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Artikel | Haus & Garten 2/2007

Wenn der Zucker nach Waschpulver riecht

Vieles findet im Keller seinen Platz. Doch nicht alles verträgt sich: Waschpulver und Farben sind Gift für Weine und Lebensmittel.

Fast alles verstaut man im Keller: Ski, Garten- und Bauwerkzeug, Holzkohle, Winterreifen, ausrangierte Elektrogeräte und Spielzeug. Diese Sachen sind total unkompliziert aufzubewahren. Häufig dient das Kellerabteil auch als Zwischenstation für Waschpulver, Putzmittel und Farbkübel. Das Nebeneinander all dieser Utensilien ist unproblematisch.
Lagert man jedoch im selben Raum zusätzlich «lebendige» Produkte wie Wein und Lebensmittel, wirds schwierig. Fachleute warnen: «Angebrochene Putzmittel, Waschpulverpackungen und Farbkübel sind für Wein und Nahrungsmittel das Schlimmste, denn sie sind empfindlich auf Fremdaromen», sagt etwa Andreas Häring, Berufsschullehrer für Kochlehrlinge in Zürich. «Der Geruch ist penetrant, durchdringt alles - und beeinflusst Wein und Lebensmittel negativ.»

Daran müssen vor allem Schrebergärtnerinnen und Hausgartenbesitzer denken, wenn sie selbst geerntetes Frischgemüse und Obst lagern möchten. Wissen müssen das auch Köche, die auf den Winter hin ihre Gewürzkräuter im Keller trocknen. Hat man keinen geeigneten Trocknungsraum, empfiehlt es sich, die Gartenkräuter einzufrieren oder in Öl einzulegen.


Reinigungsmittel luftdicht verpacken

Am besten bewahrt man angebrochene Wasch- und Reinigungsmittel in luftdichten Behältern auf, etwa in Plastikboxen. Dies gilt auch für Farbtöpfe, weil die Deckel nach dem ersten Gebrauch nie mehr ganz dicht schliessen. Im Keller kann man natürlich auch Mehl und Zucker vorrätig halten. Sind die Packungen aus Papier oder Karton, ist es ratsam, sie ebenfalls in luftdichte Boxen zu versorgen. Büchsen sind problemlos.

Im Idealfall verfügt ein Keller über «einen Naturboden - am besten Erde -, ist dunkel, gut belüftet, kühl und weist eine gleich bleibende Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf», sagt Andreas Häring.

In städtischen Gebieten ist die Vorratshaltung allerdings aus verschiedenen Gründen aus der Mode gekommen. Zum einen eignen sich nur wenige Keller von Mietwohnungen dafür - sie sind häufig zu - warm. Zum anderen hat die Tiefkühltruhe den Naturkeller ersetzt.


Wein gehört in einen geruchsfreien Raum

Der Keller mutierte so zum Abstellraum aus Beton: Man verstaut darin grad mal vier Pneus, drei stapelbare Plastikstühle, etwas Werkzeug, einen Grill, Motorenöl, Farbkübel. Doch auch Städter verzichten nicht gerne auf einen guten Tropfen Wein - fragt sich nur, wohin damit.

Önologe Urs Zweifel von der gleichnamigen Weinhandlung in Zürich weist darauf hin, dass Wein keine Fremdaromen verträgt: «Farben - vor allem solche mit Lösungsmitteln - und Reinigungsprodukte darf man keinesfalls in der Nähe von Wein aufbewahren», sagt er. «Die Korkzapfen sind durchlässig für sämtliche Aromastoffe.»

Wein gehört deshalb in einen geruchsfreien Raum mit gleich bleibender Temperatur: Nicht wärmer als 18 Grad, besser sind 16 Grad oder noch etwas darunter. Zweifel: «Je höher die Raumtemperatur, desto schneller reift der Wein.»

«Wer keinen optimalen Keller hat, soll keinen Wein zum Lagern kaufen», rät Urs Zweifel. «In solchen Fällen fährt ein Weinliebhaber besser, wenn er Weine kauft, die er in absehbarer Zeit - also in den nächsten Wochen oder Monaten - trinken kann.» Ausserdem seien Weine mit Kunststoffzapfen oder Drehverschluss weniger empfindlich, weil sie hermetisch verschlossen sind.

Wer trotz schlechter Voraussetzungen Wein lagern will, dem empfiehlt der Fachmann als Alternative einen Klimaschrank für Weine (vergleiche «Haus & Garten 3/2006). Das Gerät kann man überall aufstellen: unter einer Treppe, im Wohnbereich, im Keller - hat aber seinen Preis (ab ca. Fr. 2200.- bis Fr. 6000.- und mehr, je nach Grösse und Ausstattung). Es gibt die Geräte in den sparsamen Energie-Klassen A+ und AA+.

09. Mai 2007 | REGINE ELSENER


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