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Erbrechen, Durchfall, Übelkeit: Bakterien und Viren können die Ferien vermiesen. Der Gesundheitstipp sagt, worauf Sie achten müssen.
Sabine Sauter aus Andelfingen ZH hatte sich so sehr auf die Reise in die USA gefreut. Mit der mehrtägigen Velotour im kalifornischen Yosemite National Park wollte sich die Naturfreundin einen Traum erfüllen. Doch kaum war sie auf dem Velo, bekam sie Bauchkrämpfe und ihr wurde übel: «Es war, als würde mir alle Kraft aus dem Körper gezogen», berichtet die 44-Jährige. «Bevor ich genau wusste, was los war, hatte ich hohes Fieber und starken Durchfall.» Ans Weiterfahren war nicht zu denken. «Wir mussten unser Zelt an Ort und Stelle aufschlagen. Ich fühlte mich elend und hatte nicht mal eine richtige Toilette zur Verfügung.» Die folgende Nacht hat die Kindergärtnerin in übler Erinnerung. «Es war schlimm. Ich konnte nur Wasser trinken und die Notfall-Medikamente gegen Durchfall schlucken.»
Erst zwei Tage später fühlte sich Sabine Sauter so weit gesund, dass sie die USA-Reise fortsetzen konnte. Doch die Velotour durch den Yosemite-Park ist bis heute ein unerfüllter Traum geblieben. Reisedurchfall gehört zu den verbreitetsten «Souvenirs». Vor allem südliche Länder und die Tropen bergen für Europäer hohe Risiken für einen Magen-Darm-Infekt. Boris Jamnicki, Arzt am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Zürich, warnt vor den ersten Reisetagen. Das Problematische bei diesen Infektionen, so Jamnicki: «Der Körper verliert dabei Flüssigkeit und Salz.» Es sei daher wichtig, genügend zu trinken, salzige Speisen oder eine Bouillon zu sich zu nehmen. «So kann der Körper den Salzverlust decken.»
Medikamente mit Loperamid verhindern Wasserverlust
Die Auswahl der Medikamente ist klein, die Wirkung zudem beschränkt. Am verbreitetsten sind Produkte mit dem Wirkstoff Loperamid. Jamnicki: «Er hemmt die Darmaktivität und verhindert so den Wasserverlust.» Die Erreger, meist Viren und Bakterien, könne Loperamid aber nicht abtöten. «Der typische Reisedurchfall klingt nach einigen Tagen von selber ab.»
Für Betagte und Patienten mit geschwächtem Immunsystem sind die Medikamente jedoch nicht geeignet. Kleinkinder dürfen sie nicht nehmen, denn der Wirkstoff kann zu Komplikationen führen. «Für Kinder gibt es vorgefertigte Trinklösungen wie Pädoral und Elotrans – sie enthalten Salz und Zucker», sagt Jamnicki. Der Pharmakritiker und Arzt Etzel Gysling aus Wil SG empfiehlt für Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen leicht gesüssten Tee, eventuell auch Fruchtsaft oder eine leichte Bouillon.
Betroffene müssen bei Durchfall nicht sofort zum Arzt. Gesundheitstipp-Arzt Thomas Walser: «Erwachsene sollten erst dann zum Doktor, wenn der Durchfall länger als eine Woche anhält oder wenn Fieber dazukommt.» Nur bei Babys und Kleinkindern sollte man nicht zögern. Walser: «Sie verlieren schnell zu viel Flüssigkeit.»
Gefährlich wird es für die Patienten, wenn sie blutigen Durchfall und hohes Fieber haben. Gysling: «Blut im Stuhl kann darauf hinweisen, dass Bakterien die Darmwand geschädigt haben und ins Blut gelangt sind. Das muss der Arzt abklären.» Dann seien Antibiotika nötig.
Studien belegen: Kohlepräparate sind nutzlos
Die meisten Fachleute raten von Mitteln ab, die die Darmflora aufbauen. Der Grund: Die Wirkung ist nicht nachgewiesen. Kohlepräparate empfehlen Mediziner wie Boris Jamnicki nicht: «Studien belegen zwar, dass diese Medikamente bei akutem Durchfall den Stuhl schwarz färben. Doch sie sind nutzlos.» Vor Durchfall in den Ferien können sich Reisende allerdings schützen. Am wichtigsten ist richtiges Verhalten. Verboten sind:
Zusammengefasst heisst das für den Umgang mit Nahrungsmitteln im Ausland: «Koche es, schäle es – oder meide es.»
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29. Juni 2009 | Regula Schneider
