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Artikel | K-Tipp 17/2007

Seit 2001: Teuerung mal vier

Die Preise für Bahn- und Busbillette steigen und steigen. Und zwar deutlich mehr als die allgemeine Teuerung. Das zeigt der K-Tipp.

Die Teuerung war in der Schweiz schon fast ein Fremdwort – ausser für Benützer öffentlicher Verkehrsmittel: Sie müssen am 9. Dezember wieder Preiserhöhungen hinnehmen. Gewöhnliche Billette schlagen laut SBB um 3,1 Prozent auf, Generalabonnemente um 3,6 Prozent und Tageskarten gar um 14,4 Prozent.

Schon im Januar hatte der Verband Öffentlicher Verkehr (VÖV) die Erhöhung unter anderem mit der erwarteten Teuerung von 3,4 Prozent seit 2004 begründet. Der K-Tipp hatte diese Prognose schon im Frühling kritisiert. Nun zeigt sich: zu Recht. Zwar fehlen noch die letzten drei Monate des Jahres, doch bislang verharrt die Teuerung bei nur 2,1 Prozent.
Der K-Tipp hat die Preise auch über einen längeren Zeitraum betrachtet (siehe Tabelle). Es zeigt sich, dass die Aufschläge in sechs Jahren auf diversen Bahnstrecken bei rund 20 Prozent liegen. Die allgemeine Teuerung im gleichen Zeitraum: gerade mal 5 Prozent.

Keine höheren Distanzzuschläge

Wenigstens hat der Preisüberwacher die Erhöhung der Distanzzuschläge verhindert. Diese Zuschläge waren ursprünglich auf Bergstrecken erhoben worden. Inzwischen gibt es sie auch auf sehr gut ausgelasteten Strecken im Mittelland. Beispiel Bern–Zürich: Für die tatsächlichen 117 km berechnen die SBB seit drei Jahren 164 km. Entsprechend mehr zahlen die Bahnkunden.

Auf Anfang Dezember wollten die SBB die Strecke gar auf 172 km «verlängern». Das dürfen sie nun nicht. Doch Paul Blumenthal, Leiter Personenverkehr bei den SBB, sagt klar: «In der Vereinbarung mit dem Preisüberwacher verzichten wir nur für ein Jahr auf die Erhöhung der Distanzzuschläge.»


Die SBB haben natürlich weitere Argumente für die Aufschläge: «Ein dichteres Zugsangebot, schnellere Verbindungen und neues Rollmaterial kosten mehr und bringen massiv höheren Kundennutzen», erklärt Sprecher Roland Binz.

Er ergänzt: Die SBB hätten zwischen 1999 und 2006 die Zahl der jährlich gefahrenen Zugkilometer um 34 Prozent erhöht. Damit sei ein GA mehr wert. Nur: Wer fährt schon doppelt so viel Zug, wenn statt des Stunden- der Halbstundentakt eingeführt wird. Und: Mit mehr Zügen wird ja nur die grössere Nachfrage befriedigt.



Tipps: So sparen Sie bei SBB-Tickets

Bahnkunden können noch einige Zeit von tieferen Preisen profitieren. Und so gehts:

  • Kaufen Sie vor dem 9. Dezember Mehrfahrtenkarten. Diese sind drei Jahre gültig.
  • Halbtaxabo-Besitzer beschaffen sich Tageskarten, bevor sie teurer werden. Auch sie sind drei Jahre gültig.
  • Günstiger sind die neuen 9-Uhr-Tageskarten. Sie gelten an Wochenenden, Feiertagen und werktags ab 9 Uhr.
  • Im Sechserpack gibts Tageskarten zum Preis von fünf Stück.
  • Viele Gemeinden verkaufen Tageskarten für rund Fr. 35.–. Ein Halbtaxabo ist nicht nötig.

16. Oktober 2007 | Marco Diener


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Kommentare (3)

 
  • daniel_1956 | 29.10.2007, 11:34

    Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Bahnpreisen und der Entschädigung der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats der SBB?

    Der nachfolgende, von der homepage der SBB kopierte Text mag ein
    Hinweis darauf sein, dass zumindest die Geschäftsleitung der SBB sehr
    wohl daran interessiert ist, einen möglichst hohen Gewinn zu
    erwirtschaften. Ein Drittel des ausbezahlten Gehalts ist demzufolge
    "variabel".
    Zitat (von der SBB homepage): Die Mitglieder des Verwaltungsrates
    (inkl. Verwaltungsratspräsident) erhielten im Geschäftsjahr 2006
    insgesamt eine Entschädigung von CHF 850 400 (Vorjahr CHF 861 600),
    davon fix CHF 760 000 (Vorjahr CHF 770 000) sowie eine Spesenpauschale
    von CHF 90 400 (Vorjahr CHF 91 600). Die fixe Entschädigung für den
    Verwaltungsratspräsidenten belief sich auf CHF 250 000 (Vorjahr CHF
    250 000), die Spesenpauschale auf CHF 30 000 (Vorjahr CHF 30 000).

    Die an die Mitglieder der Geschäftsleitung (inkl. Vorsitzender der
    Geschäftsleitung) ausbezahlte Entschädigung belief sich auf CHF 3 162
    800 (Vorjahr CHF 2 824 560), davon fixes Grundsalär CHF 2 100 000
    (Vorjahr CHF 2 100 000), variabler Lohnbestandteil CHF 1 062 800
    (Vorjahr CHF 724 560). Zusätzlich wurde gesamthaft eine
    Spesenpauschale von CHF 109 000 (Vorjahr CHF 109 000) sowie gesamthaft
    eine jährliche einmalige Einlage in die Pensionskassenguthaben von CHF
    225 000 (Vorjahr CHF 125 000) entrichtet.

    Die Entschädigung für den Vorsitzenden der Geschäftsleitung betrug CHF
    600 000 (Vorjahr CHF 520 000), davon fixes Grundsalär CHF 400 000
    (Vorjahr CHF 400 000) und variabler Lohnbestandteil CHF 200 000
    (Vorjahr CHF 120 000). Zusätzlich wurde eine Spesenpauschale von CHF
    24 000 (Vorjahr CHF 24 000) entrichtet. Zur jährlichen Einlage von CHF
    25 000 (Vorjahr CHF 25 000) wurde zusätzlich eine ausserordentliche
    Einlage in sein Pensionskassenguthaben von CHF 75 000 entrichtet.
    Zitat Ende.

  • meini | 24.10.2007, 15:10

    Gibt es einen Zusammenhang zwischen Benzinpreis und Bahnpreisen?

    Warum die Benzinpreise seit Jahren steigen, kann man einigermassen

    nachvollziehen. Deshalb gab es die grosse Hoffnung, dass das Auto

    seine Konkurrenzfähigkeit verliert, bzw.längst verloren haben müsste.

    Falsch gehofft! Die Bahn tut alles damit das Auto konkurrenzfähig

    bleibt. Die Stehplatzpreise steigen und steigen.....aber wo liegt der

    Zusammenhang?
  • daniel_1956 | 18.10.2007, 12:19

    SBB und Preispolitik

    Erneut steht uns beim öffentlichen Verkehr eine happige Preiserhöhung

    bevor. Die SBB begründen diese - hauptsächlich auf der Strecke

    Bern-Zürich - mit dem Einsatz komfortablen und modernen

    Wagenmaterials. Nach wie vor verkehren aber auf der Strecke

    Bern-Zürich unrenovierte Wagen der Baureihe EW IV. Will man von Bern

    nach Zürich in einem Wagen reisen, der wenigstens ansatzweise über

    Sitzkomfort verfügt, ist man gezwungen, einen Fahrschein erster Klasse

    zu lösen (CHF 150.00). Will man sicher sein auch einen Sitzplatz zu

    finden, sind weitere CHF 10.00 fällig. Auch in den jüngsten Wagen ist

    in zweiter Klasse der Sitzkomfort sehr bescheiden (Bänke anstatt

    Einzelsitze, keine Möglichkeit die Sitze den persönlichen Bedürfnissen

    anzupassen, kein ausreichender Stauraum für Gepäck usw.), Der deutsche

    ICE3 bietet in der zweiten Klasse deutlich mehr Komfort als die Wagen

    erster Klasse der SBB und dies erst noch zu einem deutlich tieferen

    Preis. Die Fahplandichte ist zwar beeindruckend - bloss kann ich zur

    gleichen Zeit lediglich in einem Zug sitzen! Grundsätzlich stellt sich

    die Frage, ob die SBB wirklich jährlich mehrere hundert Millionen

    Gewinn einfahren müssen, oder ob nicht das Ziel sein müsste, durch

    eine attraktive Preispolitik möglichst viele Autofahrende von der

    Strasse auf den Zug umsteigen zu lassen
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