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Im Winter sind Zimmerpflanzen besonders empfindlich. Sie brauchen jetzt einen hellen Platz und weniger Wasser. Zudem muss man sie vor Hitze und Zugluft schützen.
Die Blätter des Feigenbaums werden gelb. Über den Töpfen kreist ein Schwarm kleiner Fliegen. Die Palme ist von Spinnmilben überzogen: So serbeln viele Zimmerpflanzen im Winter vor sich hin – obwohl sie im Sommer üppig gediehen sind. Im Winter braucht das Grünzeug besonders sorgfältige Pflege. Sonst überlebt manche Pflanze die kommenden Monate nicht.
Sparsam giessen: Zimmerpflanzen wachsen im Winter kaum und benötigen deshalb nur wenig Nährstoffe und Wasser. Werden sie trotzdem zu üppig begossen, machen die Wurzeln schlapp und sterben ab. Das erkennt man daran, dass die Blätter der Pflanze fahl und schlaff werden und sich zusammenrollen. In diesem Fall kann man folgenden Rettungsversuch unternehmen: Pflanze aus dem Topf heben und den Ballen trocknen lassen. Erst danach wieder einsetzen.
Für die meisten Pflanzen gilt: Besser seltener, dafür intensiv giessen – am besten mit lauwarmem Wasser, nie mit eiskaltem Leitungswasser. Ob eine Pflanze Wasser braucht, erkennt man mit der Fingerprobe: Zeigefinger einige Zentimeter in den Topf stecken, erst dann giessen, wenn keine Erde daran haftet. In der Regel brauchen Zimmerpflanzen von Oktober bis Februar keinen Dünger.
Ans Fenster: Am meisten leiden Zimmerpflanzen im Winter unter Lichtmangel. Ein typisches Zeichen dafür sind lange, hellgrüne Triebe, die stark in Richtung Licht wachsen. Auch gelbe oder abgefallene Blätter sind ein Hinweis für einen zu dunklen Standort. Damit versucht die Pflanze, Reserven zu sparen. Doch fatalerweise deuten manche weniger erfahrene Zimmerpflanzengärtner die gelben Blätter als Wassermangel. Sie giessen kräftig, erreichen damit aber nur, dass es der Pflanze noch schlechter geht, weil die Wurzeln unter zu viel Nässe leiden.
Wichtig ist: Die Vorhänge tagsüber weit öffnen und die Pflanzen möglichst nahe zum Fenster stellen. Denn mit zunehmendem Fensterabstand nimmt die Helligkeit im Raum rapide ab. Idealerweise platziert man die Pflanzen im Winter an einem Südfenster. Reichen diese Massnahmen nicht, kann eine Pflanzenlampe für mehr Licht sorgen. Damit lässt sich der Tag für die Pflanze auf neun bis zwölf Stunden verlängern.
Übrigens: Der Klassiker unter den Zimmerpflanzen, die Birkenfeige (Ficus benjamina), lässt im Winter regelmässig einen Teil ihrer Blätter fallen. Nur bessere Lichtverhältnisse können den Blattfall stoppen. Sobald die Tage wieder länger werden, bildet sie neue Blätter.
Weg von Heizung und Zugluft: Ein heller Fensterplatz ist im Winter für Zimmerpflanzen das Beste. Dies birgt aber auch Gefahren. Man darf den Pflanzen keinesfalls «einheizen». Ein Fensterbrett direkt über einem heissen Heizkörper ist als Standort ungeeignet.
Aber auch kalte Zugluft tut sensiblen Pflänzchen nicht gut. Beim Lüften bei eisigen Temperaturen können sie sich wie andere Lebewesen erkälten. Sie werden dann gelb oder welken. Man sollte deshalb die Pflanzen vom Fenster wegstellen, bevor man es öffnet.
Invasion der Trauermücken: Wenn kleine Fliegen in Schwärmen über der Pflanzenerde kreisen, deutet das auf zu viel Wasser hin. Die sogenannten Trauermücken legen ihre Eier nämlich dort ab, wo es besonders feucht ist. Das lässt sich durch sparsameres Giessen verhindern. Auch Kies schafft Abhilfe: Man deckt die Erde in den Töpfen mit einer Schicht kleiner Steinchen ab, dann können die Mücken keine Eier ablegen.
Zugesponnen: Nehmen Sie Ihre Zimmerpflanzen im Winter regelmässig unter die Lupe – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Besonders gut kontrollieren sollte man die Blattunterseiten. Entdeckt man dort winzige helle Punkte, ist die Pflanze von Spinnmilben befallen. Diese profitieren von trockener Heizungsluft und zählen zu den häufigsten Schädlingen bei Zimmerpflanzen.
Die Milben lassen die Blätter vergilben, vertrocknen und abfallen. Mit der Zeit überziehen sie mit ihrem Gespinst die ganze Pflanze. In diesem Fall bleibt meistens nur das Entsorgen. Sind nur einzelne Teile befallen, schneidet man diese bei grösseren Pflanzen am besten ab. Kleine Pflanzen stellt man samt Untersetzer in einen durchsichtigen Plastikbeutel, der oben offen bleibt. Dadurch entsteht ein Kleinklima mit höherer Luftfeuchtigkeit, das die Pflanzen einige Tage ertragen können, die Spinnmilben jedoch tötet.
Auch ein Duschbad hilft: Den Topf und die Erde sollte man vorher mit einem Plastiksack wasserdicht einpacken. Dann duscht man vor allem die Unterseite der Blätter mit lauwarmem Wasser ab; dadurch wird ein Grossteil der Spinnmilben weggeschwemmt.
Es gibt auch natürliche Pflanzenschutzmittel auf Ölbasis, die gegen die Milben wirken. Vorbeugen kann man Spinnmilben, indem man im Winter die Blätter regelmässig mit lauwarmem Wasser besprüht.
Blattläuse sind bei Zimmerpflanzen in der Regel nur ein Problem, wenn man Pflanzen im Herbst vom Garten ins Zimmer übersiedelt. In der warmen Wohnung vermehren sie sich kräftig. Gegen Läuse hilft Abwaschen mit Schmierseifenwasser am besten.
Schimmel: Eine Schimmelschicht auf der Topferde ist ein typisches Zeichen für zu viel Wasser und zu viel Kalk im Giesswasser. Am besten nimmt man zum Giessen abgestandenes Wasser.
INTERNET-ADRESSEN
Weitere Tipps zu Zimmerpflanzen findet man im Internet:
24. November 2008 | ESTHER DIENER-MORSCHER
