|
(0) |
Schnecken fressen nicht wahllos alle Gewächse. Wer Zierblumen wählt, die bei den Tieren unbeliebt sind, kann den Garten ohne ständigen Abwehrkampf geniessen.
Nach dem milden Winter ist im Garten mit vielen Schnecken zu rechnen. Auch naturverbundene Gärtnerinnen und Gärtner kapitulieren oft vor den gefrässigen Tierchen und streuen Schneckenkörner. Wer die Vorlieben der Schnecken kennt, findet jedoch verträglichere Strategien.
Schnecken sind Abfallverwerter und haben damit eine wichtige säubernde Funktion. Deshalb fallen sie unweigerlich über kränkelnde Pflanzen und Setzlinge her, die ihre Blätter hängen lassen. Um diese heikle Phase zu überbrücken, werden die Pflanzen am besten mit dem «Schneckenstopp» geschützt, einem Ring aus Kunststoff oder Zink. Erfahrungsgemäss hilft es auch, gekaufte Pflanzen nicht sofort zu setzen, sondern vorerst im Topf an den vorgesehenen Standort zu gewöhnen.
Alle Pflegemassnahmen, die kräftiges Gemüse und gesunde Blumen hervorbringen, wehren Schnecken ab. Allerdings gibt es im Garten Pflanzen, die trotz strotzender Gesundheit magisch anziehend wirken. Dazu gehören beispielsweise Rittersporn, Lupinen, Sonnenblumen, Margriten und Duftveilchen. Auch die dekorativen Blätter der Funkien haben es den Kriechern angetan. Feine Blümchen wie die Rundblättrige Glockenblume und der Dauerlein sind, kaum gepflanzt, oft schon wieder verschwunden.
Umgekehrt machen Schnecken aber auch um viele Pflanzen einen Bogen. Wer solche bevorzugt, erspart sich einen dauernden Abwehrkampf.
Schnecken mögen kein rotblättriges Gemüse
Zwar heisst das, auf einige Prachtstauden zu verzichten, aber als Alternative stehen viele nicht minder schöne Gewächse zur Wahl. So ist zum Beispiel die Kosmea trotz ihres feinen Krauts höchstens im ganz jungen Stadium gefährdet. Auch die Kokardenblume kann sich behaupten. Im Gemüsebeet behelligen die Feinschmecker die rotblättrigen Sorten weniger als die grünen. (Beispiele schneckensicherer Pflanzen: siehe Kasten rechts unten.)
Der Erfahrungsaustausch unter Hobby-Gärtnern zeigt allerdings, dass Schnecken von Garten zu Garten unterschiedliche Vorlieben entwickeln können. So kommt es, dass sie im einen Garten Schlüsselblumen oder Klatschmohn und Ringelblumen nicht anrühren, im anderen aber eifrig fressen. So sind Hinweise auf schneckensichere Zierblumen zwar nützlich, aber nicht 100 Prozent sicher. Versuche im eigenen Garten schaffen Klarheit, um welche Kostbarkeiten die lokalen Gartenbewohner einen Bogen machen.
Wie gut eine geschickte Pflanzenwahl gegen Schneckenfrass wirkt, hängt natürlich auch davon ab, wie stark Umgebung und Standort den Schnecken behagen. Wo Wiesen, Schatten und Feuchtigkeit gute Lebensbedingungen schaffen, sind Schnecken häufiger als an einem mageren und kiesigen Südhang. Heerscharen von Schnecken sind allerdings nicht Schicksal. Die Anzahl lässt sich regulieren.
Das Schneckenkorn für Haustierbesitzer
Seit einigen Jahren ist eine neue Art Schneckenkörner auf dem Markt. Sie enthalten nicht mehr das auch für Säugetiere giftige Metaldehyd, sondern bestehen aus einer Eisenoxid-Verbindung. Wie das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) feststellte, «sind sämtliche Inhaltsstoffe für Säugetiere und Menschen unbedenklich».
Das «Ferramol Schneckenkorn» der deutschen Firma Neudorff wird in der Schweiz von der Firma Neogard vertrieben und ist in vielen Garten-Centern erhältlich. Die Körner müssen breitflächiger ausgebracht werden als die bisherigen Produkte, der Verbrauch ist also höher. Das Eisenoxid in den Körnern stoppt die Fresslust der Schnecken - sie verkriechen sich und sterben.
Zu bedenken gilt es jedoch, dass die Tiere auch mit dem naturverträglicheren Mittel langsam dahinsiechen. Es ist nach wie vor ratsamer, die Schnecken einzusammeln und mit kochendem Wasser schnell zu töten.
- Informationen
«99 Blumen, die problemlos mit Schnecken gedeihen», zu bestellen mit Fr. 3.- in Briefmarken und frankiertem Antwortcouvert C5 bei:
Bioterra, Dubsstrasse 33, 8003 Zürich
Tipps: So mildern Sie die Schneckenplage
- Kompost und eine dünne Mulchdecke bewirken einen krümeligeren Boden. Gleichen Sie Bodenspalten durch hacken aus - noch besser: Versuchen Sie sie zu vermeiden.
- Nur gesunde, kräftige Setzlinge ausbringen.
- Nur morgens und nicht flächendeckend giessen, sondern gezielt an der Pflanzenbasis.
- Unterschlüpfe wie Holzbrettchen auslegen, wo sich die Schnecken tagsüber sammeln. So lassen sie sich problemlos entfernen.
- Kompost vor der Eiablage im August gewinnen und schneckensicher aufbewahren.
- Gemüsegarten mit einem Schneckenzaun schützen. Es gibt mittlerweile relativ unauffällige Drahtgitter (als Rolle erhältlich).
Schneckensichere Pflanzen
Akelei, Bartfaden, Frauenmantel, Gemswurz, Goldlack, Japananemone, Jungfer im Grünen, Lavendel, Löwenmaul, diverse Malven- und Mohnarten, Phlox, Rose, Roter Fingerhut, Wicke
09. Mai 2007 | BEATRIX MÜHLETHALER