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Artikel | Haus & Garten 04/2008

Eine schlaue und sparsame Kombination

Das Haus von Familie Strub in Arisdorf wird mit Kachelofen, Kombispeicher, Sonnenkollektoren und Pelletfeuerung beheizt. Das sorgt für ein ausgezeichnetes Raumklima und hilft erst noch Energie sparen.

Was bedeutet Wohnqualität? Diese Frage stellten sich Kaspar und Kristina Strub in Arisdorf BL, als sie vor zweieinhalb Jahren beschlossen, ihr Haus aus dem Jahr 1969 vor allem in energetischer Sicht auf den neusten Stand zu bringen.

«Wir wollten einen Kachelofen, bei dem man das Feuer sieht und die wohlige Wärme spüren kann. Das Ziel war ein sparsames Heizsystem, das zudem für ein optimales Raumklima sorgt», sagt der Hausherr. Dies alles sollte in einem vernünftigen Rahmen betreffend Investitionen und laufende Kosten realisiert werden.

Unbestritten war, dass die alte Ölheizung ersetzt werden musste. Die Vorbesitzer verbrauchten zwischen 4000 und 5000 Liter Heizöl pro Jahr. Dies war für das Ehepaar Strub aus ökologischen als auch aus Kostengründen zu viel.

Zur Renovation des Hauses gehörte zunächst die Isolierung der Dachfläche und der Ersatz der alten Fenster mit neuen, isolierverglasten Fenstern. Auf eine Isolation der Hausfassade wurde verzichtet, da man den Charakter des Landhauses nicht zerstören wollte.

Eine Komfortlüftung sorgt heute für frische Innenraumluft und führt zu einer Ersparnis der Heizenergie von etwa 20 Prozent. Ebenso werden dank zweier Filter Feinstaubpartikel in der angesaugten Luft ausgeschieden. Für Kaspar Strub, der in Basel als Hals-Nasen-OhrenArzt und Allergologe tätig ist, war dies ein wichtiger Aspekt: «Ich wollte für meine Familie möglichst gute Luft im Haus. Die hohen Konzentrationen von Feinstaub in der Agglomeration und deren Schädlichkeit sind ja längst bewiesen.»


Ein Heizsystem mit mehreren Komponenten

Bei der Suche nach einem optimalen Heizsystem für das 240 Quadratmeter grosse Haus und den 90 Quadratmeter grossen Keller fand Kaspar Strub zusammen mit dem Energieingenieur Tobias Meier von der EnergiePlan Laufen (EPL) eine Lösung, die es in der Schweiz noch kaum gibt: eine Kombination von Kachelofen, Kombispeicher, Sonnenkollektoren und Pelletfeuerung. Mit dem Kachelofen im Wohnzimmer könnte theoretisch der gesamte Heiz- und Warmwasserbedarf des Hauses gedeckt werden. Familie Strub deckte damit im letzten Winter ihren Bedarf zu gut 20 Prozent, der Rest stammte von den dreizehn Quadratmetern Sonnenkollektoren und von der 21-Kilowatt-Pelletheizung.

Wird im Wohnzimmer der Kachelofen angefeuert, gibt er Wärme an die Umgebung ab. «Der Grossteil der Wärme stammt aus dem Kachelofen und wird zu einem 1000-Liter-Kombispeicher in den Heizungsraum geleitet. Je nach Sonneneinstrahlung und Aussentemperatur wird zusätzlich auf die Sonnenkollektoren oder die Pelletheizung zurückgegriffen», erklärt Tobias Meier. Alles wird automatisch gesteuert, und die Bewohner können sichergehen, dass stets die günstigste Energiequelle genutzt wird.

Christoph Rutschmann vom Verein Holzenergie Schweiz erachtet den Einsatz einer Holzfeuerung mit Stückholz und einem zusätzlichen Pelletofen in Kombination mit der Nutzung der Solarenergie als ideal.


Hoher Komfort und deutlich tieferer Energieverbrauch

Die baulichen Massnahmen und die ideal aufeinander abgestimmten Komponenten der Heizanlage haben dazu geführt, dass die Familie Strub heute bei hohem Wohnkomfort wesentlich weniger Energie verbraucht als vorher. Kaspar Strub: «Unser Verbrauch an Pellets lag letzten Winter bei vier Tonnen, was einem Verbrauch von knapp 2000 Liter Heizöl entspricht. Dazu kommt noch Holz für den Kachelofen von etwa drei Ster.»

Die hohen Energiekosten, die nicht fix einplanbar sind, sind für Kaspar Strub ein wichtiger Grund gewesen, nach einer neuen Lösung zu suchen. Auch der Einbezug eines erfahrenen Energieberaters habe sich ausbezahlt.


Ein teurer Pelletofen ist nicht unbedingt nötig

«Man kann auch gut ohne einen Pelletofen und damit kostengünstiger eine Heizanlage wie bei Strubs realisieren», ist Tobias Meier überzeugt. Anstelle eines Pelletofens sei zum Beispiel der Einsatz eines günstigeren Tiba-Holzherdes oder eines kleineren Cheminéeofens mit Wasserregister denkbar. Das bedeutet aber, dass man sich in der Heizperiode täglich mit dem Befeuern des Kachelofens befassen muss. Eine weitere Alternative: der Einsatz einer Wärmepumpe anstelle einer Pelletheizung.

Eine andere Möglichkeit ist, etappenweise vorzugehen. Wer sich beim Neu- oder Umbau nicht alle Komponenten für Kachelofen, Kombispeicher, Sonnenkollektoren und Pelletfeuerung leisten könne, habe die Möglichkeit, so Meier, die Leitungen schon mal zu verlegen und zu einem späteren Zeitpunkt das System zu erweitern.


Beratung und Information

  • Wer renovieren oder bauen möchte und mit einer Holzheizung liebäugelt, sollte sich vorab beraten lassen.
  • Achten Sie auf das Qualitätssiegel von Holzenergie Schweiz.
  • Informieren Sie sich über neue Gesetze wie die neue Luftreinhalteverordnung oder über die korrekte Anfeuerungsmethode, um den Schadstoffausstoss zu reduzieren.
  • Moderne und korrekt betriebene Holzheizungen arbeiten schadstoffarm. Vor allem handbeschickte Holzfeuerungen werden aber oft nicht korrekt betrieben. Wie man richtig und schadstoffarm feuert, zeigen zwei neue Merkblätter von Holzenergie Schweiz: www.holzenergie.ch > Einstiegsinfo> Richtig Anfeuern.

    Unter dem Link «News» findet man den Ratgeber des Bund
    esamts für Energie (BFE): «Holzfeuerungen und Feinstaub. Ratgeber zur Vermeidung von Emissionen».

    Weitere Infos zum Thema unter www.holzenergie.ch > Holzenergie Schweiz > Publikationen

 

23. November 2008 | Lioba Schneemann


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