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Artikel | K-Geld 2/2007

Der Superman unter den Anlagen

In turbulenten Zeiten bringen Wandelanleihen Stabilität ins Depot. Privatanleger sollten auf Fonds setzen.

Kurseinbrüche und steigende Nervosität bestimmen momentan das Geschehen an den Börsen - keine einfache Situation für die Anleger. Doch es gibt Alternativen zu den Aktien.

Eine interessante Möglichkeit in der aktuellen Marktsituation sind Wandelanleihen. Die sogenannten Wandler eignen sich vor allem für Investoren, die ihr Risiko verringern, aber nicht gänzlich aufs hohe Renditepotenzial von Aktien verzichten möchten.

Weniger Risiko und trotzdem gute Renditeaussichten: Wie soll das gehen? Wie der Name andeutet, ermöglicht ein Wandler, eine Obligation in Aktien umzuwandeln. Er kombiniert sozusagen die guten Eigenschaften von Aktien und Obligationen.


Wandeln: Nur bei steigendem Aktienkurs

Beim Kauf einer Wandelanleihe erwirbt ein Anleger nicht nur eine Obligation, die zu einem festen Prozentsatz verzinst wird. Er bekommt auch das Recht, innerhalb einer bestimmten Wandlungsfrist seine Obligation in eine zuvor festgelegte Anzahl Aktien umzutauschen.
Meist handelt es sich dabei um Aktien des Unternehmens, das die Obligation herausgegeben hat. Eine Wandelanleihe ist also eine mit einer Option versehene Obligation. Wandeln lohnt sich aber erst, wenn der Aktienkurs steigt. Falls er ein bestimmtes Niveau nicht überschreitet oder fällt, wird auf das Wandelrecht verzichtet.
Die Rendite besteht dann aus der Verzinsung der Obligation. Damit ist das Verlustpotenzial von Wandlern begrenzt. Dieser Schutz ist jedoch nicht umsonst zu haben. Wandelanleihen werfen in der Regel deutlich weniger Zinsen ab als herkömmliche Obligationen. Dazu kommt, dass der Anleger nur bis zu einem gewissen Grad am Kursanstieg der Aktien teilhat.

Studien zeigen jedoch immer wieder, dass Wandelanleihen ein sehr gutes Risiko-Rendite-Profil aufweisen. Sprich: Anleger erzielen gemessen am Risiko eine überdurchschnittliche Rendite.

2006 waren mit Wandelanleihen rund 12 Prozent zu verdienen. Dies ist zwar weniger als die 17 Prozent Rendite, die europäische Aktien brachten. Dafür waren die Kursschwankungen der Wandler - ein Mass für das in Kauf genommene Risiko - deutlich geringer als bei den Aktien.

Vor Rückschlägen ist man aber nicht gefeit. Längere Phasen mit negativen Renditen sind möglich - bei sinkenden Aktienkursen oder in einem schlechten Umfeld für Obligationen, also bei steigenden Zinsen. «Wandelanleihen sind kein Ersatz für Obligationen. Allerdings eignen sie sich als Beimischung im Portfolio, besonders in einem schwierigen Umfeld für klassische Obligationen», sagt Rolf Rathmayr, Finanzanalyst beim VZ Vermögenszentrum.


Rendite: Je nach Fonds zwischen 3 und 10 Prozent

Die Auswahl einzelner Wandler setzt viel Fachwissen voraus. Privatanleger sollten sich deshalb auf Fonds konzentrieren, die auf Wandelanleihen setzen. Leider gibts noch nicht sehr viele solcher Fonds.

Umso mehr lohnt es sich, bei der Auswahl genau hinzuschauen. Denn die Performance-Unterschiede sind beachtlich: So schwankten zum Beispiel die jährlichen Renditen von Fonds, die auf europäische Wandelanleihen setzten, im Fünfjahresvergleich zwischen 3 und 10 Prozent (siehe Tabelle).

04. April 2007 | Daniel Hedinger


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