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Viele Banken überweisen das Geld abgelaufener Anlagen automatisch auf ein Depotkonto.
Darüber kann der Inhaber oft nicht frei verfügen.
Wer sein Geld in Wertschriften anlegt, muss sich bereits beim Kauf überlegen, was nach dem Verkauf oder nach Ablauf der Anlagefrist damit passieren soll. Sonst kann er die Verfügungsgewalt darüber oft auf Monate hinaus verlieren.
Dies merkte auch Ursula Dreyer (Name geändert), die 2003 bei der Raiffeisenbank in Bülach ZH Obligationen über 200 000 Franken mit einer Laufzeit von fünf Jahren gekauft hatte.
Sie freute sich auf die Rückzahlung und hatte schon Pläne, was sie mit dem Geld anstellen wollte: Das neue Kleinauto war bestellt, die Südamerikareise ausgesucht. Der grosse Rest sollte aus Risikogründen auf verschiedenen Banken wieder angelegt werden.
Doch Ursula Dreyer hatte die Rechnung ohne ihre Bank gemacht: Diese zahlte den Betrag nämlich nicht bar aus, sondern überwies das Geld auf das Mitgliederkonto, das gemäss Vertrag als Depotkonto von Dreyer dient. Dort bringt es zwar etwas mehr Zins als auf einem Normalkonto. Aber Bezüge über 10 000 Franken sind nur mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist möglich. «Kein Mensch hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich nach Ablauf der Obligation nicht sofort über mein Geld verfügen kann», ärgert sich Ursula Dreyer.
«Wenn ein Kunde nach Ablauf der Anleihe den Betrag nicht auf dem Basiskonto will, ist das zu vereinbaren, sonst gelten die Kündigungsfristen und Rückzugsbeschränkungen des Basiskontos», hält Raiffeisen-Sprecher Franz Würth fest.
Ähnliche Bestimmungen kennen auch andere Banken. Oft ist das Depot an ein Spar- oder Anlagekonto gebunden, das ebenfalls nur beschränkt Rückzüge zulässt. Wer nach Ablauf oder Verkauf seiner Anlage über das Geld sofort wieder verfügen will, tut also gut daran, ein Basiskonto ohne Einschränkung einzurichten.
Doch aufgepasst: Dort liegt es dann ohne oder nur mit sehr bescheidener Verzinsung. Eine rasche Wiederanlage oder ein schneller Transfer auf ein besser verzinstes Konto sind darum zu empfehlen.
18. Oktober 2008 | Fredy Hämmerli
