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Die Klagen über die Praktiken der Sun-Tours AG reissen nicht ab. Auch dieses Jahr haben sich bei der saldo-Rechtsberatung Dutzende Konsumenten über den St. Galler Reiseveranstalter beschwert. saldo hat bereits mehrmals über die Firma berichtet (etwa saldo 20/04). Typisches Beispiel ist Erich Zahnd aus Unterseen BE. Per Brief teilte Sun-Tours ihm mit, er habe eine Reise gewonnen und könne den Gewinn bei einer Veranstaltung abholen. Dort erklärte man ihm, dass Zusatzkosten etwa für den Flug entstünden. Eine Woche Zypern koste ihn und seine Frau 1858 Franken. Als Zahnd die Reise annullierte, verlangte Sun-Tours dafür 200 Franken Bearbeitungsgebühr.
«Das Geschenkgerede ist eine Täuschung», sagt saldo-Rechtsberater Hans Ruedi Schmid. «Dem Kunden wird ein Geschenk vorgegaukelt, dabei dreht man ihm etwas zu überteuerten Preisen an.» Nicolas Oetterli, Ombudsmann der Reisebranche, bestätigt: «Diese Geschenkmache ist übel. So führt man die Leute an der Nase herum.» Sun-Tours-Sprecher Bernd Haberl hält entgegen: «Wir sind einer der wenigen Anbieter, die den Reisegewinn tatsächlich verifizieren, wobei Gewinnern nur übliche Taxen berechnet werden.» Die Flugpreise seien im «untersten Segment». Zudem weise Sun-Tours auf das Widerrufsrecht hin.
08. November 2006
