|
(0) |
Natürliches Licht statt Neonröhren: Tageslichtsysteme wie Spiegelschächte und Dachröhren bringen ohne allzu grossen Aufwand Sonne in fensterlose oder lichtarme Räume.
Düstere Keller, Dachgeschosse oder gefangene Räume, die oft nur als Abstell- oder Gerümpelkammer dienen. Sie haben eines gemeinsam: Sie wirken alles andere als einladend. Viele Hausbesitzer und Mieter wären jedoch froh um zusätzlichen Wohnraum. Vor allem dann, wenn zum Beispiel die Kinder erwachsen werden und ihr eigenes Zimmer haben möchten. Aber auch, wenn Hobby oder Büroarbeiten mehr Platz benötigen.
Zwar lassen sich solche Räume mit Glühbirnen oder Neonröhren erhellen. Doch Zimmer mit wenig oder ganz ohne Tageslicht wirken meist beklemmend. Kommt dazu: Künstliches Licht schränkt Leistungsfähigkeit und Konzentration ein. Abhilfe schafft der Einbau eines Tageslichtsystems. Meist sind dafür keine aufwendigen Umbauten erforderlich.
Spiegelschacht für den Keller: Eine spezialisierte Firma aus St. Gallen hat für lichtarme Kellerräume einen hochreflektierenden Spiegelschacht entwickelt. Er bringt bis zu 20-mal mehr Tageslicht in den Raum, als über normale Schächte dorthin gelangt. Voraussetzung für den Einbau ist ein bestehender Kellerschacht (von aussen zugänglich und vergittert). Die Methode ist einfach: Im Kellerlichtschacht installiert die Firma Heliobus ein Spiegelmodul, das allseitig Tageslicht ins Untergeschoss leitet. Der Kellerschacht wird dann mit Glasspiegeln ausgekleidet und mit einem Stahlrahmen mit Lüftungsschlitzen und Panzerglas abgedeckt. Diese Konstruktion dient auch als Einbruchschutz.
«Zusammen mit dem Blickkontakt zur Aussenwelt entsteht im Untergeschoss eine völlig neue Wohnatmosphäre», sagt Mario Brunn von Heliobus. Die Anschaffungskosten betragen je nach Ausführung und Modell zwischen 2000 und 5000 Franken. Für die Kundschaft ist der Einbau nicht mit grossem Aufwand verbunden: «Nachdem der Kellerschacht ausgemessen ist, ist der Spiegelschacht in der Regel in zwei Stunden installiert», sagt Brunn.
Röhre für fensterlose Räume
Um gefangene Räume wie Bäder, Korridore und begehbare Kleiderschränke mit Tageslicht zu durchfluten, eignet sich ein sogenannter Sun-Tunnel: Durch ein Sicherheitsglas auf dem Dach scheint das Tageslicht in eine Röhre, die das Licht nach unten zu einem Diffuser leitet. Diese aus Acryl-Isolierglas bestehende Streuscheibe verteilt dann das Licht gleichmässig im darunterliegenden Raum.
Allerdings sind kleine bauliche Massnahmen notwenig: Der äussere Teil des Sun-Tunnels wird ähnlich wie ein Dachfenster im Dach installiert. Zudem muss ein Loch in die Decke des zu beleuchtenden Raumes gemacht werden. Und das sind die Kosten für den Sun-Tunnel der Firma Velux aus Trimbach SO: Das Material für den Sun-Tunnel (Standardprodukt, Durchmesser 35 cm) schlägt mit 400 bis 700 Franken zu Buche. Dazu kommen die Kosten für den Dach- bzw. Deckenausschnitt. Arbeitsaufwand: zwei bis drei Stunden. Laut Peter Arber von Velux entspricht die Lichtintensität im Raum mindestens einer Beleuchtung mit Leuchtstoffröhren.
Erhellende Ideen für dunkle Räume
Weitere Informationen
26. Mai 2009 | Susanne Rufer, Redaktion K-Tipp
