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Deutschland plant ein Solarium-Verbot für Teenager. Experten wollen in der Schweiz nachziehen.
Fachleute warnen: Der regelmässige Besuch von Solarien erhöhe das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Speziell gefährdet seien Kinder und Jugendliche: «Ihre Haut ist besonders empfindlich», sagt Barbara Iseli von der Krebsliga. Die deutsche Regierung will bis 2009 Jugendlichen unter
18 Jahren den Solariumbesuch verbieten. Barbara Iseli fordert, dass
die Schweiz ebenfalls ein solches Verbot erlässt: «Wir haben eine der höchsten Hautkrebsraten in Europa», sagt die Sprecherin der Krebsliga. Heute erkranken 20 Prozent mehr Schweizer am schwarzen Hautkrebs als noch vor zehn Jahren. Rund 220 Menschen sterben jedes Jahr daran.
Bereits Elfjährige holen sich Sonnenbräune in Solarien
Mirjana Moser, Strahlenexpertin beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), hat festgestellt: «Die Solariumkundinnen und -kunden werden immer jünger.» Bereits Elf-jährige würden sich so bräunen. Eine Studie zeigte, dass Jugendliche am liebsten Selbstbedienungs-Solarien besuchen. Doch dies sei besonders gefährlich, so Moser: «Dort werden die Kunden zu wenig über die Risiken informiert. Wir sind sofort für ein Solariumverbot für Minderjährige.»Das BAG will jetzt die Kantone auffordern, dafür zu sorgen, dass Teenager vor Hautkrebs geschützt werden.
Der Schweizer Solarienverband Photomed findet ein Verbot für Minderjährige «diskriminierend». Sprecher Detlef Hubbert sagt: «Konsequenterweise müsste man dann auch den Badibesuch verbieten.» Im Solarium sei das Krebsrisiko kleiner als in der Badi, weil man die Stärke der Bestrahlung selber einstellen könne: «Wenn die Strahlendosis stimmt, sind keine Schäden zu befürchten.»
Zur Kritik, die Kundschaft von Selbstbedienungs-Solarien würden zu wenig über die Gefahren informiert, sagt Hubbert: «Jedes Studio vermittelt auf Plakaten Informationen für die richtige Benützung. Und in Broschüren wird auf die Gefahren hingewiesen.» Letztlich seien
die Kunden aber selber für die richtige Benützung verantwortlich. Der Photomed-Sprecher fügt an: «Der Solariumbesuch ist die beste Vorbereitung fürs Skifahren, weil man so den Schutz der Haut vor der Sonne aufbauen kann. Zudem fördert das Solarium die Produktion von
Vitamin D3 in der Haut.»
Doch Mirjana Moser vom BAG erklärt: «Um ausreichend Vitamin D3 zu haben, muss man nicht ins Solarium gehen. Es genügt, wenn nur schon die Hände zehn Minuten täglich dem Sonnenlicht ausgesetzt sind.» Das Vorbräunen im Solarium könne die Haut nicht genügend vor der starken Bergsonne schützen: «Es ist besser, wenn man sich in
den Ferien langsam ans Sonnenlicht gewöhnt und die Haut mit Sonnencreme schützt.»
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09. Oktober 2007 | Andreas Gossweiler
