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Artikel | K-Tipp 17/2006

«Mittelmässig, wässrig»

Auch teure Markenbiere garantieren keine Qualität: Bei einer Profi-Degustation erreichte das günstigste Produkt den zweiten Platz.

Fünf Experten aus dem In- und Ausland haben zwölf helle Lagerbiere degustiert. Im Auftrag des Westschweizer Konsumentenmagazins «À Bon Entendeur» bewerteten sie Aroma, Geschmack und Aussehen wie etwa die Qualität des Schaums.

Am besten schnitt das Bier Valaisanne blonde 25 von Feldschlösschen ab. Experte Bruno Meert, verantwortlich für Degustationen bei der belgischen Konsumentenzeitschrift «Test Achats», lobte insbesondere die geschmackliche Ausgewogenheit «zwischen einer leichten Bitterkeit und einer leichten Säure». Allerdings war der Testsieger mit einem Preis von Fr. 4.- pro Liter das teuerste Bier. Es ist nur in der Romandie und der deutschsprachigen Westschweiz erhältlich.


«Wie ein Schluck Wasser»

In der ganzen Schweiz kaufen kann man hingegen das zweitplatzierte Bier - das Denner Lager. Es ist mit einem Literpreis von Fr. 1.05 das günstigste der Degustation. «Ausgewogen, schöne Struktur und angenehm im Gaumen», so Laurent Mousson von der European Beer Consumers Union (EBCU). Den dritten Platz erreichte das Pilsner Urquell. Expertin Sidonie Bündgen schätzte an diesem Produkt aus Tschechien den spürbaren Hopfengeschmack.

Jedoch: Keines der Biere befanden die Experten für gut oder gar sehr gut. Selbst die bestplatzierten erhielten lediglich eine genügende Note. «Es ist traurig, wie mittelmässig die Produkte der Degustation waren», sagte Expertin Bündgen von der Kleinbrauerei Les Faiseurs de Bière in Prilly VD.

Am schlechtesten schnitt Cardinal Lager ab. Wässrig, kaum spürbarer Malz- und Hopfengeschmack, befanden die Experten. Kaum besser das Urteil über Coops Tell-Bier: «Als hätte man ein Glas Wasser getrunken», lautete das vernichtende Urteil von Bruno Meert von «Test Achats».
Die Kritik stiess bei den betroffenen Bierherstellern auf taube Ohren: Sie verwiesen darauf, ihr Bier sei bei den Kunden beliebt und komme also einem verbreiteten Geschmacksemp?nden entgegen.

(ko)

18. Oktober 2006


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