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Das Beraterzentrum in Thalwil ZH hat das Kunststück vollbracht, das Vermögen einer Kundin im sehr guten Aktienjahr 2006 zu verkleinern – trotz hohen Aktienanteils.
Im Jahr 2006 sind die Aktienkurse kräftig gestiegen. Der Weltaktienindex MSCI World und der Dow Jones legten um rund 9 Prozent zu und der Swiss Market Index SMI gar um mehr als 15 Prozent.
Elsbeth Schmid aus Hinterkappelen BE wollte von der guten Börsenstimmung profitieren und vertraute am 20. Januar 2006 dem BZ Beraterzentrum in Thalwil ZH 60 000 Franken zur Vermögensverwaltung an. Das Beraterzentrum ist in der Finanzberatung und Vermögensverwaltung tätig.
Das Unternehmen zog von diesem Betrag eine stolze Einrichtungsgebühr von 5,38 Prozent oder 3228 Franken ab. Die restlichen 56 772 Franken sollten «dynamisch» angelegt werden, das heisst mit hohem Aktienanteil und entsprechend hohem Risiko.
Factsheet und Realität klaffen auseinander
Hohes Risiko bedeutet Chancen auf hohe Gewinne. Vermögen, die zu einem grossen Teil in Aktien angelegt und gut diversifiziert sind, verzeichnen in Jahren stark steigender Aktienkurse kräftige Zuwächse.
Das ist gemäss Unterlagen auch bei jenen Vermögen der Fall, die das Beraterzentrum dynamisch verwaltet. Das Factsheet zur dynamischen Vermögensverwaltung weist für das Jahr 2006 eine Performance von rund 17,5 Prozent aus. Das ist deutlich mehr als der Vergleichsindex MSCI World. Das Beraterzentrum scheint seine Kundenvermögen 2006 also erfolgreich verwaltet zu haben.
Das Vermögen von Elsbeth Schmid entwickelte sich allerdings gar nicht erfreulich. Vielmehr verringerte es sich bis Mitte Dezember 2006 auf Fr. 56 728.15. Die Performance der effektiv angelegten 56 772 Franken war also sogar leicht negativ.
Das ist für die Anlegerin nicht nachvollziehbar – umso weniger als das Beraterzentrum das Vermögen seiner Kundin auch in Schwellenländer investierte, also in Aktienmärkte mit Traumrenditen von 50 und 60 Prozent im Jahr 2006. Enttäuscht und verärgert löste Schmid ihren Vertrag mit dem Beraterzentrum Mitte Dezember 2006 auf.
K-Geld konfrontierte das Beraterzentrum mit der schlechten Performance von Schmids Vermögen. CEO Marco Garzetti: «Das rührt daher, dass die Kundin im Januar und Dezember 2006 zwei Phasen mit kräftigen Kursgewinnen verpasst hat. Sie ist zu spät ein- und zu früh ausgestiegen.»
31. März 2008 | Philipp Lütscher
