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Eine Bilanz für 2006 zeigt: Die Tests, Stichproben und Recherchen von saldo zwingen Hersteller und Detailhändler zum Handeln.
Wenn saldo Produkte unter die Lupe nimmt, hat das Folgen: Nicht nur Konsumenten lassen beanstandete Artikel in den Regalen liegen. Auch die Detailhändler reagieren. Das zeigt ein Blick zurück auf das «saldo-Testjahr 2006».
Ein gutes Beispiel dafür ist Fust: Der Elektrohändler hat nach dem Nähmaschinen-Test (saldo 18/06) den Verkauf der als mangelhaft taxierten Huskystar E 10 von Husqvarna Viking gestoppt. Verkauft würden nur noch die letzten Ausstellungsgeräte, teilt Fust mit. Migros wiederum zog zwar die bemängelte M-11-Easy-Nähmaschine der Eigenmarke Miostar nicht zurück, weil bei eigenen Tests keine Probleme aufgetreten seien. Sie verspricht aber dennoch, «im Einzelfall den Verkaufspreis zurückzuerstatten».
Konsequenzen hatte auch die Fertigteigwaren-Stichprobe (saldo 5/06): Eine Fertigpasta von Lunette aus dem Globus hatte eine viel zu hohe Gesamtzkeimzahl. Globus verkauft das Produkt nicht mehr. Auch der unpasteurisierte Tofu flog bei Globus aus dem Sortiment. saldo stellte bei diesem Produkt in einer Stichprobe (saldo 7/06) eine 3000-fache Überschreitung des Richtwerts für Enterobakterien fest.
Konsequenzen hatte auch der Früchtetee-Test (saldo 4/06): Im Früchtetee Himbeere-Kirsch von Twinings fand das Labor Schimmelpilzgift. Inzwischen hat Coop das Produkt aus dem Verkehr gezogen.
Produkte mit Käfigeiern nicht mehr im Regal
Die Kritik von saldo an Lebensmitteln, die Käfigeier enthalten (saldo 7/06), zog bei Manor Folgen nach sich. Das Kaufhaus forderte von den Herstellern der kritisierten Produkte (Emmi Tiramisu Dessert, Maggi Quick Lunch Hörnli an Käsesauce) Garantien ein, dass künftig auf Käfigeier verzichtet wird.
Auch bei Coop zeigte der Käfigeier-Report Wirkung: Die bemängelten Ravioli Ai 4 Formaggi von Buitoni sind nicht mehr im Regal. Die Fettuccine Eierteigwaren von De Cecco sollen per Ende Jahr aussortiert werden.
Es gibt aber auch Fälle, bei denen nicht klar auszumachen ist, ob nun ein saldo-Test oder andere Gründe ausschlaggebend sind, weshalb ein Artikel nicht mehr verkauft wird. Bei Manor zum Beispiel finden sich derzeit keine USB-Sticks von Swissbit mehr. In einem Test (saldo 16/06) schnitt ein Swissbit-Produkt mangelhaft ab. Der Grund für den Verzicht seien unterschiedliche Preisvorstellungen, sagt Daniel Hueber von Manor. Immerhin, man habe mit dem Hersteller nach dem Test Kontakt aufgenommen. Bis heute stehe eine Reaktion aus.
Kosmetika: Viele Produkte immer noch im Verkauf
Die Kosmetika-Tests lösten unterschiedliche Reaktionen aus. Bei der durchgefallenen Wimperntusche Essence Sky Scraper Mascara (saldo 13/06) soll laut Herstellerfirma Cossnova die Rezeptur geändert werden. Wann dies geschieht, bleibt offen. Coop belässt das Produkt im Regal. Ebenso die als «mangelhaft» eingestuften Handcremes Protective Hand-Balm von Dove und Garnier Handcream (saldo 1/06). Nicht besser macht es Coop mit dem Haargel von Pantene Pro-V. saldo fand in diesem Produkt eine hohe Menge an krebserregendem Formaldehyd (saldo 17/06) - es ist immer noch im Verkauf.
Nicht ausgemustert hat Coop schliesslich auch seinen mit Pestiziden verunreinigten Amaretto-Kirsch-Tee (saldo 4/06). Man habe diesen Tee selbst getestet und untersuche ihn weiterhin - saldo auch.
06. Dezember 2006 | Pascal Tischhauser
