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Kanadische Forscher haben untersucht, was Kortison bei Migräne bringt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Gegen akute Schmerzen hilft es nicht.
Die Migräne begleitet Katharina Gerber seit ihrer Jugend. Seit sie pensioniert ist, hat die 66-Jährige zwar weniger Anfälle, aber diese sind heftig: «Die Schmerzen im Kopf sind unbeschreiblich», sagt sie. «Der ganze Körper ist dann in Mitleidenschaft gezogen.» Alles drehe sich nur noch um diesen heftigen, quälenden Schmerz. «In solchen Momenten kommen manchmal Todeswünsche auf.»
In der Schweiz leiden rund 7 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen an Migräne. Bei massiven Beschwerden setzen einige Ärzte auch Kortison ein. Jetzt haben Mediziner aus Kanada am Beispiel des Kortison-Präparats Dexamethason untersucht, ob das Medikament wirklich etwas bringt. Das Ergebnis: Gegen den akuten Schmerz hilft es nicht besser als Scheinmedikamente. Es reduziert lediglich das Risiko für weitere Migräne-Attacken in den folgenden drei Tagen.
Aus diesem Grund gibt Neurologin Irène Barone aus Basel Patienten in seltenen Fällen Kortison-Spritzen: «Wenn die Migräne über 72 Stunden dauert und es zu wiederholten Rückfällen kommt, habe ich mit Kortison gute Erfahrungen gemacht.»
Bei den meisten Patienten setzt die Fachärztin hingegen auf die üblichen Medikamente. Bei leichten und mittleren Anfällen sind das Schmerzmittel wie Aspirin, Paracetamol oder Rheuma-Medikamente, bei schweren Attacken spezielle Migränemittel wie Triptane oder allenfalls Cafergot. Allerdings nützen auch die nicht bei allen Patienten. Die wichtigsten Tipps, so Fachärztin Barone: «Bewegen, entspannen, genügend schlafen und regelmässige Mahlzeiten.» Damit kann man Migräneanfällen oft auch vorbeugen.
Das versucht auch Katharina Gerber: «Viel trinken, viel Bewegung und positive Gedanken – das kann helfen.» Wichtig sei auch ein verständnisvolles Umfeld. «Migräne hat so viele Gesichter, wie es betroffene Menschen gibt», ist sie überzeugt. «Man muss seine individuelle Therapie finden.»
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02. November 2008 | Sonja Marti
