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Artikel | K-Tipp 18/2008

Guter Honig muss nicht teuer sein

3 von 15 Honigmarken konnten im Test von Kassensturz geschmacklich nicht überzeugen. Vier Produkte erzielten bei der Degustation aber sehr gute Noten.


Die Schweizer sind Weltmeister im Honigessen: 1,2 Kilogramm verschlingen sie pro Person und Jahr. Der meiste Honig wird importiert.

Die Eidgenössische Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux in Bern untersuchte im Auftrag von Kassensturz 15 Blütenhonige – fünf flüssige und zehn kristallisierte. Darunter die meistverkauften der Grossverteiler. Die Spezialisten prüften die Honige auf Aussehen und Verunreinigungen, bewerteten die Feinheit der Zuckerkristalle auf der Zunge und suchten nach geschmacklichen Mängeln. Zudem wurde eine Laboruntersuchung durchgeführt.

Erfreulich: Alle Honige erzielten durchwegs gute Laborresultate: Mineral- und Wassergehalt entsprachen den gesetzlichen Bestimmungen. Kein Produkt wurde beim Verarbeiten überhitzt. Allerdings wurde der Honig nicht auf Antibiotika-Rückstände untersucht.

4 der 15 Produkte schneiden geschmacklich und sensorisch mit der Note «sehr gut» ab. Darunter der flüssige Sommerblütenhonig von Aldi – mit 70 Rappen pro 100 Gramm einer der günstigsten im Test. Die beste Bewertung erhielt der «Schweizer Honig» aus der Migros. «Süsser, malziger Honig mit einer Note von Dörrfrüchten», beschrieben die Experten das Produkt.


Abwertung wegen schlechten Geschmacks

Allerdings schmecken nicht alle Honige unverfälscht. Wegen mangelhaften Geschmacks wurden drei abgewertet – und erhielten somit nur ein «genügend». Laut den Experten wies der Sommerblütenhonig von Langnese einen «leicht metallischen Geschmack» auf und «brennt im Abgang».

Langnese schreibt Kassensturz, man habe den bemängelten Honig nachdegustiert und keinen Fehlgeschmack festgestellt. Der günstige cremige Blütenhonig von Denner hat «wenig bis kein Aroma», der flüssige ist «metallisch». Der Discounter teilt mit, die Honige würden regelmässig sensorisch überprüft. Und der südamerikanische Honig sei halt weniger süss als der europäische.

Ob Imkerhonig oder industriell verarbeitet – in den meisten Fällen ist dies eine Frage der persönlichen Vorliebe.

Honig ist viele Jahre haltbar, falls man ihn bei niedriger Temperatur (10–18 Grad) und bei geringer Luftfeuchtigkeit aufbewahrt.

27. Oktober 2008 | Dani Müller, Susanne Rufer


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