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Artikel | saldo 16/2006

Mehr Rendite mit Gemeinschaftskonti

Wer mehr aus seinem Geld machen will, investiert zusammen mit Verwandten oder Freunden. Die Banken helfen beim Einrichten von Gemeinschaftskonti.

Was ist der Unterschied, wenn jemand 5000 oder 50 000 Franken und mehr investiert? Die Rendite. Wer kleine Beträge anlegt, hat kaum Spielraum. Die Banken empfehlen meist einen Fonds mit geringem oder gar keinem Aktienanteil. Das ist durchaus sinnvoll. Diese Strategie trägt dem hohen Sicherheitsbedürfnis eines Kleinstanlegers Rechnung. Nur verdienen lässt sich so nicht viel. Zudem sind die Spesen bei geringem Kapitaleinsatz anteilmässig deutlich höher und schmälern die Rendite.

Wer einen grösseren Betrag einbringt, kann splitten und breit abgestützt weltweit in mehrere Positionen investieren, etwa Fonds und Einzeltitel. Eine sinnvolle Risikoverteilung wird möglich. Das Schlüsselwort heisst Diversifikation.

Was aber tun, wenn man nicht so viel Kapital hat? Verwandte oder Freunde können ihr Geld zusammenlegen und ein Gemeinschaftskonto eröffnen. Empfehlenswert ist eine schriftliche Vereinbarung etwa darüber, wie die Rendite aufgeteilt und wie lange das Geld nicht angetastet werden soll.


Auch ohne viel Risiko Jahresrendite von 5 bis 7 Prozent möglich

Banken begrüssen solche Lösungen. «Bei der Credit Suisse kann ein Gemeinschaftskonto auf bis zu fünf Personen lauten. Die Beziehung zwischen diesen Personen spielt keine Rolle», sagt Mediensprecher Matthias Friedli.

Welche Zielrendite ist mit fünf- bis sechsstelligen Beträgen realistisch? Eine Frage, über die die Branche nicht gern offen spricht. Der Vermögensverwalter einer grossen Schweizer Bank antwortet nur, wenn er nicht genannt wird: «In den vergangenen zehn Jahren war eine Verdoppelung des Kapitals durchaus möglich.» Und dies trotz turbulenter Zeiten. Man erinnere sich an den Börsencrash vor fünf Jahren. Generell lässt sich sagen: In einem Zeitraum von 10 bis 15 Jahren darf bei guter Risikostreuung auch ohne gefährliche Kapriolen eine mittlere Jahresrendite von 5 bis 7 Prozent erwartet werden.

Das Genossenschaftskapital von Raiffeisenbank-Kunden beispielsweise wird mit 6 Prozent verzinst. Die Bank holt natürlich mehr heraus. Ein Anlagetipp ist das leider trotzdem nicht: Kunden können nur Anteile im Wert von 200, in Ausnahmefällen von 500 Franken zeichnen. «Anlegern, die mehr Geld gemeinsam investieren wollen, empfehlen wir einen einfachen Gesellschaftsvertrag», sagt Franz Würth von der Raiffeisen. Das schaffe geordnete Verhältnisse. Die Bank übernimmt diese Aufgabe für ihre Kunden. Wer 50 000 Franken zusammenbringt und Fonds kauft, kann sich die Dienste der Privatbank Vontobel sichern, die mit Raiffeisen kooperiert.


Kommissionen: Bei der Bank Offenlegung verlangen

Auch das sogenannte Private Banking liegt längst nicht mehr in unerreichbaren Sphären: Wer als Gruppe 200 000 Franken mitbringt, ist den Banken willkommen.

Wichtig: Wenn die Bank für Sie Fonds von Drittanbietern kauft, bekommt sie dafür eine Kommission. Dieses Geld gehört den Anlegern (siehe auch Seite 6). Bitten Sie Ihre Bank, alle Kommissionen offenzulegen und der Anlegergemeinschaft gutzuschreiben.

11. Oktober 2006 | Franco Tonozzi


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