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Hilfe vom Fachmann für Hobby-Gärtnerinnen und -Gärtner: Kurt Meister von der Gartenbauschule Oeschberg in Koppigen BE beantwortet Fragen aus der Leserschaft.
Warum blühte der Oleander nicht?
Seit gut einem Jahr haben wir einen Oleander, etwa 1,80 m hoch. Er hatte einige weisse Blüten, dieses Jahr gar keine. Woran leidet unser Gewächs?
MADELEINE TANNER, DIETLIKON ZH
Kurt Meister: Damit Oleander schön blühen, beachten Sie folgende Punkte:
Oleander brauchen einen sonnigen und warmen Standort: Je wärmer und sonniger, desto mehr Blüten.
Die Pflanzen lieben kalkhaltige Böden. Deshalb giesst man sie nicht mit Regen-, sondern mit Leitungswasser. In den Sommermonaten täglich giessen – Oleander brauchen viel Wasser. Alle 1 bis 2 Wochen mit einem Blütendünger düngen. Wenn der Oleander im Frühling vom Winterquartier ins Freie wechselt, empfiehlt sich ein Vorratsdünger.
Bei 5 bis 10 Grad überwintern. Je dunkler der Raum, desto kühler sollte er sein. In dieser Zeit reifen die Blütenknospen. Im Winterquartier nur mässig giessen.
Wie bekämpfen wir Engerlinge?
Wir haben jeweils sehr viele Engerlinge im Garten, vor allem dort, wo Rosen und Gemüse wachsen. Die Rosen haben sehr gelitten. Wie schaffen wir Abhilfe im kommenden Jahr?
HANSRUEDI GERBER, BERG TG
Meister: Mai- und Junikäfer verursachen die grössten Schäden an Pflanzen. Von April bis Mai schädigt der Maikäfer vorwiegend Laubbäume mit Blattfrass. Die Engerlinge des Maikäfers fressen vor allem Wurzeln, Knollen und Rhizome. Nach der Eiablage im Mai dauert die Entwicklung bis zum Vollinsekt über drei Jahre. Während dieser Zeit ernährt sich der Engerling von lebenden Pflanzenteilen. Und das hinterlässt die Schäden.
Der Junikäfer tummelt sich vorwiegend im Rasen. Seine Larven fressen die Wurzeln der Gräser – ganze Rasenflächen können dadurch braun werden.
Den Rosenkäfer erkennt man an seiner grünen Farbe. Er frisst sich in die Blüten der Rosen und ist dann ein Schädling. Rosenkäfer sind aber auch Nützlinge, weil sie Larven, Raupen und andere Käfer vertilgen. Der Engerling des Rosenkäfers ist ebenfalls nützlich: Er ernährt sich nicht von lebenden, sondern von bereits abgestorbenen Pflanzenteilen und lebt deshalb vorwiegend im Kompost. Dort sollte man ihn nicht abtöten, weil er zur Verrottung des organischen Materials beiträgt.
Diese drei Engerlinge werden immer wieder verwechselt. Deshalb hier die besonderen Merkmale:
Alle drei Engerlingarten werden 25 bis 35 mm lang. Alle beschriebenen Käferarten und deren Larven kann man mit dem Mittel «Marshal» bekämpfen. Erhältlich ist es im Fachgeschäft, in Gartencentern und in landwirtschaftlichen Genossenschaften.
Kann ich den Olivenbaum jetzt noch umtopfen?
Unser Olivenbaum, 4-jährig und etwa 2,5 m hoch, steht in einem grossen Plastiktopf voll an der Sonne. Dieses Jahr machte er kaum neue Blätter oder Äste, verlor aber viele gelbe Blätter und trug nur wenig Oliven. Im Jahr 2007 war er noch dicht belaubt und hatte viele Früchte. Ich werde den Baum umpflanzen, weil die Erde sehr verdichtet ist. Trotz Ihrer Oliven-Tipps in Ausgabe 3/08 habe ich noch einige Fragen: Darf ich jetzt noch umtopfen? Kann ich die Wurzeln kürzen und den Baum düngen?
ANITA BECKER, UETTLIGEN BE
Meister: Die beste Zeit zum Umtopfen ist im frühen Frühling, zwei bis drei Wochen bevor man die Pflanzen ins Freie stellt (gilt für alle Kübelpflanzen). Man kann aber auch im Herbst umtopfen: Während des Überwinterns hat die Olive Zeit, neue Wurzeln zu machen.
Verwenden Sie keine schwarzen Kunstofftöpfe – bei sonnigem Wetter werden sie sehr heiss. Das bewirkt, dass die Pflanze auf der besonnten Seite keine Wurzeln macht. Dies wiederum schränkt die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen sowie die Wuchsleistung ein.
Die Topfgrösse sollten Sie so wählen, dass rund um den alten Ballen einige Zentimeter Platz bleiben. Im Topfboden muss ein Loch sein, damit das Wasser gut ablaufen kann.
Bevor man die Pflanze in den neuen Topf stellt, füllt man diesen mit 2 bis 3 cm neuen Substrats, stellt den Ballen darauf und füllt ringsum mit neuem Substrat bis auf 2 bis 3 cm unter den Topfrand, so lässt es sich später leichter giessen. Zum Schluss die Erde leicht andrücken.
Die Olive braucht wenig Wasser: Deshalb das Substrat mässig feucht halten. Staunässe vermeiden! Keinen Untersatz verwenden. Olivenbäume sind Schwachzehrer mit geringem Nährstoffbedarf: Deshalb nur mässig düngen.
Die Wurzeln müssen Sie im Normalfall nicht kürzen. Ist das Wurzelwerk jedoch sehr dicht, weil zu spät umgetopft wird, machen Sie ringsum drei bis vier Längsschnitte. Jeder sollte 2 bis 3 cm tief sein, schneiden Sie diese Stellen heraus. Das fördert die neue Wurzelbildung.
Warum hielt mein Rittersporn nur ein Jahr?
An meinem Rittersporn hatte ich nur ein Jahr lang viel Freude. Dieses Jahr war er einfach verschwunden. Was ist der Grund dafür?
MARIANNE WICK, BERN
Meister: Es gibt ein- und mehrjährige Rittersporne. Achten Sie darauf, dass Sie das nächste Mal Mehrjährige pflanzen. Man schneidet sie im Frühjahr bodeneben zurück und düngt mit Voll- oder Blumendünger oder mit Kompost. Den jungen Austrieb unbedingt vor Schneckenfrass schützen.
Ist die Pflanze gut mit Nährstoffen und Wasser versorgt, wird sie auch selten von Mehltau befallen. Nach dem ersten Flor schneidet man den Rittersporn auf 20 cm zurück und düngt erneut. Das fördert die Entwicklung der Pflanze und bringt sie im Herbst noch einmal zum Blühen.
Wieso reiften die Trauben nicht aus?
Unsere 20-jährige Tessinertraube trägt jedes Jahr rund 50 Kilo Früchte. Der Rebstock steht auf der Sonnenseite des Hauses und ist über zwei Stockwerke hoch. Ich schneide die Rebe im Frühling auf ca. drei Augen zurück und breche im Laufe des Sommers die Geiztriebe aus.
Dieses Jahr war der Ertrag grösser denn je. Wir hatten jedoch ein Problem, das früher erst viel später im Jahr auftrat: Viele Beeren trockneten aus, bevor sie reif waren. Vor einiger Zeit habe ich die beschattenden Blätter ausgebrochen (wie Sie es im H & G 4/07 beschrieben hatten). Wir haben die Rebe oft und reichlich gegossen. Was kann ich tun, damit die Beeren nächsten Herbst ausreifen, ohne vorzeitig auszutrocknen?
DANIEL WANZENRIED, UTTIGEN BE
Meister: Dass Beeren am Stock austrocknen, kam in den letzten Jahren vermehrt vor. Es ist eine physiologische, noch nicht ganz erforschte Störung: Sonnenbrand an der Weintraube. Er verstärkt sich, wenn einer feuchten, eher kühlen Klimaphase brennende Sonne folgt. Durch die Nässeperiode sind die Beeren gut mit Wasser gesättigt. In der Wärmeperiode gibt die Beere dann viel Wasser ab und trocknet ein.
Letztes Jahr folgte im süddeutschen Raum und in Österreich dem kalten Juni ein warmer Juli mit über 35 Grad. In den Weingebieten gab es bei der Ernte teils zwischen 10 und 30 Prozent Ausfälle. Im heissen Sommer 2003 hielt sich der Sonnenbrand in Grenzen, weil die ganze Vegetationsphase sonnig war – die Weintraube konnte sich daran gewöhnen.
Tipp: Achten Sie darauf, dass das Verhältnis zwischen Blattflächen und Beeren stimmt. Vielleicht haben Sie zu viel Laub weggenommen oder es hängen zu viele Trauben am Stock.
Sie Fragen, wir Antworten
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24. November 2008
