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Katalogangebote kosten im Internet gleich viel wie in Reisebüros. Das zeigt eine saldo-Stichprobe. Online-Kunden gehen leer aus, obwohl sie die Buchungsarbeit selbst erledigen.
Wer im Internet seine Badeferien aus dem Katalog bucht, hofft auf einen günstigeren Preis. Dieser Anspruch ist berechtigt, denn die Selbstbucher reduzieren die Kosten der Reiseveranstalter erheblich: Der Aufwand für telefonische Kundenberatungen entfällt. Und bei Buchungen müssten die Reiseveranstalter den Reisebüros für jedes Arrangement eine Kommission von 5 bis 14 Prozent zahlen.
Kein Wunder, buhlen Tui Schweiz, Kuoni und Hotelplan mit aufwendigen Internetplattformen um die Gunst der Selbstbucher. Rabatte gibts aber nicht, wie eine saldo-Stichprobe zeigt. Die Buchungsmaschinen offerieren meist die gleichen Arrangements zum gleichen Preis wie die Reisebüros von Tui, Kuoni oder Hotelplan. Teilweise schlägt das Personal im Reisebüro gar eine günstigere Alternative vor.
Online: Der zeitliche Aufwand zum Buchen ist gross
Wer ein Katalogangebot im Reisebüro bucht, kann sich zudem die Bedienung der mitunter mühsamen Online-Buchungsmaschinen ersparen. Der Kontakt mit den Reisebüros verläuft problemlos per Mail. Die meisten reagierten in der saldo-Stichprobe innerhalb weniger Stunden auf die Aufforderung, das gewünschte Angebot herauszusuchen. Alle Offerten waren gratis.
Die Kuoni-Buchungsmaschine schlägt Reisen zwar nach Preis sortiert vor, auf Anhieb lassen sich etliche aber gar nicht buchen. «Ihre Buchung kann momentan nicht in unser Reservationssystem übertragen werden», meldet das System und verweist auf eine Hotline. Die Tui-Buchungsmaschine wiederum verlangt ein zügiges Bedienen. Wer zu lange Beschreibungen liest, muss mit dem Buchungsvorgang von vorne beginnen, was nervt. Ärgerlich sind eingeschränkte Optionen: Ein Doppelzimmer mit direkter Meersicht im Mövenpick Resort El Sokhna in Ägypten war bei Hotelplan online nicht buchbar, sondern nur via Hotline.
Der Zeitaufwand, um eine einfache Pauschalreise online zu kaufen, ist also nicht zu unterschätzen. Deshalb lässt man die Buchungsarbeiten allenfalls besser direkt vom Reisebüro erledigen. Entweder per Telefon oder per Mail. Das zeigen die folgenden drei Beispiele.
Reisebürobuchung: Häufig wird zusätzliche Gebühr verlangt
Die Tui-Buchungsmaschine wie auch das Tui-Reisebüro Aeschengraben in Basel offerieren ein Arrangement im Viersternhotel Archipelagos auf Mykonos für zwei Personen im Doppelzimmer, Abflug 7. August ab Zürich, für 2426 Franken pro Woche. Gleich viel verlangte das unabhängige Reisebüro Mawi aus Frauenfeld, berechnete zusätzlich aber eine «Auftragspauschale» von 50 Franken.
Die Online-Buchungsmaschine von Hotelplan offerierte eine Woche im Viersternhotel Iberostar Dominicana in der Dominikanischen Republik für zwei Personen im Doppelzimmer, all inclusive und Flug ab Zürich für 5196 Franken. Das Angebot des Hotelplan-Reisebüros in Langenthal BE kostet gleich viel, exklusive Auftragspauschale. Eine Alternative und auch die günstigste Offerte lieferte die Hotelplan-Filiale Luzern mit dem Hotel IFA Villas Bavaro Beach Resort für 4550 Franken (inkl. Auftragspauschale von 60 Franken). Dieses Hotel hatte die Online-Buchungsmaschine von Hotelplan nicht angeboten.
Zwei Wochen für zwei Personen im thailändischen Phuket, Abflug ab Zürich am 6. August, in einem Doppelzimmer Superior des Dreieinhalbsternehotels Ban Thai Beach Resort kosten laut Angabe der Online-Buchungsmaschine von Kuoni 4998 Franken. Das Kuoni-Reisebüro in Zug offeriert dasselbe Angebot im gleichen Hotel für 4968 Franken. Hinzu kommt eine Auftragspauschale von 60 Franken.
Tui: Rabatte für Selbstbucher im Internet gibts vielleicht künftig
Fazit: Wer sich die Mühe nimmt und im Internet Katalogangebote bucht, spart gar nichts. Bucht er via Reisebüro, kommt häufig zum Katalogpreis eine zusätzliche Gebühr hinzu. Simon Marquard, Pressesprecher von Kuoni, begründet die Praxis damit, im Internet könnten die Arrangements einfach gebucht werden, der Aufwand sei klein. Und Roland Schmid von Tui Schweiz verweist auf die Kosten der Onlineplattform. Deshalb sei kein Rabatt möglich. Der Anteil Online-Kunden bei Tui liege zurzeit bei sechs Prozent. «Wächst dieser Anteil, könnte es dereinst Rabatte für Internetbucher geben», sagt Schmid.
Links für Selbstbucher
Günstige Pauschalangebote finden Selbstbucher auf Schnäppchen-Plattformen im Internet. Auf der Internetseite www.travel.ch lassen sich die Angebote von über zwanzig Schweizer Reisemarken mit einem Mausklick vergleichen. Wer sich von einem Hotel angesprochen fühlt, sollte zuerst lesen, was andere Reisende über das Hotel berichten.
Eine Hotelbewertungsplattform mit vielen aktuellen Bewertungen ist www.holidaycheck.ch. Einzelne Bewertungen sagen zwar wenig aus und können gefälscht sein, aber Durchschnittsbewertungen geben einen Eindruck von der Kundenzufriedenheit. Wer flexibel ist, kann ein kurzfristiges Angebot auf www.ltur.ch oder www.lastminute.ch finden. Noch günstiger verreisen nur Direktbucher, die alle Bausteine einzeln zusammenstellen.
23. Mai 2009 | Andreas Schildknecht, Redaktion K-Tipp/saldo
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