|
(0) |
Mit modernen Brausen lässt sich eine simple Duschkabine in einen Wohlfühl-Tempel verwandeln.
Ein Wasserstrahl oder mehrere zugleich, laut prasselnd oder leise rauschend, die Muskeln klopfend oder das Gesicht streichelnd: Moderne Brausen und Dusch-Systeme bieten mehr als nur eine effiziente Schnellreinigung von Haut und Haaren.
Es gibt Hand-, Kopf- und Seitenbrausen, Duschköpfe mit verschiedenen, einstellbaren Strahlarten, solche mit Massage-Effekt und andere, die einem das Gefühl eines Tropenregens geben. Ferner Duschpaneele und -systeme mit oder ohne elektronische Steuerung. Das Angebot ist riesig - die Übersicht schwierig.
Die Qual der Wahl wird jedoch schnell gemildert: Je nach Geldbeutel und Grösse von Bad und Boiler scheidet die eine oder andere Art von Wellness-Dusche von vornherein aus.
- Platzbedarf
Wer die Spezial-Funktionen einer neuen Brause geniessen will, braucht einen gewissen Freiraum. «Die Duschkabine sollte deshalb mindestens einen Meter auf einen Meter Standfläche bieten», so Bruno Steiner von der Sanitärfirma Kappeler in Bern. Sonst eckt ein Mensch durchschnittlicher Grösse überall an, wenn er sich unter dem Wasserstrahl aalen will. Die Dusche sollte ferner so hoch sein, dass sich die Kopfbrause auf einer Höhe von 2 Metern montieren lässt.
- Preise
Duschköpfe mit verschiedenen, einstellbaren Wasserstrahlarten gibt es für weit unter 100 Franken. Marken-Duschsysteme mit einer Hand- und einer Kopfbrause sind ab rund 300 Franken zu haben. Für Duschpaneele - sie speien Wasser aus verschiedenen Brausen und Düsen - muss man schon einiges tiefer in die Tasche greifen: Solche Systeme kosten laut Daniel Itten von der Sanidusch AG in Wettingen AG zwischen 1200 und 4500 Franken.
Die Preisskala ist bei allen Wellness-Brausen nach oben offen. «Manche Kunden geben für ein Duschsystem bis zu 10 000 Franken aus», so Steiner.
- Installation
Zum Anschaffungspreis kommen je nachdem noch die Kosten für den Einbau dazu. Buchstäblich im Handumdrehen lassen sich Duschköpfe auswechseln: Altes Modell abschrauben, neues eindrehen - fertig. Auch die Installation eines einfachen Duschsystems - bestehend aus Kopf- und Handbrause - traut Thomas Schnell vom Hersteller Neoperl einem Heimwerker ohne weiteres zu.
Der Einbau komplexerer Systeme wie eines Duschpaneels erfordert die Arbeit eines Fachmanns, ist aber auch in einer bestehenden Dusche möglich. Um einen Totalumbau kommt jedoch nicht herum, wer Stangen und Schläuche aus seiner Dusche verbannen und die Brausen in Wand oder Decke einbauen will.
Ausserdem: Wer einen Duschvorhang benützt, muss sich je nach Brausentyp eine Trennwand anschaffen - sonst gibt es eine Überschwemmung. «Für eine Regenwasserbrause taugt ein Vorhang noch, bei einem Duschpaneel muss man ihn vergessen», warnt Steiner.
Und: Selbst aus einfachen Massage-Duschköpfen kann das Wasser mit einem derartigen Druck herausschiessen, dass ein Vorhang als Spritzschutz nicht mehr reicht.
- Wasserverbrauch
Grundsätzlich sind Wellness-Duschen nichts für Wassersparer. Wer sich von mehreren Brausen gleichzeitig bespritzen lässt, verbraucht logischerweise mehr Wasser. Und wo das warme Nass nur spärlich fliesst, kann kein echtes Tropenregen-Feeling aufkommen. «Es gibt Regenwasserduschen, die lassen pro Minute 50 Liter Wasser durch», sagt Sanitär-Fachmann Bruno Steiner. «Da gibt es nicht nur ein Problem mit dem Verbrauch, sondern auch mit dem Abfluss des Wassers. Ein normaler Ablauf kann die Menge nicht mehr schlucken.» Zudem benötige man für solche Anlagen einen Riesen-Boiler - ein 500-Liter-Speicher sei das Minimum.
Zwar gibt es unter den Regenbrausen auch Modelle mit dem Energy-Label - das heisst: Sie lassen bei 3 Bar Druck maximal 12 Liter Wasser pro Minute durch. Diese Duschköpfe haben jedoch einen relativ kleinen Durchmesser. Einige Hersteller bedienen sich ferner eines Tricks: Ihre Modelle verwirbeln das Wasser mit Luft und simulieren so das Regenschauer-Feeling. Solche Brausen lassen laut Sten Schreiber von Hersteller Grohe grundsätzlich weniger Wasser durch.
Als Faustregel für Regenbrausen gilt laut Sanitär-Fachmann Bruno Steiner: «Je grösser der Duschkopf, desto höher der Wasserverbrauch.»
09. Mai 2007 | BENNIE KOPRIO
