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Artikel | K-Geld 05/2008

Was ist ein «Eidgenosse»?

Bundesobligationen – im Volksmund auch «Eidgenossen» genannt – gelten als sehr sicher. Ein Verlust kann praktisch ausgeschlossen werden, da der Staat für die Obligationen geradesteht.

Die Eidgenossenschaft bietet Bundesobligationen zu verschiedenen Laufzeiten an. Die gängigsten variieren von 2 bis 15 Jahren Laufzeit. Es gibt derzeit am Markt aber auch «Eidgenossen» über eine längere Laufzeit. Der am meisten beachtete «Eidgenosse» ist jener mit einer zehnjährigen Laufzeit.

Kaufen kann man die Bundesobligationen über die Bank. Kosten entstehen beim Kauf und Verkauf der Wertpapiere – je zwischen 0,8 und 1,0 Prozent. Zudem zahlt der Inhaber seiner Bank Depotkosten. In der Regel zwischen 0,1 und 0,2 Prozent des Depotwertes. Die Minimalgebühren bewegen sich je nach Finanzinstitut zwischen 10 und 60 Franken.

Gewinn resultiert aus den sogenannten Coupons. Beim Coupon handelt es sich um den Zins, der für die Obligation entrichtet wird. Die Zinsen werden dem Anleger jährlich vergütet. Der beim Kauf vereinbarte Zins gilt über die gesamte Laufzeit.

Am Ende der Laufzeit erhält der Käufer den einbezahlten Betrag zurück. Der Obligationär kann seine Bundesobligationen aber jederzeit vor Beendigung der Laufzeit verkaufen. Da die Obligationen täglich gehandelt werden, ändert sich auch deren Wert. Ein Anleger, der vor Ende der Laufzeit sein Wertpapier verkaufen will, kann also auch bei sicheren Obligationen einen Verlust einfahren (siehe Graphik im pdf-Artikel). Dieses Risiko lässt sich umgehen, indem man die Anleihe bis Ende der Laufzeit behält.

Bei vielen Investoren gelten die Bundesobligationen zwar als sicher, aber als nicht sehr rentabel. Denn gerade in Zeiten einer latenten Unsicherheit an den Finanzmärkten stürzen sich viele Anleger in den sicheren Hafen der «Eidgenossen». Das Resultat: Die Nachfrage ist gross, die Rendite ist niedrig. Doch wer kein Risiko eingehen will, ist mit einem «Eidgenossen» auf der sicheren Seite.

18. Oktober 2008 | cl


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