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Artikel | K-Tipp 08/2009

Teures Geld für Wett-Tipps

Die Euro-Lotto Tipp AG verspricht hohe Gewinnchancen. In erster Linie verdient aber die Firma selbst.

Seit Jahren hofft Oliver Hauser aus Wädenswil ZH auf den grossen Lotto-Gewinn. Geklappt hat es bislang nicht. So stieg er aufs Angebot der Firma Euro- Lotto Tipp AG in Baar ZG ein. Das Unternehmen verspricht in der Werbung «Wir machen Gewinner» und verkauft Systemwetten: Ein Lottospieler beteiligt sich im Rahmen einer Tippgemeinschaft an Euro Millions, dem Gewinnspiel der Swisslos. Damit steigen die Chancen. Ein allfälliger Gewinn muss aber mit den Mittippern geteilt werden.

«Mit Tippgemeinschaften fährt man nicht besser», sagt der Mathematiker Lutz Dümbgen von der Uni Bern. Wahrscheinlichkeitsrechnungen sind sein Spezialgebiet: Wer allein spielt, muss im Schnitt 1'400’000 Jahre warten, bis es gelingt, den Jackpot zu knacken. In einer Spielgemeinschaft von 100 Leuten dauert es «nur» 14’000 Jahre, rechnet Dümbgen vor. Rechtlich ist nichts gegen Tippgemeinschaften einzuwenden. Für die Aufsichtsbehörde der Lotterie- und Wettkommission Comlot sind die Konditionen von Euro-Lotto allerdings bedenklich. Grund: Das günstigste Angebot kostet Fr. 19.80. Dafür erhält der Kunde zwei Tipps zu Fr. 3.20 – einen für sich persönlich, einen für den Gemeinschaftspool. Euro-Lotto Tipp verlangt somit Fr. 13.– für ihren Service – zwei Drittel des einbezahlten Geldes! Die Firma rechtfertigt den Betrag unter anderem mit den hohen Kosten für Softwarelizenzen und Computerkosten.

Schon vor fünf Monaten wollte Kassensturz vor dieser Firma warnen. Doch das Innerschweizer Unternehmen versuchte die Ausstrahlung auf rechtlichem Weg zu verhindern: mit Einsprachen in Zug, beim Bezirksgericht in Schwyz und beim Kantonsgericht Schwyz. Doch Euro-Lotto Tipp blitzte vor allen Instanzen ab.

19. April 2009 | Adrian Zehnder, Susanne Rufer


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