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Ein Bücherwurm muss noch lange keine Leseratte sein: Wer Bücher lieber hört statt liest, findet im Internet praktische Seiten.
Hörbücher sind meist deutlich teurer als ihre Pendants in Papierform. Dass dies nicht sein muss, zeigt Vorleser.net. Hier lassen sich gratis Literaturlesungen als MP3-Dateien herunterladen. Der Hintergrund für den kostenlosen Service: Das Angebot besteht aus Werken von Klassikern, bei denen das Urheberrecht bereits abgelaufen ist - wie Goethe, Kafka oder Tucholsky.
Das Angebot ist nicht sehr gross, aber attraktiv. Der Nutzer findet hauptsächlich Hörfassungen von Gedichten, Kurzgeschichten und Erzählungen. Einige kaum eine Minute lang, andere über eine Stunde. Wer die MP3-Dateien nicht herunterladen will, kann die Lesungen auch - für rund 6 Franken - auf CD bestellen.
Speziell für Kinder geeignet ist eine Zusammenstellung zahlreicher klassischer Märchen und Abenteuergeschichten.
www.vorleser.net
+ Die Seite bietet literarisch wertvolle Alternativen zu vielen Mainstream-Audioprodukten.
- Viele Werbeboxen mit Links zu anderen Hörbuchseiten. Ein falscher Klick, und man surft auf kommerziellen Seiten weiter.
www.hoergold.de
Einmal reinhören
Hoergold.de versteht sich als unabhängiges Infoportal zu Hörbüchern. Verkauft wird hier nichts - dafür findet man die Programme von über 350 deutschsprachigen Verlagen. Praktisch ist die Hörprobefunktion.
So kann man bereits vor dem Kauf feststellen, ob einem die Stimme des Vorlesers gefällt oder nicht.
+ Die übersichtliche Einteilung der über 10 000 Titel erleichtert die Suche.
- Die Möglichkeit für Hörerrezensionen ist vorhanden, bisher aber kaum genutzt.
www.hoerbuch-kritiken.de
Kritische Stimmen
Die Seite www. hoerbuch-kritiken.de hat sich ganz den Rezensionen von Hörbüchern verschrieben. Kritiken zu 425 Titeln sind hier zusammengestellt, alle von den Autoren der Seite selbst verfasst. Die Titel sind in Hörbücher und Hörspiele unterteilt, dazu kann man nach dem Autor oder nach bestimmten Sprechern suchen.
+ Oft sehr anschauliche Rezensionen zur Story und zur Qualität der Lesung.
- Das Fehlen von Verrissen lässt die Frage offen: Wurden schlechte Hörbücher nicht publiziert oder sind die Rezensionen zu unkritisch?
www.deutscher-hoerbuchpreis.de
Die Ausgezeichneten
Der Deutsche Hörbuchpreis geht seit 2003 jedes Jahr an die besten Produktionen in Kategorien wie «Information», «Unterhaltung» oder «Jugendhörbuch». Wer gewonnen hat, kann man unter «Preisträger» nachlesen. Seit dem Jahrgang 2005 findet sich zudem eine ausführliche Begründung der Jury sowie Näheres zu den Sprechern.
+ Gute Informationsseite für qualitativ hochstehende Produktionen.
- Ausser beim Menüpunkt «Preisträger» wenig weitere Infos auf der Seite.
www.audible.de
Hörbare Zeitschriften
Audible.de sticht aus der Menge der kommerziellen Hörbücherseiten mit einem speziellen Angebot heraus: Auch deutsche Zeitungen und Magazine wie «Die Zeit», «Handelsblatt» oder «P.M.» gibt es in Hörbuchfassung. Die Lesungen enthalten ausgewählte Artikel. Auch englischsprachige Titel kann man herunterladen.
+ Dateien in verschiedenen Formaten erhältlich, passend zum jeweiligen Abspielgerät.
- Bei einigen Titeln keine Inhaltsangaben.
08. November 2006 | Marc Mair-Noack
