|
(0) |
Eukalyptus gegen Schnupfen, Pfefferminze gegen Kopfweh: Oft wirken pflanzliche Mittel gut. Die spezialisierte Apothekerin Regula Lenherr-Lang sagt, welche Mittel helfen.
Für leichte Krankheiten in den Ferien braucht es nicht immer Chemie. Pflanzliche Heilmittel kommen in Frage für Reisen in Länder mit gemässigtem Klima - also für Nord- und Mitteleuropa, Nordamerika, Australien und Neuseeland. Dies sagt die Zürcher Apothekerin Regula Lenherr-Lang. Sie hat für den Gesundheitstipp die wichtigsten pflanzlichen Heilmittel zusammengestellt (siehe Tabelle).
Bei Ferien in subtropischen und tropischen Ländern emp?ehlt die Apothekerin eine Reiseapotheke mit konventionellen Medikamenten. Grund: «In diesen Ländern sind die hygienischen Bedingungen schwieriger und man muss viel vorsichtiger sein.» Viele nehmen zwar eine konventionelle Apotheke in die Ferien mit, ergänzen sie aber mit pflanzlichen Präparaten. Für alle Reisenden gilt zudem: Wer unter starken Schmerzen oder hohem Fieber leidet, sollte immer einen Arzt aufsuchen.
Am häufigsten spielt die Verdauung verrückt
Gegen Kopfschmerzen packt Regula Lenherr-Lang Pfefferminzöl in die Reiseapotheke. Dieses reibt man sich an die Schläfen. «Zusätzlich soll man aber auch ein konventionelles Schmerzmittel mitnehmen, zum Beispiel Aspirin, Panadol oder Algifor.» Diese lindern nicht nur Schmerzen, sie hemmen auch Entzündungen.
Die häu?gsten Probleme auf Reisen sind Magen-Darm-Krankheiten: Bei leichtem Durchfall nützen Kohletabletten. Gegen starken Durchfall emp?ehlt Regula Lenherr-Lang zusätzlich das Medikament Imodium. «Zum Arzt sollte man, wenn der Durchfall mehrere Tage andauert, er schleimig und blutig ist oder man gleichzeitig Fieber hat.»
Auch Erkältungen können den Feriengenuss gründlich vermiesen: Dagegen hilft oft Pelargonium-Tinktur - bekannt unter dem Namen Umckaloabo. Sie wird mit Wasser verdünnt und getrunken. «Sie bekämpft Bakterien in Ohren, Nasen und Bronchien», so Lenherr-Lang. «Bei Schnupfen hilft es auch, Eukalyptusöl zu inhalieren.»
Salbei-Pastillen lindern Halsschmerzen. Auch Schwarze-Johannisbeerknospen-Lösung in Form eines Sprays kann helfen. Er wirkt entzündungshemmend und antiallergisch.
Bei längeren Flugreisen droht Thrombosengefahr. Davor schützen Rosskastanienpräparate: «Etwa eine Woche vorher sollte man das Mittel einnehmen.» Zusätzlich könne man die Beine mit Rosskastaniensalbe einreiben. Während des Fluges sollte man zusätzlich Stützstrümpfe tragen und sich ausreichend bewegen.
Leidet man unter Reise-Krankheit, hilft Ingwer: Man kann die Wurzel entweder frisch essen, als Tee trinken oder in Kapselform schlucken (Zintona).
Regula Lenherr-Lang weist darauf hin, dass pflanzliche Medikamente länger brauchen, bis sie wirken. «Zudem benötigt man für die alternative Reiseapotheke im Gepäck etwas mehr Platz.»
Tabletten und Salben sind praktischer als Fläschchen
Viele pflanzliche Mittel werden in Apotheken in flüssiger Form verkauft und sind in Glasfläschchen abgefüllt. Zum Reisen ist dies nicht sehr praktisch. Besser eignen sich Salben, Tabletten oder Pastillen.
Ganz umgehen kann man flüssige Medikamente aber nicht: Teebaumöl oder etwa die Pelargonium-Tinktur gibt es nur in dieser Form. Diese Mittel gilt es vor der Reise besonders gut einzupacken.
Die Apothekerin rät, die Reiseapotheke im Handgepäck mitzuführen. Bei Flugreisen muss man jedoch darauf achten, dass Salben und Flüssigkeiten nicht mehr als 100 Milliliter pro Packung enthalten. Grössere Flaschen werden am Flughafen kon?sziert. Die Mittel müssen Flugreisende in einen verschliessbaren und durchsichtigen 1-Liter-Plastiksack verpacken.
In jede Reiseapotheke gehören Fiebermesser und genügend Verbandsmaterial: Schnellverband, Gazekompressen, Gazebinden, elastische Binde, Pinzette und eine Verbandsschere sind ein Muss.
Merkblatt Reiseapotheken
Gratis zum Herunterladen unter www.gesundheitstipp.ch oder gegen ein frankiertes C5-Antwortcouvert bei Redaktion Gesundheitstipp, «Reiseapotheke», Postfach 277, 8024 Zürich.
04. Juli 2007 | Gabriela Braun
