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Teure Tabletten aus Algen bringen für die Gesundheit nichts. Im Gegenteil: Manche sind sogar schädlich.
Algen sind ein wahrer Segen für die Menschheit, legen die Hersteller der vielen Tabletten und Pulver aus den grünen Mikroorganismen nahe: Im Internet wird etwa für die Alge Spirulina geworben. Dieses «blaugrüne Wunder» soll «nachweislich das Immunsystem stärken» und «Energie pur» liefern.
Die Chlorella-Alge wiederum wirke entgiftend, weil sie Schadstoffe und Schwermetalle binde. Und die Afa-Alge wird bei der Behandlung von ADHS bei Kindern (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) als «natürliche Alternative zum Pharmaprodukt Ritalin» empfohlen.
Doch Fachleute und Behörden in der Schweiz und in Deutschland sind sich einig: Keine dieser Behauptungen ist belegt. Zutreffend sei höchstens, dass die verschiedenen Algen reich an Proteinen, Vitamin B12, Betacarotin und Eisen sind. Doch die empfohlenen Dosierungsmengen bei den Algentabletten reichten für eine nennenswerte Zufuhr dieser Stoffe bei Weitem nicht aus. Zudem könne der menschliche Körper das Vitamin B12 in dieser Form aus den Algen gar nicht aufnehmen.
Doch es bleibt nicht bei der Wirkungslosigkeit: Die Afa-Algen schaden unter Umständen gar der Gesundheit, weil sie mit leberschädigenden Giften verseucht sein können. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät daher vom Konsum dieser Algen ab -ganz besonders bei Kindern.
Bewilligungen: Produkte werden auf Gifte untersucht
Dies hält das BAG allerdings nicht davon ab, regelmässig Afa-Algenprodukten eine Bewilligung zu erteilen. Immerhin werden diese vorher auf die leberschädigenden Gifte untersucht. Wenn ein bestimmter Wert überschritten ist, erteilt das BAG keine Zulassung.
cg
06. Dezember 2006
