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Achtung: Nicht alle Sonderangebote der Unterhaltungselektronik-Händler sind Schnäppchen. Es lohnt sich, vorab die Preise zu vergleichen.
Zu hohe Preise im Ausverkauf sind bei Unterhaltungselektronik fast die Regel. saldo hat über 30 aktuelle «Sonderangebote» von Fust, Interdiscount, M-Electronics, Media Markt und Eschenmoser überprüft. Das Ergebnis: Die meisten der Fernseher, Hi-Fi-Anlagen oder Festplattenrekorder gibt es bei Konkurrenten locker 20 Prozent billiger.
Volle 2000 Franken Rabatt beim offiziellen JVC-Händler
Das Sparpotenzial kann aber auch grösser sein: «Sonderangebot - Hit», bewirbt Fust in Zürich den grossformatigen JVC-Fernseher LT-40 S 70 BU. Das Gerät steht prominent im Schaufenster und kostet im Ausverkauf statt 5299 noch 4999 Franken. Gleich viel verlangen Media Markt und Eschenmoser. Lässt sich dieser Preis noch nach unten schrauben? «Leider nein», sagt der Fust-Verkäufer, «das ist schon ein sensationeller Preis.»
Ein sensationell schlechter. Denn diesen JVC-Fernseher gibts im Internet auf Bestellung für weniger als die Hälfte. Wer nicht warten will, bekommt das Gerät auch sofort 1000 Franken billiger: «Der Fernseher kann bei uns für 3999 Franken abgeholt werden», sagt Martin Büsser, Geschäftsführer von Hawk Electronics in Zug.
Es kommt noch besser: Ein Innerschweizer Fachhändler hat den JVC-Fernseher in seinem Geschäft zwar für 3999 Franken angeschrieben, doch gegenüber saldo sagt er: «Wir verkaufen den TV ab Lager für 2999 Franken. Da wir eine offizielle JVC-Vertretung sind, darf ich diese Preisangabe nicht mit meinem Namen machen. Sonst werden wir nicht mehr beliefert.» Merke: Den angeblichen «Hit» von Fust erhält man bei einem anderen autorisierten JVC-Händler ab Lager 2000 Franken billiger.
Laut Auskunft von JVC Schweiz verkauft Fust den Fernseher ganz unspektakulär zum offiziellen Katalogpreis von 4999 Franken, der seit Mitte letzten Jahres gilt. Rabatt für die Kunden: Null. Mit dem Verweis auf den alten Katalogpreis von 5299 Franken suggeriert Fust eine Ermässigung, wo keine ist. Thomas Giger, Spartenleiter Multimedia bei Fust, erklärt, man werde den falschen Statt-Preis sofort entfernen. Und Fust macht allen Kunden ein Angebot: «Wir sind nicht stur. Wer diesen Fernseher kürzlich bei uns gekauft hat, kann sich melden und bekommt einen Teil des Geldes zurück.» Wie viel, ist Verhandlungssache.
Pricefinder: Bessere Chancen für wirkliche Tiefstpreise
Migros wiederum schreibt bei etlichen Aktionen gar nicht an, was ein Artikel vorher gekostet hat. Das geht nicht. «Bei Aktionen muss neben dem aktuellen Preis auch ein Statt-Preis ausgewiesen sein», sagt Susanne Bühler vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Die Migros sieht das ein. Mediensprecher Urs Peter Naef: «Uns ist ein Fehler passiert. Wir werden das künftig richtig machen.»
Echte Schnäppchen gibt es im Ausverkauf tatsächlich. Wer aber im Laden steht, hat kaum Chancen, die Perlen zu finden. saldo rät: Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick über die Preise. Schnell und einfach geht das über die Internetplattformen www.toppreise.ch oder www.comparis.ch/pricefinder. Praktisch: Wer ein WAP-fähiges Handy hat, kann den Pricefinder direkt im Laden nutzen und prüfen, was ein bestimmtes Gerät bei der Konkurrenz kostet. So lassen sich falsche «Hits» entlarven und bessere Konditionen aushandeln.
Wer sich für ein Online-Angebot entscheidet, sollte zwei Regeln eisern befolgen:
1. Lassen Sie sich verbindlich Preis und Liefertermin nennen. Der Händler soll Ihnen das per E-Mail bestätigen.
2. Leisten Sie keine Vorauszahlung.
24. Januar 2007 | Franco Tonozzi
