte Szene nochmals anschauen will (während der «Normal»-Film weiterläuft), kann das tun, ohne den Anschluss zu verpassen.
Ferner genügt zum Beispiel beim Telefonklingeln ein Knopfdruck, damit das Fernsehbild einfriert. Nach Gesprächsende schaut man dann den Film genau dort weiter, wo man unterbrochen wurde. Von dem Moment an läuft also eine Aufzeichnung.
Wer auf Satellitentechnik setzt, kauft sich am besten gleich eine Settop-Box mit integrierter Festplatte. Diese kann problemlos Digitalton aufzeichnen. Da via Satellit auch kostenlos eine digitale Fernsehzeitschrift gesendet wird, kann man Programminformationen einfach am Fernseher betrachten, Sendungen direkt auswählen oder für eine Aufnahme vormerken.
Den Kabelanschlussnutzern hingegen reicht meist ein analoger Festplattenrecorder.
Gute Geräte verfügen immer über eine integrierte Programmzeitschrift, damit man seine Lieblingssendungen problemlos via TV-Fernbedienung programmieren kann. Die meisten Festplattenrecorder verfügen zudem über einen integrierten DVD-Brenner. So kann man seinen Lieblingsfilm archivieren.
Der nächste Knackpunkt für Heimkinofreunde: Beamer (er «wirft» die Bilder an die Wand) oder Bildschirm? Will man quadratmetergrosse Bilder, führt nichts an einem Beamer vorbei.
Beamer oder Bildschirm? Die Vor- und Nachteile
Moderne Projektoren liefern selbst in nicht abgedunkelten Räume helle und kontrastreiche Bilder; sie begnügen sich notfalls mit einer weissen Wand als Projektionsfläche und lassen bei perfekter Installation echtes Kino-Feeling aufkommen.
Nachteile des Beamers sind seine teilweise störenden Lüfter, teure Ersatzbirnen und Verkabelungsprobleme, wenn der Projektor weit entfernt von DVD-Player oder Recorder steht.
Knackigere Farben und gewohnteres Sehvergnügen bieten die Flachbildschirme. Die Qualität von LCD- oder Plasmageräten unterscheidet sich nur noch in Details.
Preis und Gewicht steigen bei beiden Technologien exponentiell mit der Bildschirmdiagonale. Der rasche Preiszerfall macht inzwischen aber auch grossflächige Modelle bezahlbar. Die schweren Bildschirme sind jedoch im Gegensatz zu Beamern nicht mobil und können bei Nichtgebrauch nicht einfach hinter eine Klappe verschwinden.
«HD-ready»: Nicht jedes Gerät hält, was es verspricht
Ob Beamer oder (herkömmliches) Display: Will man für die TV-Zukunft gerüstet sein, muss das Gerät eine Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten bieten - mit dieser Auflösung senden nämlich die HDTV-Sender.
Heute können die wenigsten Bildschirme mit der Aufschrift «HD-ready» die volle Auflösung darstellen. Weniger Bildpunkte führen aber zwangsläufig zu Qualitätsverlust. Sowohl Beamer als auch Flachbildschirme mit echter HDTV-Auflösung sind noch ziemlich teuer, die Preise werden aber schnell sinken.
Der PC erobert das Wohnzimmer: Das zukunftstaugliche Multitalent für Musik-, TV- und Fotofans
Wahre Unterhaltungskünster im Wohnzimmer sind Mediacenter-PCs. Ein speziell ausgerüsteter Windows-Computer ist gleichzeitig TV-Empfänger, Videorecorder, DVD-Abspielgerät, Musik-CD-Player und digitaler Diaprojektor. Zudem dient er als Archiv für Filme, digitale Fotos sowie Musikkkonserven und funktioniert auch noch als TV-Programmzeitschrift.
Angeschlossen wird der Mediacenter-PC an einen Beamer oder Bildschirm, die Bedienung erfolgt wie beim herkömmlichen Fernseher über die Fernbedienung.
Die hässliche Computertechnik wurde für Mediacenter-PCs wohnzimmertauglich gemacht: Die Gehäuse sind hübsch geworden und die Lüfter kaum noch zu hören.
Die PC-Lösung ist vor allem zukunftssicher. Einzelne Module wie TV-Empfänger und DVD-Abspieler lassen sich hier einfach nachträglich austauschen. Wechselt man beispielsweise vom Kabelanschluss zum Satellitenempfang, muss einzig die rund 200 Franken teure Tuner-Karte ersetzt werden.
Schwächen der Mediacenter-PCs sind aber ihre Komplexität. Obwohl sich alle Funktionen mit einer Fernbedienung steuern lassen, verlieren sich Einsteiger schon mal in den Tiefen der Bildschirmmenüs.
Ferner machen Mediacenter-PCs nur wirklich Spass, wenn sie über einen Breitband-Internetanschluss verfügen. Dann verschmelzen Informationen aus dem weltweiten Netz, wie Webradio, Live-Cams und Nachrichten, mit Infos zum Fernsehprogramm.
Mehr noch: Beim Einlegen einer Musik-CD holt das Mediacenter auch gleich Titelinformationen oder CD-Cover aus dem Internet; und es kann die Musik mit einer Diashow aus persönlichen Fotos untermalen.
Die Preisspanne für Mediacenter-PCs bewegt sich zwischen rund 1400 und über 4000 Franken. Teurere Modelle glänzen durch edle Gehäusematerialien, geräuschlose Kühlung sowie mehr Speicher- und Rechenleistung.
Mediacenter-PCs sind also multifunktionale Komplettunterhalter - doch wenn sie ausfallen, wird die gute Stube zum stillen Lesezimmer.
Risiken gibt es auch bei der Archivfunktion. So kopiert zwar das Mediacenter jede nicht kopiergeschützte Musik-CD auf die Festplatte und ergänzt sie dabei automatisch - dank Internet-Zugriff - mit den richtigen Songnamen und Interpreten-Informationen.
Danach sollte man die CD allerdings nicht einfach verschenken: Fällt die Festplatte des Mediacenters aus, ist die Musiksammlung leider genauso verschwunden wie sämtliche Videoaufzeichnungen und die digitalen Bilder.
Tipp: Im Internet können Sie sich die einzelnen Funktionen eines Mediacenter-PCs vorführen lassen. Die Adresse lautet:
www.snurl.com/mcenter
29. März 2006 | Kurt Haupt
