Artikel | Haus & Garten 04/2008
Gute Bodenhaftung für Gehölze
Die kühle Jahreszeit ist ideal, um Gehölze und Sträucher zu pflanzen. Die feuchte Witterung im Winter begünstigt zudem eine gute Wurzelbildung.
WeiterGehölze geben dem Garten Struktur, schaffen Räume und bilden auch im Winter attraktive Blickpunkte. Die Palette der verwendbaren Gehölze im Garten reicht von grossen Laub- und Nadelbäumen über sommer- und immergrüne Sträucher bis hin zu Zwerggehölzen für Balkonkisten und Töpfe.
«Beim Entscheid sollte man sich nicht nur nach dem eigenen Geschmack richten, sondern die Umstände am gewählten Standort beachten», rät Andreas Schedler, Gärtnermeister in der Baumschule Hauenstein in Rafz ZH. Das gilt es zu beachten:
Schwach-, mittel- und starkwachsende Arten
Gehölze werden in den verschiedensten Grössen angeboten. «Man sollte sich vor dem Kauf erkundigen, wie gross der ausgewachsene Baum oder Strauch ist», so Schedler. Wichtig: Die Pflanze muss am vorgesehenen Standort genügend Platz haben, um sich über die Jahre entwickeln zu können.
Immergrüne Gehölze
Thuja, Buchs und Kirschlorbeer eignen sich sehr gut als ganzjährig blickdichte Heckenpflanzen. Sie lassen sich problemlos in Form schneiden. «Werden immergrüne Bäume wie etwa Fichten jedoch zu nah ans Haus gepflanzt, nehmen sie mit zunehmender Grösse viel Licht weg», sagt Schedler.
Laubabwerfende Gehölze:
Sommergrüne Sträucher wie Felsenbirne, Pfaffenhütchen und Hartriegel erfreuen nicht nur mit einer schönen Blüte, sondern auch mit einer wundervollen Herbstfärbung und leuchtenden Beeren. «Diese Gehölze sind rund ums Jahr ein Schmuck im Garten», sagt Schedler. Einziger kleiner Makel: Im Herbst kann – je nach Grösse der Sträucher – eine Menge Laub anfallen.
Obstbäume und Beerensträucher
Wer seine eigenen Äpfel, Aprikosen oder Johannisbeeren pflücken will, kann mit Niederstamm-Obstbäumen oder Beerensträuchern mehr ernten. Die Pflege dieser Gehölze ist jedoch aufwendiger.
Gehölze gibts im Handel meist als Container- oder Ballenware. Containerpflanzen, also Gehölze in Töpfen, kann man das ganze Jahr über setzen. Ballenware hingegen wird in der Baumschule ausgegraben, die Wurzeln werden dabei verletzt. Ist der Boden nicht gefroren, sollte Ballenware zwischen Oktober und April gepflanzt werden: «Im Winter ist der Boden nass, dadurch entsteht ein guter Erde-Wurzel-Kontakt», erklärt Schedler.
Container- und Ballen-Pflanzen: Die Pflanz-Tipps
Damit Gehölze die besten Wachstumsbedingungen haben, gibt Thierry Giegelmann, Baumpfleger der Stadtgärtnerei Basel-Stadt, folgende Tipps:
- Für die Pflanzung hebt man ein Loch aus, dessen Grösse sich nach dem Durchmesser des Wurzelballens richtet. «Das Pflanzloch sollte doppelt so gross sein wie der Wurzelballen», sagt Giegelmann.
- Containerpflanzen vor dem Pflanzen gut giessen, den Wurzelballen nach dem Entfernen des Topfs mit einem Messer an mehreren Stellen zirka 1 cm tief einschneiden.
- Ballenpflanzen: Ins Pflanzloch stellen, Jutetuch und Drahtgeflecht sorgfältig lösen, aber nicht entfernen! Bei der Pflanzung darf der Wurzelballen nicht beschädigt werden.
- Die Pflanze so in der Grube platzieren, dass sie anfänglich etwas höher steht als der gewachsene Boden. «Die Erde senkt sich noch, und das Gehölz mit ihr», sagt Giegelmann.
- Die ausgehobene Gartenerde mit etwas Kompost mischen. Humus rund um den Ballen einfüllen, gut festdrücken.
- Um Hohlräume zwischen eingefüllter Erde und Wurzeln zu verhindern, wird das Erdreich gut eingeschwemmt. Damit das Wasser nicht an der Oberfläche abfliesst, erstellt man eine Giessmulde.
- Das Gehölz muss ein bis zwei Jahre nach der Pflanzung – vor allem bei trockener Witterung – regelmässig gegossen werden.
Bäume brauchen eine Stütze, sofern sie an einer ungeschützten Stelle stehen: Einen Pfahl schräg einschlagen, sodass er die Wurzeln nicht verletzt, dann mit Kokosschnur, Gummiband oder Jute am Stamm befestigen. Vorsicht: Regelmässig überprüfen, dass Jute bzw. Schnur nicht einwachsen – sonst entsteht eine unansehnliche Wunde.
Rückschnitt: So mögen es Obstbäume und Sträucher
Mit Ausnahme von Obstbäumen und Formhecken müssen Gehölze nicht geschnitten werden. Falls trotzdem notwendig, sollten sie fachgerecht zurechtgestutzt werden.
- Heckenpflanzen: Hecken regelmässig schneiden, damit sie verzweigen und dicht wachsen. Zweimal im Jahr – im Juni und im September – werden Berberitze, Liguster und Thuja geschnitten.
- Immergrüne Heckenpflanzen wie Eibe und Stechpalme wachsen langsamer, hier reicht ein Schnitt Ende Februar oder im Spätsommer. Vorsicht: Brütende Vögel können beim Heckenschnitt empfindlich gestört werden.
- Obstbäume: Damit die Ernte ertragreich ausfällt, muss man Obstbäume ab Ende Januar stutzen. Der Schnitt von Obstbäumen ist anspruchsvoll. Fehlt das Fachwissen, sollte man einen Kurs besuchen oder den Rückschnitt besser einer Fachfrau oder einem Fachmann überlassen.
- Frühlingsblühende Gehölze: Sträucher, die im Frühling blühen wie etwa Forsythie, Ranunkelstrauch und Weigelie, können im Sommer nach der Blüte ausgelichtet und verjüngt werden, damit sie blühfreudig bleiben. Dazu werden Äste, die älter als drei bis vier Jahre sind, direkt über dem Boden abgeschnitten.
- Sommerblühende Sträucher: Damit die Blütenpracht von starkwüchsigen Sommerblühern gefördert wird, schneidet man sie im Spätwinter auf ein bis zwei Knospenpaare zurück. Diese Schnittmethode gilt für Sommerflieder, Rispen- und Strauchhortensien, Spierstrauch und Fingerstrauch.
- Schneiden verboten: Einige Gehölze reagieren auf Rückschnitte ins ältere Holz sehr empfindlich. Dazu gehören Zaubernuss, Felsenbirne, Goldregen und Magnolien. Sie alle treiben nach einem starken Schnitt nur zögerlich aus. Zudem zerstört man mit einem Rückschnitt den schönen, natürlichen Wuchs der Pflanzen.
Weitere Infos:
Bücher:
- Robert Markley: «Ziergehölze: Pflanzen, pflegen, schneiden», BLV Buchverlag 2007, Fr. 31.–
- Botanica:«Bäume und Sträucher, 2000 Pflanzenporträts», Ullmann Verlag 2008, Fr. 23.90
- Helmut Pirc: «Alles über Gehölzschnitt, Ziergehölze, Obst und Formschnitt», Eugen Ulmer Verlag 2008, Fr. 50.90
Internet
24. November 2008 | Helen Weiss
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Gute Bodenhaftung für Gehölze
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