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Bambus im Garten lässt fernöstliche Ruhe aufkommen. Wer ihn nicht in Töpfen halten will, muss Sperren gegen unterirdische Ausläufer errichten.
Neben Orchideen, Chrysanthemen und Kiefern gilt Bambus im Reich der Mitte als eine der «vier edlen Pflanzen». Das hohe Ansehen der Pflanze kommt nicht von ungefähr: Sie ist elastisch, ausdauernd und schnell wachsend. Zudem wirkt Bambus mit den dünnen, hohen Stämmen und den filigranen Blättern zart und veredelt jeden Garten.
Zen-Ruhe strahlt ein Garten besonders dann aus, wenn er mit mehreren asiatischen Elementen ausgestattet ist. Bambushalme, die sich über einen Teich neigen, lassen fernöstliche Gefühle aufkommen. Die Kombination von Wasser, Stein und Bambus ist in Japan Symbol für die Meditation. Sehr beliebt sind in Asiens Gärten neben Teichen auch Brunnen und kleine Wasserläufe.
Weil Bambus dichte Blätterdecken bildet, müssen die Pflanzen in seiner Nähe Schatten gut vertragen. Gut passen Stauden wie die japanische Anemone, Zierpflaumen und Funkien. Gehölze aus Ostasien wie die Zierkirsche und der japanische Ahorn, dessen Blätter im Herbst orangerot leuchten, sind ebenfalls für die Nachbarschaft prädestiniert. Attraktiv ist zudem der im Sommer weiss blühende Blumenhartriegel mit seinen sternenförmigen Blüten. Auch Rhododendren und Azaleen vertragen sich gut mit der Pflanze.
Rhizomsperre richtig in den Boden legen
Bambus gehört zur Familie der Gräser, kannaber bis 10 Meter hoch werden. Einige Gattungen und Arten schaffen aber gerade mal 30 Zentimeter. Bambuslässt sich deshalb vielseitig einsetzen: als Bodendecker, Sichtschutzhecke und auch als Zierpflanze.
Die weltweit über 1000 Bambusarten sind in zwei Gruppen unterteilt:
Mit Ausnahme der Gattung Fargesia bilden alle Bambusarten unterirdische Ausläufer, sogenannte Rhizome. Diese starkwüchsigen Wurzeln sind der grosse Nachteil von Bambus.
Damit sich die Bambuswurzeln nicht im ganzen Garten verteilen, braucht es eine Rhizomsperre. Das ist eine 70 Zentimeter tiefe, im Boden eingelassene «Plastikwand» aus 3 bis 5 Millimeter dickem Kunststoff. Die einzuschliessende Fläche sollte dreimal so gross sein wie der Durchmesser des Erdballens. Bei mehreren Bambuspflanzen umschliesst man das ganze Beet mit einer Rhizomsperre. «Die Sperre muss man zusammenschweissen. Rhizome wachsen durchs kleinste Loch in den Garten hinaus», sagt Peter Enz, Leiter des Botanischen Gartens der Universität Zürich.
Das Problem mit den Rhizomen lässt sich mit Kübeln oder Trögen elegant umgehen. Kunststoffgefässe eignen sich gut, da sie sowohl dem Rhizomdruck als auch dem Frost standhalten. Die Töpfe sollten ebenfalls dreimal so viel Volumen haben wie der Wurzelballen. Zuunterst kommt eine Drainage-Schicht von 3 Zentimeter, zum Beispiel aus Hydrokulturkugeln. Darüber legt man ein wasserdurchlässiges Vlies. Bambus hineinstellen, Topf mit Erde auffüllen und kräftig wässern.
Standort auswählen und Anzahl Pflanzen berechnen
Bambus wächst am besten an einem windgeschützten halbschattigen bis sonnigen Platz. Die Pflanzen lieben nährstoffreichen, wasserdurchlässigen Boden. Regelmässiges Giessen ist ein Muss, Staunässe vertragen sie jedoch nicht. Böden, wo sich häufig viel Wasser anstaut, müssen mit einer Drainage versehen werden. Besser ist es in solchen Fällen, Bambus an einer leicht erhöhten Stelle zu pflanzen.
Sollen bodendeckende Bambusarten den Garten zieren, braucht es fünf bis acht Pflanzen pro Quadratmeter. Für eine Hecke reichen ein bis zwei Pflanzen pro Meter, je nach Containergrösse.
Tipp: Dem Frieden zuliebe sollte man vor dem Anpflanzen mit den Nachbarn sprechen – und unter Umständen eine schriftliche Abmachung treffen. Grund: «Bambus bildet nicht nur starke Ausläufer, sondern kann auch gross werden und Schatten werfen», sagt Enz.
Bambus giessen, düngen, überwintern
26. November 2007 | Christa Gall
