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Artikel | Gesundheits-Tipp 6/2006

Entscheiden sollen die Eltern

Im letzten Jahr verschwand der Impfstoff vom Markt: Hexavac hätte Kinder mit einem einzigen Stich gegen sechs Krankheitserreger schützen sollen. Doch die Behörden befürchteten, dass der Schutz gegen einen der Erreger - das Hepatitis-B-Virus - nicht ausreicht. An Hexavac gab es bereits früher Kritik: So starben in Deutschland und Österreich mindestens sechs Kinder nach der Impfung. Experten streiten sich nun, ob der Impfstoff schuld am Tod der Kinder war.

Immer wieder stehen Impfstoffe in der Kritik. Vor vier Jahren warnten die Behörden vor dem Impfstoff Triviraten gegen Masern, Mumps und Röteln. Der Grund auch hier: Triviraten wirke zu wenig. Kinder erkrankten trotzdem an Mumps. Impfungen können zudem - wenn auch sehr selten - bleibende Schäden verursachen (siehe Report auf Seite 16). Das ist besonders tragisch, denn Impfstoffe sollten gesunde Kinder vor Krankheitschützen, statt sie krank zu machen.

Impfen ist ein Eingriff in den Körper. Doch das geht bei der Flut von Impfungen oft vergessen. So emp?ehlt das Bundesamt für Gesundheit, Kinder in den ersten zwei Lebensjahren über 20-mal zu impfen - als sei dies kein Problem. Hersteller drängen mit neuen Impfstoffen auf den Markt, deren Nutzen oft unklar ist. Eltern sind gefordert. Sollen sie ihr Baby gegen Hepatitis B impfen - auch wenn man sich nur durch Geschlechtsverkehr und in?zierte Spritzen ansteckt? Und gegen Zecken-Viren, auch wenn man mit ihnen nie in Kontakt kommt?

Eltern sollten selber entscheiden können, welche Impfung gut für ihr Kind ist. Und wann. Kinder sollte man individuell impfen lassen und nicht einfach nach dem umstrittenen Plan der Behörden. Da sind sich mittlerweile viele Kinderärzte einig. Zwar gibt auch der Gesundheitstipp keine Impf-Empfehlungen ab. Doch er gibt Tipps, damit Eltern beim Kinderarzt die richtigen Fragen stellen können. Zudem lässt er auch kritische Experten zu Wort kommen. Denn beim Impfen ist vor allem eines sicher: Pharma?rmen und Behörden allein sollte man nicht über die eigenen Kinder entscheiden lassen.

07. Juni 2006 | Tobias Frey, Redaktionsleiter


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