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Klimaanlagen sind im Trend, aber sie sind auch Stromfresser. Mit kleinen Tricks bleibt die Wohnung selbst bei hohen Temperaturen auf ökologische Weise kühl.
Der Stromverbrauch während der Sommermonate nimmt ständig zu: Aus Komfortgründen werden immer mehr Raumklimageräte installiert. «Wegen der vielen energetisch schlechten Kühlgeräte wird im Sommer bald mehr Strom verbraucht als im Winter», sagt Lorenz Steinmann vom Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich. Vor allem billige Geräte verschlängen Unmengen an Strom.
Eine fachgerecht montierte Klimaanlage mit einem Aussen- und einem Innenteil mache daher schon eher Sinn, ist aber sehr teuer. Noch besser ist es, ganz auf Klimaanlagen zu verzichten. Die Hitze in den eigenen vier Wänden lässt sich auch mit einfachen Tricks vertreiben.
Storen
Ein beweglicher Sonnenschutz (Rollladen, Stoff- oder Lamellenstoren) auf der Aussenseite des Fensters hält Sonnenstrahlen am besten fern. Grund: «Der Sonnenschutz fängt die Strahlung ab, bevor diese in den Raum gelangen kann und sich in Wärme umwandelt», erklärt Lorenz Steinmann.
Querlüften
Im Sommer ist es draussen nur nachts und am Vormittag kälter als in der Wohnung - kräftiges Querlüften ist angesagt. Ansonsten Fenster geschlossen halten.
Ventilator
Eine sanfte Alternative zur Klimaanlage ist ein Ventilator (siehe auch Seite 22): Er braucht viel weniger Energie, da er nicht die Temperatur der Raumluft herabsetzt. Dafür sorgt der Ventilator für Luftbewegung, wodurch die Feuchtigkeit auf der Haut schneller verdunstet. Auf diese Weise wird die Haut abgekühlt, wie Andreas Eckmanns vom Bundesamt für Energie erklärt. Unbedingt beachten: Befindet sich niemand im Raum, nützt der Ventilator nichts und kann ausgeschaltet werden.
Energiesparlampen
Empfehlenswert sind auch Energiesparlampen: «Sparlampen geben bei gleicher Lichtmenge bis zu fünfmal weniger Wärme ab als Glüh- und Halogenlampen», sagt Stefan Gasser, Fachmann für Energieeffizienz und Beleuchtung aus Zürich. Andreas Eckmanns ergänzt: «Eine Energiesparleuchte gibt rund 70 Prozent Licht und 30 Prozent Wärme ab, bei einer Glühbirne ist das Verhältnis 10 Prozent Licht und 90 Prozent Wärme.» Auch Geräte wie Computer, Drucker und Kopierer geben Wärme ab. Deshalb: Elektrische Geräte möglichst ausschalten.
Dachbegrünung
Für Hauseigentümer: Begrünte Dächer und Fassaden sorgen ebenfalls für kühlere Temperaturen. «Eine Dachbegrünung kühlt die unter dem Dach liegenden Räume an einem heissen Sonnentag um drei bis fünf Grad ab», bestätigt Stephan Brenneisen von der Hochschule Wädenswil. Erklärung: Der Nährboden für die Pflanzen nimmt das Regenwasser auf, das bei schönem Wetter verdunstet - bei diesem Vorgang wird Kälte freigesetzt. Laut Brenneisen hilft auch eine Fassadenbegrünung: Das Grün verhindere das Aufheizen der Wand und damit der dahinter liegenden Räume.
28. Juni 2006 | Annik Ott
