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Das radioaktive Gas Radon kann Lungenkrebs auslösen. Es gelangt aus dem Erdboden ins Haus. Rund 450 Gesundheitstipp-Leser wollten wissen, ob ihr Haus mit Radon verseucht ist, und machten bei der Leseraktion mit.
Dank der Gesundheitstipp-Leseraktion kann Hobby-Winzer Josef Gstöhl aus Contra TI aufatmen: Das radioaktive Gas Radon gelangt nur in seinen Weinkeller. «Dank dichter Türen sind die bewohnten Räume unseres Neubaus kaum belastet», sagt er. Eine Sanierung ist deshalb nicht nötig. Auch Beatrix Frischkopf aus Gentilino TI ist beruhigt: «Die Radonwerte in meinem Haus sind sehr tief.»
Josef Gstöhl und Beatrix Frischkopf sind zwei der rund 450 Leser, die bei der Gesundheitstipp-Aktion mitgemacht haben. Sie liessen das Radon in ihrem Haus zu einem Spezialpreis messen. Besonders besorgt waren die Menschen aus Hochrisikogebieten wie Graubünden, Tessin, Wallis und Teilen der Innerschweiz und des Jura.
Denn Radon ist gefährlich: Atmet man es über Jahre ein, droht Lungenkrebs. Rund jeder zehnte Lungenkrebs-Fall in der Schweiz geht auf das Konto von Radon. Das Gas kommt aus bestimmten Gesteinen im Erdboden und dringt durch Risse und Fugen in die Häuser ein.
Oft reicht es, Fugen und Risse abzudichten
So auch bei Markus Weber (Name geändert). Er wohnt mit seiner Frau in einem alten Tessiner Haus im idyllischen Dörflein Corticiasca. Doch die Idylle hat Risse bekommen: Seit einigen Wochen weiss Weber, dass gefährliches Radon in sein Haus gelangt.
Besonders belastet ist Webers Wohnküche im Parterre. Dort hat es 1040 Becquerel pro Kubikmeter Luft (Bq/m3). Das ist mehr als der Grenzwert von 1000 Bq/m3. In den Zimmern im ersten und zweiten Stock hat es immer noch Werte von 900 und 430. Auch das ist nicht ungefährlich: Denn Fachleute warnen, dass das Lungenkrebsrisiko bereits ab 100 bis 200 Bq/m3 steigt.
Bei solchen Werten besteht Handlungsbedarf. Kantonschemiker und Radonexperte Daniel Imhof aus Chur sagt: «Bei Werten von 1000 Bq/m3 und mehr würde ich eine Sanierung unbedingt empfehlen.» Die gesundheitliche Gefahr des Radons dürfe man nicht unterschätzen.
Oft genügt es schon, wenn man Fugen, Risse und Leitungskanäle abdichtet. So kann das Gas nicht mehr ins Haus strömen. Manchmal sind aber auch aufwändigere Sanierungen nötig, zum Beispiel mit einem speziellen Ventilator oder einer Lüftungsanlage.
Der Vermieter muss die Sanierung bezahlen
Laut Bundesamt für Gesundheit kostet eine fachgerechte Sanierung meist zwischen 5000 und 15 000 Franken. Hausbesitzer müssen die Kosten selber bezahlen. Mieter können vom Eigentümer verlangen, dass er das Haus saniert, falls in ihrer Wohnung der Grenzwert überschritten wird. Weigert sich der Vermieter, kann man die kantonalen Behörden einschalten.
Radonfachmann Daniel Imhof rät Betroffenen, sich an die kantonale Radonfachstelle zu wenden. «Dort erhalten sie kostenlos eine persönliche Beratung, wie sie ihr Haus am besten sanieren lassen.»
Hier erhalten Sie Hilfe
- Eine Liste der kantonalen Radon-Kontaktstellen findet man unter www.ch-radon.ch, rechts unter dem Stichwort Kontakte.
- Bundesamt für Gesundheit, Sektion Radon, 3003 Bern, Tel. 031 324 68 80 (jeweils von 8.30 bis 12 Uhr), Fax 031 322 83 83
- Broschüren mit Sanierungs- und Bautipps können Sie herunterladen unter www.bag.admin.ch/ themen/strahlung/00046/01641
11. Oktober 2006 | Sonja Marti
