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Bei Arthritis hilft Fischöl, bei Arthrose Capsaicin-Gel. Zu diesem Schluss kommt eine englische Studie. Rheuma-Experten betonen jedoch, dass der positive Effekt nicht überschätzt werden sollte.
Vierzig Pillen und Pülverchen der Alternativmedizin nahmen die Wissenschaftler unter die Lupe: Sie untersuchten, wie stark die Mittel bei Arthritis und Arthrose die Schmerzen verringern und die Beweglichkeit verbessern. Den Mitteln verteilten sie je nach Wirksamkeit bis zu fünf Punkte.
Bei schmerzhaften Gelenkentzündungen (Arthritis) hilft am besten Fischöl. Es verringert Gelenkschmerzen und Gelenksteife. Das Öl erhielt die maximale Punktzahl. Mit drei Punkten weniger wirksam waren Borretschöl und Nachtkerzenöl. Die Mehrzahl der Arthritis-Präparate aus der Komplementärmedizin sind jedoch laut Studie nahezu oder gar völlig wirkungslos. Dazu gehörten homöopathische Medikamente, Grünlippmuschelextrakt, Selen, Fieberklee, Leinsamenöl, Kollagen, die Kräutermischungen Eazmov und Reumalex sowie die Vitamine A, C und E.
Bei Arthrose schnitt Capsaicin- Gel aus Chilischoten am besten ab (fünf Punkte). Das Gel verringert die Schmerzen und fördert die Beweglichkeit. Auch SAMe, ein Nahrungsergänzungsmittel mit Aminosäure hilft – genauso wie die Phytodolor-Tinktur. Wie wirksam Glucosamin ist, hängt von der Zusammensetzung ab: Glucosamin-Sulfat erhielt drei von fünf Punkten, das Glucosamin-Hydrochlorid nur einen.
Den Arzt Beat Michel, Direktor der Rheumaklinik des Unispitals Zürich, erstaunen die Resultate nicht: Der positive Effekt von Fischöl sei bekannt – allerdings beurteilt er ihn als gering. Bei Arthrose sei Capsaicin-Gel theoretisch wirksam, in der Praxis aber schwierig einsetzbar. Grund: «Am Anfang verursacht das Gel Schmerzen. Zudem muss man es mehrmals täglich einreiben – das ist häufig nicht möglich.
Die vollständigen Studienresultate finden Sie unter www.gesundheitstipp.ch.
18. März 2009 | Gabriela Braun, Redaktion Gesundheitstipp