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Artikel | K-Tipp 17/2008

20 Prozent sparen – ohne Einschränkung

HMO, Hausarztversicherung und Telemedizin: Wer ein Sparmodell wählt, fährt günstiger. Oft ist das ohne Komforteinbusse möglich.


Das Angebot heisst Benefit. Das klingt nach einem Vorteil – und in der Tat ist Benefit für prämienbewusste Sparer eine profitable Sache. Denn sie zahlen so 20 Prozent weniger. Einen Haken hat die Sache natürlich auch – aber der ist winzig klein. Benefit ist ein Hausarztsystem der Helsana und damit ein Angebot, um in der Grundversicherung günstiger zu fahren.

Hausarztsystem bedeutet: Wer sich so versichert, muss bei jedem medizinischen Problem zuerst zum Hausarzt (Ausnahme Notfälle, gynäkologische Behandlungen und Augenprobleme). Dieser verweist dann den Patienten – falls nötig – an Spezialisten. Das Gesetz spricht von einer «eingeschränkten Wahl des Leistungserbringers».

Doch gross ist diese Einschränkung bei Benefit nicht. Wer sich dafür entscheidet, muss lediglich einen Arzt benennen, den er künftig bei allen Gesundheitsproblemen zuerst kontaktieren muss. Der Clou dabei: Das kann jeder praktizierende Arzt im Kanton sein.

Fazit: Weil die meisten Patienten sowieso zuerst zum angestammten Hausarzt gehen, können sie sich ohne Einschränkung dazu verpflichten, dies auch künftig zu tun – und sich für Benefit anmelden. Und schon wird die Grundversicherung um 20 Prozent billiger.

Die gleiche Möglichkeit mit Benefit haben auch Versicherte bei den Helsana-Billigtöchtern Avanex, Progrès und Sansan (siehe K-Tipp 16/08). Dort beträgt der Rabatt jeweils 15 Prozent. Auch andere Krankenkassen führen Sparmodelle, bei denen jeder beliebige Mediziner zum Hausarzt werden kann, den man immer zuerst aufsuchen muss – zum Beispiel Assura, Groupe Mutuel, Sanatop und Visana.


Hausarzt als erste Anlaufstelle

Bei anderen Kassen ist die vorgegebene Auswahl der Ärzte so gross, dass der bisherige Hausarzt mit grosser Wahrscheinlichkeit als erste Anlaufstelle benannt werden kann.

Der Tipp ist klar: Mit dem Wechsel in ein Hausarztmodell können Versicherte gutes Geld sparen, ohne dass der Verzicht auf die absolut freie Arztwahl sehr schmerzen würde. Ein Wechsel der Krankenkasse kann sich so erübrigen. Daneben gibt es zwei weitere Sparvarianten – nebst der Wahlfranchise, die hier nicht berücksichtigt wird:

  • Beim HMO-Modell ist die Arztwahl stärker eingeschränkt. HMO-Kunden müssen sich stets an eine Gruppenpraxis wenden. Solche Gruppenpraxen sind vor allem in städtischen Gebieten angesiedelt. Sparpotenzial: bis 25 Prozent.
  • Beim Sparmodell «vorgängige telefonische Beratung» müssen Versicherte vor jedem Arztbesuch eine telefonische medizinische Beratung einholen. Sparpotenzial: bis 15 Prozent.

Die Prämienübersicht auf der nächsten Seite zeigt dieses Sparpotenzial. Aufgelistet sind die Prämien der 14 grössten Kassen und von weiteren 4 günstigen. Jede Kasse ist mit dem günstigsten Angebot aufgeführt, also mit der tiefs-ten Prämie, die mit einer der drei erwähnten Sparvarianten zu erzielen ist.


Gesetz beschränkt das Sparpotenzial

Beachten Sie dazu: Die Prämien in der Übersicht gelten mit Franchise 300 Franken. Oft ist es unsinnig, diese Sparmodelle mit der höchsten Franchise zu kombinieren, weil das Sparpotenzial insgesamt gesetzlich auf 50 Prozent beschränkt ist.

Beispiel: Wenn mit dem Sparmodell bereits 20 Prozent eingespart sind, bringen die zusätzlichen 50 Prozent Einsparung mit der höchsten Franchise zu wenig. Diese Sparmodelle sind also besonders für Leute geeignet, die öfter zum Arzt gehen und die Franchise deshalb beim Minimum von 300 Franken belassen wollen.

Umgekehrt heisst das: Wer gesund ist und mit der höchsten Franchise von 2500 Franken abschliesst, erzielt auch ohne Sparvariante in jedem Fall eine höhere Ersparnis.

 

Service:

13. Oktober 2008 | Ernst Meierhofer


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