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Jetzt können die Leserinnen und Leser des Gesundheitstipp ihr Trinkwasser auf Uran untersuchen lassen.
Denn die Behörden sagen nicht, welche Gemeinden betroffen sind.
Eine Stichprobe des Gesundheitstipp im Juni zeigte: Viele Mineralwässer enthalten bedenklich viel Uran. In einem Liter «Zürcher Mineral» fanden sich über 15 Mikrogramm des giftigen Schwermetalls (siehe Seite 8).
Viele Leser wollten wissen, ob Leitungswasser auch Uran enthalte - und wenn ja, wie viel. Die Sorge ist berechtigt. Besonders in den Alpen enthält Wasser häufig viel Uran. Doch auch im Mittelland können Quellen stark belastet sein. Im Trinkwasser der Gemeinde Lax VS massen vom Bund beauftragte Forscher bis zu 48 Mikrogramm Uran pro Liter. Ewald Schnug, Professor für Bodenkunde in Braunschweig (D) und einer der besten Uran-Kenner weltweit, bezeichnet einen Wert von 2 Mikrogramm pro Liter als «gerade noch akzeptabel».
Eine Aktion des Gesundheitstipp soll nun Klarheit schaffen: Leserinnen und Leser können ihr Trinkwasser auf Uran prüfen lassen.
Uran ist vergleichbar mit Blei oder Cadmium. Es sammelt sich im Körper an und kann Nieren, Lunge, Leber und Knochenmark schädigen. Zudem ist es radioaktiv. Im Extremfall, so Schnug, könne schon ein einzelnes Uran-Atom, das zerfällt, zu Krebs führen.
Auch andere Gemeinden haben viel Uran im Wasser. Der Berner Kantonschemiker Otmar Deflorin hatte in seiner Doktorarbeit sämtliche Trinkwasserversorgungen des Kantons Graubünden untersucht. Das Resultat: Jede dritte Probe enthielt mehr als 2 Mikrogramm Uran pro Liter Wasser. Im Einlauf zu einem Reservoir in Poschiavo GR mass Deflorin 28,9 Mikrogramm Uran pro Liter, in Bergün 28,5.
Die Uni Neuenburg hat im Auftrag des Bundes 2800 Grundwasserproben untersucht. In einem vertraulichen Bericht schreibt sie, dass «bis zu 10 Prozent der in der Schweiz konsumierten Trinkwässer» mehr als 15 Mikrogramm Uran pro Liter enthalten.
Das Problem ist den Behörden also bekannt. Sie informieren aber nicht offen darüber. Der Gesundheitstipp fragte die Labors der Kantone Zürich, Bern, Wallis und Graubünden, welche Gemeinden wie viel Uran im Wasser haben. Nirgends erhielt er die Werte. Der Berner Kantonschemiker Deflorin zum Beispiel beruft sich auf den Datenschutz. Ausserdem spielt er die Bedrohung durch Uran herunter: Laut Lebensmittelrecht sei die Belastung «als unbedenklich zu beurteilen».
Leseraktion
So lassen Sie Ihr Trinkwasser auf Uran prüfen
Der Preis der Analyse beträgt Fr. 40.-. Und so gehen Sie vor:
- Spülen Sie eine Mineralwasserflasche aus (0,5 Liter PET) und füllen Sie sie randvoll mit dem Wasser, das untersucht werden soll.
- Füllen Sie den Bestelltalon aus und kleben Sie ihn auf die Flasche.
- Schicken Sie die Flasche gut gepolstert an: Simec AG, Postfach 413, 4800 Zofingen.
- Kein Geld beilegen. Sie erhalten eine Rechnung mit dem Resultat.
- Die Aktion läuft bis am 31. Oktober 2006 (Einsendeschluss).
- Bei mehreren Proben: Kopieren Sie den leeren Talon und füllen Sie jedes Exemplar vollständig aus.
13. September 2006 | Christian Egg
