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Indexfonds oder ETFs bestechen durch tiefe Gebühren. Ausreisser gibt es allerdings auch bei diesen Anlagen. Sparpotenzial liegt in der Differenz zwischen An- und Verkaufspreis.
Exchange Traded Funds (ETF) werden bei Anlegern immer beliebter. Das Hauptargument für den Kauf dieser passiven Anlageinstrumente sind die gegenüber Fonds tieferen Gebühren. Bei ETFs treten diese einerseits als jährliche Management-Fees auf. Gebühren fallen andererseits auch als Spread an – die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis.
«Der Spread ist immer eine direkte Funktion der Liquidität des jeweiligen Titels», sagt Rolf Biland vom VZ Vermögenszentrum. Die Liquidität ist ein Mass dafür, wie schnell an der Börse eine Wertschrift ge- und verkauft werden kann. Je grösser die Liquidität, umso kleiner ist in der Regel der Spread und umso grösser das Sparpotenzial.
Die Liquidität hängt vor allem von der Grösse des ETF ab. Grosse Volumina bestehen bei weitherum bekannten Aktienindizes wie dem paneuropäischen Dow Jones Euro STOXX 50.
Bei ihnen ist der Spread entsprechend gering: Der ETF auf den Dow Jones Euro STOXX 50 von Marktführer iShares ist rund 4 Milliarden Euro schwer und hat an der Schweizer Börse SWX einen durchschnittlichen Spread von 0,25 Prozent, an der deutschen Börse in Frankfurt beträgt er nur 0,07 Prozent.
Kleine Volumina sind hingegen bei weniger gängigen Basiswerten wie Branchen- und Schwellenländer-Indizes zu beobachten. Der 130 Millionen Dollar «leichte» iShares-ETF auf den MSCI Turkey verfügt an der SWX beispielsweise über einen durchschnittlichen Spread von 0,87 Prozent, an der Börse Frankfurt sind es 0,63 Prozent. Dieser Vergleich zeigt noch etwas auf: Je grösser die Börse, umso öfter werden dort in der Regel die einzelnen ETFs gehandelt, was den Spread normalerweise ebenfalls verringert.
Ein Beispiel soll das Sparpotenzial verdeutlichen: Bei einem Kauf und gleichzeitigen Verkauf eines ETF mit einem Spread von 1 Prozent im Wert von 20 000 Franken beträgt die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs 200 Franken. Ein Spread von 0,07 Prozent ergäbe nur 14 Franken.
26. Mai 2008 | Zoltán Tamássy
