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Mit frischem Elan in ein gesünderes Leben: Acht Gesundheitstipp-Leserinnen und -Leser wollen bis Ende Jahr überflüssige Kilos verlieren.
Sabine Mancosu macht sich Sorgen um ihre Gesundheit. «Mein Vater musste sich die Hüfte operieren lassen», sagt die 49-jährige Gesundheitstipp-Leserin aus La Croix VD. Ihr Arzt warnte sie, das Risiko sei gross, dass sie in einigen Jahren ebenfalls ein künstliches Hüftgelenk benötige. «Das möchte ich vermeiden», sagt Mancosu. Um ihre Gelenke zu schonen, will sie jetzt überflüssige Kilos verlieren - mit dem Internet-Diätprogramm «eBalance».
«Ich komme schnell in Atemnot, wenn ich wandere»
Aus ganz anderen Gründen will Christa Gubler abnehmen. «Ich komme schnell in Atemnot, wenn ich wandere oder jogge», sagt die 49-jährige Zürcherin. In den nächsten Sommerferien will Christa Gubler aber zu Fuss den Regenwald von Madagaskar durchqueren. Und dafür muss sie fit sein.
«Meine Reisepläne motivieren mich zum Abnehmen», sagt die unternehmungslustige Frau. Sie will ihr Abspeckziel mit dem neuen Medikament Acomplia erreichen. Es ist seit einem halben Jahr in der EU zugelassen, in der Schweiz aber noch nicht erhältlich. Deshalb bezieht es Gubler in einer Apotheke in Deutschland. Und sie lässt sich regelmässig vom Arzt untersuchen.
Alexia Buck aus Aadorf TG wird nächstes Jahr 40. Ihr Ziel: «Ich möchte den runden Geburtstag mit einer grossen Party feiern - und zwar normalgewichtig.» Deshalb will Buck im Lauf dieses Jahres mit Hilfe der Weight-Watchers-Methode die Pfunde purzeln lassen.
Die drei Leserinnen machen bei der «Aktion Fett weg» des Gesundheitstipp mit - zusammen mit fünf weiteren Frauen und Männern aus der ganzen Schweiz. Das Echo auf die Ausschreibung der «Aktion Fett weg» war gross: Rund 250 Leserinnen und Leser wollten mitmachen. Doch teilnehmen können nur acht. Sie testen nun verschiedene Medikamente sowie von Fachleuten empfohlene Diätprogramme.
Der Gesundheitstipp wird regelmässig über die Erfahrungen der Abspeckwilligen berichten. Der renommierte Arzt Kurt Laederach wird die Erfolge und Rückschläge der acht kommentieren. Laederach ist Leiter des Kompetenzzentrums des Berner Inselspitals, das sich mit Ernährungsfragen befasst. Die «Aktion Fett weg» soll Gesundheitstipp-Lesern helfen, die für sie beste Abspeckmethode zu finden.
Alle Teilnehmer der Aktion haben einen Body-Mass-Index zwischen 30 und 40. So starkes Übergewicht bezeichnen Fachleute als Adipositas. Das heisst: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Laederach warnt allerdings vor kurzfristigen Rosskuren: «Schnelles Abnehmen kann schädliche Folgen haben - zum Beispiel Gallensteine.»
Der Arzt empfiehlt denn auch eine langsame Gewichtsreduktion: «Wenn man pro Jahr 5 bis 10 Prozent des ursprünglichen Gewichts abnimmt, genügt das in der Regel», sagt Laederach. «Damit kann man das Risiko für die meisten Folgekrankheiten des Übergewichts genügend vermindern.» Er räumt auch mit einem Ammenmärchen auf: «Es ist nicht nötig, sich zu quälen, um Kilos zu verlieren. Die meisten Menschen können abnehmen, wenn sie normal essen und sich mehr bewegen.»
Normal essen bedeutet: Mehr Gemüse und Fisch, weniger Pommes frites und Fleisch. Laederach empfiehlt auch die sogenannte Viertelregel: «Die Hälfte des Tellers soll mit Gemüse gefüllt sein, und je ein Viertel mit stärkehaltigen Beilagen wie Teigwaren oder Kartoffeln und mit eiweisshaltigen Lebensmitteln wie Fleisch oder Käse.» Den meisten Menschen sei gar nicht bewusst, wie viele Kalorien sie täglich essen.
«Viele energiereiche Lebensmittel sehen aus, als ob sie nicht viele Kalorien hätten - etwa ein Mars-Riegel», so Laederach. Der Snack enthält aber 242 Kilokalorien - rund fünfmal so viel wie die gleiche Menge Obst. «Vor allem Männer vergessen zudem, wie kalorienreich alkoholische Getränke sind», ergänzt er. Lösung: Wer eine Zeit lang im Tagebuch festhält, was er gegessen und getrunken hat, erhält Klarheit über den Kalorien-Input.
Zu den Fettweg-Pillen sagt der Spezialist, man könne nicht abnehmen, wenn man Xenical oder Reductil schlucke und weiterschlemme. «Es ist unbedingt nötig, gleichzeitig das Essverhalten zu ändern und mehr Sport zu treiben.» Wenn ein Medikament nach zwei Monaten nicht wirke, solle man es absetzen.
Buchtipp
Alles zum Thema Diät finden Sie im Gesundheitstipp-Ratgeber «95 Diäten im Test», zu bestellen Seite 9.
24. Januar 2007 | Andreas Gossweiler
