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Artikel | K-Geld 3/2006

Die fünf teuersten Irrtümer bei der Fondsanlage

Viele Anleger unterschätzen die Risiken von Anlagefonds. Fünf oft gehörte Halbwahrheiten über Fonds, die man am besten gleich vergisst.

1. Der Fondsmanager versucht immer, das Beste f?r den Anleger herauszuholen
Falsch. Die meisten Fondsmanager wollen in erster Linie besser abschneiden als der Vergleichsindex. Orientiert sich ein Aktienfonds beispielsweise am Schweizer Aktienindex SMI und verliert der Index 10 Prozent an Wert, ist der Fondsmanager bei einem Minus seines Fonds von 8 Prozent schon zufrieden.

Die meisten Fondsmanager bleiben gem?ss dem deutschen Bankinstitut ING-DiBa selbst dann zu grossen Teilen in Aktien investiert, wenn an der B?rse alle Zeichen auf Sturm stehen. Sie wollen einen ?berraschenden Indexanstieg auf keinen Fall verpassen.

Wer in diesem Punkt b?se ?berraschungen vermeiden m?chte, sollte sich f?r einen Fonds entscheiden, f?r den der Kapitalerhalt ausdr?cklich an erster Stelle steht.

2. Ein gutes Rating zeichnet einen guten Fonds aus
Falsch. Fondsanalysten wie FeriTrust, Morningstar oder Standard & Poor’s untersuchen die Anlagefonds anhand verschiedener Kriterien und bewerten sie dann mit Noten. Gute Noten (Ratings) werden dann vom Fondsherausgeber oft als Kaufargument aufgef?hrt. Nicht immer zu Recht.

Denn ob ein Fonds in seiner Kategorie ausgezeichnet wird, h?ngt vor allem von den anderen Fonds in dieser Kategorie ab. Getreu dem Motto «Unter den Blinden ist der Ein?ugige K?nig» muss ein ausgezeichneter Fonds also noch lange nicht ausgezeichnet sein.

Anleger sollten sich nicht von einem guten Rating blenden lassen, sondern die Fonds entsprechend der pers?nlichen Anlagestrategie, der Anlagedauer und der Risikobereitschaft w?hlen.

3. Ein neu aufgelegter Fonds lohnt sich, weil er meist sehr aktuelle Trends abdeckt
Falsch. Viele Fondsgesellschaften trauen sich erst dann mit einem neuen Fonds auf den Markt, wenn sie sicher sind, dass die Nachfrage bei den Anlegern gross ist. Eine grosse Nachfrage ist aber meist erst dann gegeben, wenn die Kurse im betreffenden Markt bereits ?ber einen l?ngeren Zeitraum gestiegen sind. Zudem vergehen oft Monate, bis sich die Idee f?r einen neuen Fonds tats?chlich in einem fertigen Produkt niederschl?gt.

So kamen viele Internet- und Technologiefonds erst Ende 1999 oder Anfang 2000 auf den Markt - also kurz vor dem Ende des Booms und viel zu sp?t, um vom urspr?nglich sehr interessanten Trend zu profitieren.

Statt auf kurzlebige Modefonds zu setzen, sollten sich Anleger deshalb f?r einen breit gestreuten Fonds entscheiden, dessen Strategie sich bereits in steigenden und in fallenden M?rkten bewiesen hat.

4. Ein auf Schweizer Franken lautender Fonds hat keine W?hrungsrisiken
Falsch. Das W?hrungsrisiko eines Fonds h?ngt einzig von den im Fonds enthaltenen Wertpapieren ab. Kauft beispielsweise ein Fondsmanager eines in Franken gehandelten Fonds amerikanische Aktien, bezahlt er in US-Dollar. Die W?hrungsumrechnung erfolgt im Fonds.

Bei einem Kursverlust des Dollars gegen?ber dem Franken sinkt der Anteilspreis dieses Fonds genauso wie bei einem anderen Fonds, der in Dollar gehandelt wird. W?hrungsrisiken lassen sich nur mit einem Fonds mindern, der ausschliesslich in Schweizer Wertpapiere investiert, oder mit einem, der W?hrungsrisiken konsequent absichert.

5. Bei einem Fondssparplan sch?tzt der Durchschnittskosten-Effekt vor Kursverlusten
Falsch. Wer regelm?ssig mit einem gleich hohen Betrag Anteile eines Fonds kauft, profitiert zwar vom Durchschnittskosten-Effekt (Cost- Average-Effekt). Denn er kauft bei tiefen Fondspreisen mehr und bei hohen Fondspreisen weniger Anteile.

Dies sorgt zwar f?r einen g?nstigen Durchschnittspreis der Anteile, aber das bereits in diesem Fonds angesammelte Verm?gen l?sst sich nicht vor Verlusten sch?tzen.

«Deshalb sollten Anleger drei bis f?nf Jahre vor dem geplanten Verkauf der Anteile mit Umschichtungen in weniger schwankungsanf?llige Fonds beginnen», r?t die ING-DiBa.

24. Mai 2006 | Sandra Willmeroth, Philipp Lütscher


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