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Viele unterschätzen den Arbeitsaufwand im Garten. Der Trick für mehr Freizeit: Gut planen - und die richtigen Pflanzen wählen.
Der Teich ist veralgt, im Staudenbeet regiert das Unkraut, und Moos verdr?ngt die zarten Rasenhalme: Der Garten w?chst einem buchst?blich ?ber den Kopf - es bleibt kaum Zeit, ihn zu geniessen. Wenn nach der Arbeit noch Giesskannen geschleppt, der Rasen gem?ht oder L?use bek?mpft werden m?ssen, verfliegt die Freude an der gr?nen Oase rasch. Deshalb sollte man sich bereits w?hrend der Gartenplanung Gedanken machen, wie viel Zeit man sp?ter f?r die Pflege aufwenden m?chte. «Dieser Aspekt zieht sich als roter Faden durch die Planung», erkl?rt der Gartengestalter Christoph Fuchs aus Berikon AG.
Bodendecker und pflegeleichter Blumenrasen
Wer etwa vom Faulenzen neben der duftenden Rosenrabatte getr?umt hat, muss seine Vorstellungen von viel Freizeit revidieren. «Setzt man aber Bodendecker wie Pachysandra, Waldsteinia und Vinca, h?lt sich der Aufwand in Grenzen», so Fuchs. Denn diese Pflanzen sind nicht nur gen?gsam, sondern verhindern durch ihren schnellen Wuchs zus?tzlich das Aufkommen von Unkraut. Fuchs: «Wichtig ist in jedem Fall, f?r die gew?nschte Pflanze den richtigen Standort zu finden.»
Auch ein englischer Rasen geh?rt nicht in einen Garten f?r Geniesser. An Wochenenden stehen sonst M?hen, D?ngen und hin und wieder Vertikutieren (Boden bel?ften, «entfilzen», dabei wird z. B. auch Moos entfernt) auf dem Programm statt Sonnenstunden im Liegestuhl. Viel geeigneter ist ein Blumenrasen: Er muss wesentlich weniger h?ufig geschnitten und nicht ged?ngt werden.
Um s?dl?ndische, nicht winterharte K?belpflanzen wie Oleander, Olive und Engelstrompete sollte man ebenfalls einen Bogen machen. Solche Pflanzen zaubern zwar mediterranes Flair in den Garten, sind aber anf?llig f?r Sch?dlinge. Zudem stellt sich das Problem der ?berwinterung, die teuer werden kann.
Trockenbiotop-Pflanzen f?r Naturg?rten
Doch nicht nur Exoten, auch einheimische Stauden und Geh?lze brauchen Pflege. Wer hofft, sein Grundst?ck verwandle sich von allein in einen Naturgarten, t?uscht sich. «Durch die Verwilderung nimmt die Artenvielfalt ab», erkl?rt Bernhard Meyer, Gestalter von Naturg?rten in Kerzers FR. Auch bei Naturg?rten m?sse man l?ngerfristig planen: «Vom Zeitaufwand her eignen sich vor allem Trockenbiotop-Pflanzen, in reinen Kies gepflanzt.» Das funktioniere bei Balkon und Terrasse.
Winterharte Stauden statt Geranien und Co.
Doch wers pflegeleicht mag, muss nicht auf ein Bl?tenmeer verzichten: Statt mit einj?hrigen Pflanzen wie Geranien und Stiefm?tterchen versch?nert man Beet oder Balkon mit winterharten Stauden. Zwar ist ihre Bl?tenzeit etwas k?rzer, daf?r sind die Mehrj?hrigen robuster.
Wichtig ist, dass man sich mit den Pflanzen und ihren Bed?rfnissen auseinander setzt. «Nur wer darauf R?cksicht nimmt, hat gesunde und somit pflegeleichte Pflanzen», sagt Gartengestalter Fuchs.
Mit der richtigen Pflanzenwahl kann man sich also viel Arbeit ersparen. «Auch bei den Bodenbel?gen sollte man aufpassen», sagt Gartengestalter Thomas Ammann aus Z?rich. Asphalt, Verbundsteine oder mit M?rtel verfugte Natursteine lassen sich leicht von Laub und Schnee befreien. Ein Kiesbelag aber ist schwierig zu reinigen. Zudem siedeln sich schnell Unkr?uter an.
Beim Planen ber?cksichtigen sollte man auch das Thema Bew?sserung», r?t Ammann. Einige Systeme m?ssen n?mlich in den Boden verlegt werden. Und wer bei minimalem Aufwand eigenes Gem?se m?chte, beschr?nkt sich am besten auf Salat und Tomaten. «Gem?se braucht jedoch grunds?tzlich viel Aufmerksamkeit und Pflege», warnt Ammann. Einzig K?chenkr?uter wachsen fast von selbst heran.
BUCHTIPP
Karl Ploberger: «Der Garten f?r intelligente Faule – Das etwas andere Gartenbuch», Ulmer Verlag, Fr. 35.–.
Garten: Tipps und Tricks
- Zuerst den leeren Topf ins Kistchen
So topfen Sie Blumen am einfachsten ein: Pflanze mitsamt dem Erdballen aus den Plastikt?pfen nehmen. Nun stecken Sie die leeren T?pfe ins Blumenkistchen. Dr?cken Sie die Erde fest. Nehmen Sie die T?pfe wieder heraus. Die Erdballen der Blumen passen nun genau in die ?ffnungen.
- Metallstange f?rs J?ten Hobby-G?rtnern machen Pflanzen mit tief reichenden Wurzeln zu schaffen. Der Trick: ein Armierungseisen von etwa 8 mm Durchmesser. Das Eisen rund 20 cm in den Boden treiben und das Unkraut mitsamt der Wurzel heraushebeln.
- Plastikschlauch ?ber die B?gel
Die Metallb?gel der Blumenkistchen am Balkongel?nder k?nnen rutschen und das Gel?nder zerkratzen. Wenn man sie mit durchsichtigen Plastikschl?uchen aus einem Baumarkt ?berzieht, richten die B?gel keinen Schaden an.
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So kommen Sie beim Bew?ssern nicht ins Schwitzen
- Das Petflaschen-System
Leere Petflaschen kann man f?rs W?ssern von T?pfen und Balkonkistli nutzen: Flasche mit Wasser f?llen und kopf?ber ins Substrat stecken. Damit Wasser aus der Flasche tr?pfeln kann, muss Luft in die Flasche gelangen. Dies funktioniert nur solange das Substrat nicht zu nass ist - sonst wird die Luftzufuhr unterbunden.
- Automatisch bew?ssern
Vor Trockenheit serbelnde Pflanzen sind jedem Gartenbesitzer ein Dorn im Auge. Das ruft nach schweisstreibender Pflege - und w?hrend der Ferien gilt es, die Nachbarn zu bem?hen. Verschiedene automatische Bew?sserungssysteme aus dem Fachhandel schaffen Abhilfe:
- Der tropfende Schlauch
Der Tropfschlauch l?sst sich auf Beeten oder im Boden verlegen und gibt durch regelm?ssig angelegte Tropfl?cher Wasser direkt an die Wurzel ab. Diesen Vorteil bietet auch der Schwitzschlauch, hier wird die Feuchtigkeit ?ber die gesamte Oberfl?che abgegeben. Das System l?sst sich mit ?berwachungskomponenten koppeln. Nachteil: Die Schl?uche k?nnen bei der Gartenarbeit behindernd wirken.
- Dosierte Wasserabgabe
Mit einer Micro-Drip-Spr?h- und Tropfbew?sserung kann gezielt und fein dosiert bew?ssert werden. F?rs Bew?sserungsnetz kann man z. B. zwischen Reihentropfer, Regner und Spr?hd?sen w?hlen. Das Micro-Drip-System eignet sich f?r Balkonkisten und Beete. Zudem kann es mit ?berwachungskomponenten gekoppelt werden.
- Tonkegel und Schlauch
Bei «Tropf Blumat» dient ein Tonkegel als Sensor und Tropfer in einem. «Tropf Blumat» kann einfach an einen Wasserhahn oder Hochtank angeschlossen werden. Die Tonkegel lassen sich mit einem Zufuhrschlauch verbinden.
- Spr?hregen
F?r grosse Fl?chen kauft man sich am besten einen Sprenger: Nie in der Mittagshitze einsetzen, denn die Wassertropfen k?nnen Laub wie ein Brennglas versengen. Nachteil: Bl?ten leiden unter der N?sse und faulen dadurch schneller.
28. Juni 2006 | HELEN WEISS
