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Schlafstörungen mindern die Lebensqualität. Die Dokumentation «Kraftquelle Schlaf» aus der Reihe «NZZ Format» geht Fragen rund um Probleme mit dem Schlaf nach.
Tipps für einen besseren Schlaf
Das Schlafbedürfnis liegt in den Genen: Je nach Mensch variiert die optimale Schlafdauer zwischen 5 und 10 Stunden. Egal, ob als Kurz- oder als Langschläfer – wer in den nächtlichen Ruhepausen nicht ungestört schläft, kann gesundheitliche Schäden erleiden. Dies zeigt die Dokumentationsreihe «NZZ Format» in ihrer DVD «Kraftquelle Schlaf».
Experte: «Nachtarbeit hat ihren Preis»
Neben der Schlafdauer ist laut dem Film entscheidend, dass er in der Nacht stattfindet. Gefährdet sind daher Schicht- oder Nachtarbeiter. 80 Prozent von ihnen leiden an Schlafstörungen. «Der Mensch hält zwar viel aus, aber Nachtarbeit hat ihren Preis», sagt Schlafforscher Torbjörn Akerstedt von der Uni Stockholm. Dieser Preis kann hoch sein: Depressionen, Herzerkrankungen, Diabetes, Unfruchtbarkeit oder Krebs können die Folge sein.
Zentral in der Schlafforschung ist die Frage, was sich gegen Schlafstörungen unternehmen lässt. Dazu gibt der Film Einblicke in die aktuelle Forschung. So verneinen die interviewten Experten, dass Stress automatisch zu schlechtem Schlaf führt.
Ungelöste Probleme beeinträchtigen Schlaf
Im Gegenteil: Wer viel zu tun hat und sein Gehirn tagsüber besonders stark beschäftigt, braucht umso mehr Schlaf. Negativ wirkt sich nur aus, wenn am nächsten Tag ungelöste Probleme anstehen. Der Film gibt Tipps, was zu tun ist, wenn man nachts wach liegt. Ausserdem zeigt er die Vorteile von Entspannungsübungen auf und erklärt, was gegen starkes Schnarchen helfen kann.
Der «NZZ Format»-Film geht das Thema gewohnt seriös an. Dennoch hätte es der Doku gut getan, etwas weniger Aspekte zu beleuchten, diese dafür ausführlicher anzugehen. Immerhin entschädigen dafür die Interviews mit Schlafexperten als Bonusmaterial auf der DVD.
«NZZ Format: Kraftquelle Schlaf.» Schweiz 2008. 36 min., plus 36 Minunten Interviews. Anbieter: Evolution Entertainment, 2008.
CD-Tipps
Pop/Rock: Tiefschürfende Melancholiker
«Es ist ein trauriges Album», urteilt Robin Proper-Sheppard über das neuste Werk seines Bandprojekts Sophia. Auf «There are no Goodbyes» durchleuchtet der nach England übersiedelte US-Amerikaner Facetten einer zerbrochenen Beziehung. Seinen Trennungsschmerz packt Proper-Sheppard in wunderschöne, ruhige Pop-Songs.
Trotz aller Melancholie verströmt die Musik auch eine Prise Lebensmut und Hoffnung. Krachende Klampfen finden sich keine in den zehn Kompositionen, dafür viele akustische Gitarren, ein Streichorchester, Klarinetten-Klänge und subtil eingesetzte Elektronik-Tupfer. Fazit: tiefschürfende Balladen zum Nachdenken und Tagträumen.
Sophia, «There are no Goodbyes», Flower Shop/Irascible
Klassik: Mendelssohn vierhändig
Die Feierlichkeiten zu Felix Mendelssohns 200. Geburtstag im Februar dieses Jahres waren bescheiden – zumindest im Vergleich zu den üppigen Jubiläumsgedenken an Händel und Haydn. Dennoch sorgte die Plattenindustrie für einige bemerkenswerte Neuerscheinungen. So etwa die Einspielung von Mendelssohns berühmtem Oktett sowie seiner ersten Sinfonie in der Bearbeitung des Komponisten für Klavier mit vier Händen und zwei Streichinstrumenten. Das eingespielte Klavierduo Yaara Tal und Andreas Groethuysen gestaltete diese selten gehörten Bearbeitungen souverän: mit hintergründigem Witz und grosser Virtuosität.
Tal & Groethuysen, Mendelssohn for 4 Hands. Oktett op. 20 & Symphony No. 1, Sony Music.
Jazz: Freundlicher Globetrotter
Der britische Saxofonist Andy Sheppard ist ein freundlicher Globetrotter: In seinem stimmungsvoll-melodiösen Ethno-Jazz neigt er nicht zur Konfrontation, sondern zu versöhnlichen Gesten. Für sein neustes Album hat der langjährige Weggefährte der Bigband-Interpretin Carla Bley eine britisch-norwegische Band zusammengestellt, die klangmalerisch-sphärische Abgehobenheit mit pulsierender Rhythmik verbindet. Die Gitarristen John Parricelli und Eivind Aarset schaffen eine traumhafte Sound-Symbiose. Und der Kontrabassist Arild Andersen sowie der Bhangra-Pionier Kuljit Bhamra (Tabla, Perkussion) gestalten geschmeidige Grooves dazu.
Andy Sheppard, «Movements in Colour», ECM
26. April 2009 | Marc Mair-Noack, thl, trü, tom
