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Artikel | K-Tipp 12/2008

Trinkwasser aus der Pfütze

Immer sauberes Wasser bei Camping und Trekking: Der K-Tipp hat drei Filtergeräte, ein UV-System und ein chemisches Mittel für unterwegs getestet. Erfreuliches Resultat: Die meisten Geräte liefern qualitativ gutes Wasser.


Auch abseits der Zivilisation gutes Trinkwasser, das frei ist von Bakterien und Krankheitserregern: Das versprechen verschiedene Systeme zur Wasserbehandlung für unterwegs.

Der K-Tipp hat verschiedene Geräte und ein chemisches Mittel für die mobile Wasserbehandlung getestet. Dazu hat ein auf Wasseranalysen spezialisiertes Labor Flusswasser mit einer hohen Dosis von Darmbakterien (Kolibakterien) und Krankheitserregern (Pseudomonaden) versetzt und anschliessend mit den verschiedenen Methoden behandelt.


So gut entfernen sie Bakterien

Katadyn Combi und Mini Works EX (Filter-systeme) sowie Micropur (flüssig oder als Pulver): In allen drei Fällen wurden die Bakterien und Krankheitserreger vollständig eliminiert.
Katadyn Hiker (Filter) und Steripen (UV-System): Hier blieben von 1,5 Millionen Bakterien und von 660 000 Pseudomonaden pro Deziliter Wasser nur ganz wenige übrig. Urteil der Experten: Für gesunde Menschen kann bei einer solch tiefen Konzentration ein Gesundheitsrisiko ausgeschlossen werden.


So gut entfernen sie Chlor

Zum Desinfizieren wird Trinkwasser vielerorts mit Chlor behandelt. Das Labor klärte ab, ob die verschiedenen Systeme die Chemikalie wieder herausbringen. Das darauf speziell ausgerichtete Micropur Antichlor schaffte das im Test zu fast 100 Prozent. Beim Mini Works EX wurde noch sechs Prozent der ursprünglichen Konzentration gemessen, beim Katadyn Kombi noch zehn Prozent. Beim Typ Hiker und beim Steripen wurde hingegen nur etwa ein Drittel des Chlors herausgefiltert.


So gut schmeckt das Wasser

Nach der chemischen Analyse wurden die Wasserproben ins Institut für Umwelt- und Verfahrenstechnik der Hochschule für Technik in Rapperswil SG geschickt. In einem Blindtest beurteilten zehn Probanden die Wasserproben mit Nase und Gaumen. Eindeutiger Sieger bei Geschmack und Geruch: Der Mini Works EX lieferte Wasser fast ohne Fremdgeschmack. Bei den anderen Proben orteten die Testpersonen einen mehr oder weniger starken chemischen Beigeschmack.


So funktionieren die verschiedenen Filtersysteme

Die drei Methoden bei mobilen Wasserfiltern:

  • Filtersysteme: Das Wasser wird durch mikroporöse Membranen gepumpt. Dadurch sollten alle Bakterien und Kleinstlebewesen zurückgehalten werden. Der K-Tipp testete zwei Katadyn-Modelle: Hiker für Fr. 99.– und Combi für Fr. 259.–. Dazu das 169-fränkige Modell Mini Works EX von MSR.
  • UV-Licht: Das Gerät Steripen (Fr. 249.–) funktioniert mit Batterien. Um die Keime abzutöten, wird ein Stab in einem mitgelieferten Behälter je nach Wassermenge 40 bis 90 Sekunden gerührt.
  • Chemische Desinfektion: Verschiedene Chemikalien töten Bakterien und Krankheitserreger ab. Im Test war Micropur Forte (Fr. 24.80; reicht für 1000 Liter Wasser). Um den Chlorgeschmack zu eliminieren, wurde Antichlor (Fr. 9.90; reicht für 100 Liter) beigefügt. Nachteil dieser Methode: Es dauert eine halbe Stunde, bis das Wasser trinkbar ist.

 

16. Juni 2008 | Stephan Dietrich


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