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Der Profi-Gärtner gibt Auskunft: Kurt Meister von der Gartenbauschule Oeschberg in Koppigen BE berät Leserinnen und Leser.
Unkraut: Schadet Herbizid dem jungen Rasen?
Wir haben ein altes Haus mit einem verwilderten Garten gekauft. Vier Mulden schlechte Erde, Steine und Scherben führten wir ab. Den Garten haben wir bepflanzt und die Erde für den neuen Rasen vorbereitet. Nach Beratung durch einen Gärtner haben wir letzten Frühling Rasen angesät. Mittlerweile wächst massenhaft Unkraut. Ich habe ein Vernichtungsmittel von Maag gekauft. Darf ich es in jungem Rasen verwenden?
- Jacqueline Schmid, Bärschwil SO
Kurt Meister: Im ersten Jahr der Rasensaat sollte man die breitblättrigen Unkräuter noch nicht mit Herbizid behandeln. Nach dem zweiten Standjahr ist es jedoch unproblematisch. Das Unkraut wächst meist schneller, als der Rasensamen keimt. Das ist fast normal.
Die lange Trockenheit und die hohen Temperaturen im letzten Frühjahr haben das Wachstum der breitblättrigen Unkräuter in der Rasensaat noch gefördert. Nach dem ersten Schnitt verschwinden die schnell wachsenden Breitblättrigen wieder. Wenn sie den Winter überdauert haben, können Sie den Rasen mit dem erwähnten Herbizid behandeln. Verteilen Sie die Flüssigkeit mit der Rückenspritze oder Giesskanne überall. Achten Sie beim Ausbringen auf die Nachbarbepflanzung.
Anwendung: ab Mitte Mai bis Ende September bei wüchsigem Wetter und feuchtem Boden. Den Rasen in Längs- und Querrichtung behandeln – bei bedecktem Himmel oder abends. An den folgenden zwei Tagen darf es nicht regnen. Fünf Tage vor und fünf bis zehn Tage nach der Behandlung den Rasen nicht schneiden.
Wie bekämpft man Moos auf dem Asphalt?
Wie gehe ich gegen Moos auf asphaltierten Vorplätzen vor?
- Alfred Buner, WalenstadT SG
Meister: Ich habe kein Allerweltsrezept. Am besten reinigt man den Asphaltplatz mit einem Hochdruckreiniger. Wichtig: Sämtliches Moos wegspülen. Denn so müssen erst neue Sporen mit dem Asphalt in Berührung kommen, bevor das Moos wieder wachsen kann. Bleiben hingegen auch nur kleine Reste Moos liegen, wächst es sofort wieder.
Warum keimten meine Bohnen nicht?
Letztes Jahr setzte ich Bohnen – erfolglos: Keine einzige keimte. War das ein Schädling? Wie gehe ich vor, wenn ich dieses Jahr wieder Bohnen aussäen möchte?
- Johanna Schenker, Dänikon ZH
Meister: Eine präzise Antwort ist schwierig. Der Kartoffelkäfer war es sicher nicht. Es könnten andere Schädlinge wie Schnecken gewesen sein: Diese lieben frisch gekeimte Bohnensprossen. Auch Werren oder Mäuse kämen als Übeltäter in Frage. Zudem keimen viele Bohnen nicht, weil sie von einer Pilzkrankheit befallen werden.
Bei der Bohnensaat ist der Zeitpunkt wichtig: Die meisten Leute säen zu früh – Anfang Mai. Dann ist es häufig noch zu kalt für die Bohnen, sie verfaulen im Boden.
Der beste Zeitpunkt ist im Juni bis Anfang Juli, wenn die Bodentemperatur schon höher ist. Wichtig ist auch die Bodenfeuchtigkeit: Ohne sie keimen die Bohnen nicht.
Buschbohnen kann man bei Nichterfolg problemlos ein zweites Mal nachsäen. Bei den Stangenbohnen sieht das etwas anders aus: Üblicherweise sät man fünf bis sieben Bohnen um die Stange. Wenn nun vier Bohnen keimen und drei nicht, kann man kaum nachsäen, weil die vier Gekeimten viel schneller wachsen und deshalb die Nachgesäten erdrücken würden.
Deshalb: Stangenbohnen in kleinen Töpfen oder Platten vorkeimen. Das sind Gebinde mit mehreren Pflanzlöchern, etwa für Salatsetzlinge. Solche Anzuchtplatten kann man auch für Bohnen verwenden. Anschliessend die Stangenbohnen um die Stangen pflanzen. Hat man ein Triebbeet, kann man mit dieser Anzucht früher Stangenbohnen ernten.
Wie bekommen wir gesunde Tomaten?
Wir pflanzten letztes Jahr rund ein Dutzend verschiedene Tomatensetzlinge, die sich auch prächtig entwickelten. Doch ab Juni/Juli bildeten sich an den noch grünen Früchten fünflibergrosse bräunliche Verfärbungen – ähnlich wie Fäulnis oder Frostschäden. Die befallenen Stellen blieben zum Teil fest und hart. Gut die Hälfte der Stauden krankte. Obwohl wir genug gossen, welkte das Laub rasch, wurde grau und vertrocknete. Wir haben es entfernt. Wie ziehen wir erfolgreicher Tomaten?
- Elisabeth Meier, Schlieren ZH
Meister: 2007 war wirklich ein frustrierendes Tomatenjahr. Die grosse Feuchtigkeit und die Temperaturschwankungen setzten den Pflanzen arg zu.
Bei den Symptomen handelt es sich um die Tomaten-Krautfäule (Phytophtora): An den Blättern entstehen unregelmässig grosse graugrüne Flecken, die später braun werden und eintrocknen. An den Früchten bilden sich schwarzbraune, harte Faulstellen. Die Infektion entsteht bei nassfeuchtem Wetter und bei Temperaturen unter 15 °C.
Ich empfehle Ihnen, in Zukunft veredelte Tomatensetzlinge zu kaufen. Sie sind etwas teurer, dafür weniger anfällig für Krankheiten und erbringen grössere Erträge. Gegen die Krautfäule kann man auch mit Fungiziden (Mittel gegen Pilzkrankheiten) vorgehen, zum Beispiel mit Cupromaag oder Pirox. Bei beiden Mitteln muss man nach der Anwendung mit dem Ernten drei Wochen warten und die Tomaten dann gut waschen.
Wie müssen wir unsere Kiwis schneiden?
Wir haben seit rund zehn Jahren eine männliche und zwei weibliche Kiwi-Pflanzen als Sonnenschutz auf dem Sitzplatz. Einmal tragen die Kiwis rund 300 Früchte und dann wieder nur 20 Stück. Lange Triebe stutzen wir dreimal im Jahr. Wie müssen wir die Kiwis schneiden, damit es einen besseren Ertrag gibt?
- Dorli und Kurt Poglies, Sementina TI
Meister: Für eine gute Befruchtung sollte man auf eine männliche Kiwi nicht mehr als sechs bis acht weibliche pflanzen. Die Befruchtung erfolgt durch Hummeln und Bienen. Deshalb ist der Ertrag abhängig vom Flugwetter für Insekten während der Reifezeit der Pollen.
Auf dem Markt gibts «Pärchenpflanzen» für enge Platzverhältnisse: Je ein männlicher und weiblicher Trieb wurden auf das gleiche Gewächs gepfropft. Risiko: Bei Frost kann ein Elternteil abfrieren – die Pflanze verliert die Fruchtbarkeit. Weiter könnte beim Rückschnitt irrtümlich ein Elternteil weggeschnitten werden.
Kiwis schneidet man im März kurz vor dem Schwellen der Knospen. Nach dem Schnitt und bei warmen Temperaturen weinen die Schnittstellen. Das schadet nicht, sofern man die Triebe waagrecht heftet und das Wasser abtropft. Es darf nicht den Trieben entlang zurücklaufen.
Vier Regeln zum Schnitt:
10. März 2008
