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Auf die Empfehlungen der Banken ist kein Verlass. Ihre grossen Anlagefonds sind jedenfalls nicht sonderlich rentabel. Das zeigt ein K-Geld-Vergleich.
Welches sind die grössten hauseigenen Anlagefonds? Diese Frage stellte K-Geld den beiden Grossbanken, der Berner Kantonalbank, der Migrosbank sowie der Post. Und dann liess K-Geld die Rentabilität der Fonds vom Vermögenszentrum un- tersuchen. Mit ernüchterndem Resultat. Denn K-Geld stellte diese Anlagefonds dem erfolgreichsten Anlagefonds der entsprechenden Kategorie gegenüber sowie dem erfolgreichsten Indexfonds. In der Tabelle sind diese in den beiden hintersten Spalten aufgeführt.
Ergebnis: Die grössten Anlagefonds der Schweizer Banken und der Post sind – gemessen an der Rendite während der letzten drei Jahre – nicht sonderlich erfolgreich. Mit den besten Fonds der jeweiligen Kategorie vermögen sie bei Weitem nicht mitzuhalten. Und mit den besten Indexfonds meistens ebenso wenig.
Die Ergebnisse des Vergleichs im Einzelnen:
Schweizer Obligationen: Wer vor drei Jahren in die grössten Fonds von CS und UBS investiert hat, ist immer noch im Minus. Erfolg versprechend ist der Fonds der Migrosbank gestartet.
Euroland-Obligationen: Auch hier ein ähnliches Bild. Die Fonds der Banken liegen gegenüber dem erfolgreichsten Anlagefonds ebenso im Hintertreffen wie gegenüber dem erfolgreichsten Indexfonds.
Schweizer Aktien: Die wohl aussagekräftigste Kategorie. Denn hier verfügen alle angefragten Geldinstitute über Fonds, die bereits seit über fünf Jahren erhältlich sind. Doch keiner schafft es, gemessen an der Drei-Jahres-Rendite, in die vordere Hälfte der 74 Fonds.
Europäische Aktien: Wie gehabt. Die grossen Fonds der Banken liegen zurück.
US-Aktien: Ein Lichtblick. Der Swisscanto-Fonds – ein Produkt der
Kantonalbanken – platziert sich in der ersten Ranglistenhälfte, wenn auch nur knapp und mit erheblichem Rückstand. Über drei Jahre gesehen, brachte der beste Anlagefonds jährlich 13,5 Prozent mehr Rendite, der beste Indexfonds gut 3 Prozent mehr.
Aktien Emerging Markets: Hier können die Fonds von Swisscanto und CS einigermassen mithalten. Eine Rangliste lässt sich aber nicht erstellen, da die Rating-Agenturen diese Fonds in verschiedenen Kategorien führen: Emerging Markets, Osteuropa, Brasilien. Das gleiche Problem stellt sich in drei weiteren Kategorien. Deshalb fehlt auch dort in der Tabelle eine Klassierung.
Aktien weltweit: Hier überflügeln die Fonds von Migrosbank und Swisscanto den besten Indexfonds. Allerdings ist der Swisscanto kein weltweit investierender Aktienfonds, sondern eher ein Nachhaltigkeits-Fonds. Der beste Anlagefonds liegt ausser Reichweite.
Die Reaktionen
Die Geldinstitute reagieren auf die ernüchternden Ergebnisse mehr als zurückhaltend. Die Berner Kantonalbank und die UBS äussern sich gar nicht. Die Post verweist darauf, dass das Ergebnis bei Berücksichtigung von Depotgebühren und Ausgabekommission anders ausgefallen wäre. An sich ein berechtigter Einwand. Nur gibt es Banken, die K-Geld diese Zahlen für die letzten fünf Jahre nicht lieferten.
Die Migrosbank betont, über fünf Jahre gesehen hätten ihre Fonds «Aktien Schweiz» und «Aktien weltweit» den besten Indexfonds geschlagen. «Das zeigt», so die Migrosbank, «dass aktiv gemanagte Fonds einen Mehrwert erzielen können.»
Und die CS betont, sie verfüge «über eine umfassende Palette an top platzierten Fonds». Aber offenbar verkaufen die CS-Leute vor allem die weniger rentablen.
24. Mai 2008 | Marco Diener
