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Artikel | Haus & Garten 03/2009

Goldsucher und Diamantenjäger

Im Brettspiel «Valdora» dreht sich alles um das Sammeln von Goldklumpen und Edelsteinen. Wer sie nicht klug investiert, steht am Schluss mit leeren Händen da.


Mit «Valdora» erwartet den Spieler auf den ersten Blick ein klassisches Sammelspiel: Wer möglichst viele Reichtümer hortet, punktet am meisten und gewinnt. Doch schon nach wenigen Spielzügen merkt man, dass das Spiel komplexer ist.

Die Landschaft von Valdora ist in verschiedene Bereiche eingeteilt, auf denen sich die Spieler auf Wegen frei bewegen können: Wälder, Städte, Häfen, Hütten und Minen. Die farbigen Edelsteine und Goldklumpen liegen verteilt auf den Wegen. Rar werden sie nie, denn falls der Vorrat einmal ausgeht, findet man in den Häfen Nachschub. Doch um die Edelsteine abzubauen, braucht man passende Werkzeugkarten. Für jede Steinfarbe gibt es eine gesonderte Karte. Praktisch sind die Karren- und Eselskarten: Mit ihnen kann man Steine jeder Farbe beziehen.

Mit den Werkzeugkarten ist man ausgerüstet, um die Aufgaben der Auftraggeber in Valdora zu erfüllen. Je nach Auftrag muss man einen oder mehrere Edelsteine in bestimmten Farben beschaffen und zur Hütte des Auftraggebers bringen. Zur Belohnung darf man einen Handwerkerburschen anwerben. Besitzt man genug Handwerker, kann man eine eigene Werkstatt eröffnen, für die es wiederum Siegpunkte gibt.

Dies tönt zugegebenermassen kompliziert. Und tatsächlich sollte man vor der ersten Runde genug Zeit für das Studium der detaillierten Spielregeln einplanen. Hat man einmal mit dem Spielen begonnen, gehen die Regeln jedoch schnell in Fleisch und Blut über. Heikler ist dagegen die Frage nach der besten Taktik: Wer von Beginn an viele verschiedene Steine sammelt, läuft Gefahr, sich zu verzetteln und am Ende mit wenig Punkten dazustehen. Und wer sich zunächst nur auf eine oder zwei Edelsteinfarben konzentriert, hat es später schwer bei anderen Farben. Denn die Zahl der Werkstätten ist begrenzt. Wichtig ist aufzupassen, was die Mitspieler tun, und die Taktik entsprechend anzupassen.

«Valdora» ist ein atmosphärisch schön gestaltetes Spiel mit einer angenehmen Mischung aus Taktik, Interaktion und Glück. Je mehr Spieler mitmachen, desto anspruchsvoller wird das Spiel: Bei fünf Spielern kommt man sich häufig in die Quere, wenn man Handwerkerplättchen einander wegschnappt. Zu dritt kann man sich einfacher aus dem Weg gehen.

«Valdora» von Michael Schacht, für 3 bis 5 Spieler ab 10 Jahren. Spieldauer: ab 60 Minuten. Verlag: Abacusspiele, ca. 58 Franken.


Spiel des Jahres

«Dominion» ist Spiel des Jahres 2009. Bei diesem neuartigen Kartenspiel dreht sich alles ums Sammeln von Ländereien. 500 Karten stecken in der Schachtel, bei jeder Partie kommen wieder andere zum Einsatz. «Ein wahrhaft innovatives, unverbrauchtes Spielsystem», lobt die Jury «Spiel des Jahres».

«Dominion» von Donald Vaccarino, für 2 bis 4 Spieler ab 9 Jahren. Spieldauer ca. 30 bis 60 Minuten, Preis ca. 55 Franken. Verlag: Hans im Glück. (Ausführliche Besprechung in «Haus und Garten» 2/09)


Kinderspiel des Jahres

Zum Kinderspiel des Jahres wählte die Jury «Das magische Labyrinth». Jede Spielfigur hat unterhalb des Spielfelds eine magnetische Kugel. Ein unterirdisches Labyrinth lässt die Figuren immer wieder wie gegen eine unsichtbare Wand laufen. Nur wer aufmerksam ist und ein gutes Gedächtnis hat, kommt ans Ziel.

«Das magische Labyrinth» von Dirk Baumann, für 2 bis 4 Spieler ab 6 Jahren. Spieldauer ca. 25 Minuten, Preis ca. 60 Franken. Verlag: Schmidt Spiele.


Sonderpreis Partyspiel

Dieses Jahr verlieh die Jury zwei Sonderpreise. Bei «Gift Trap» stellt jedes Kärtchen ein Geschenk dar – von der Gartenbank bis zum Massage-Gutschein. Nur wer Dinge schenkt, die der Beschenkte annimmt, bekommt Punkte. Fazit der Jury: «Es macht Spass, die Mitspieler zu beschenken und dabei etwas über ihre geheimen Träume zu erfahren.»

«Gift Trap» von Nick Kellet, für 4 bis 8 Spieler ab 8 Jahren. Spieldauer ca. 50 Minuten, Preis ca. 50 Franken. Verlag: Heidelberger Spielverlag.


Sonderpreis Neue Spielwelten

Bei «Space Alert» müssen die Spieler unter Zeitdruck gemeinsam Aufgaben lösen. Eine CD fungiert als sprechender Bordcomputer und kündigt die Gefahren an. Die Jury «Spiel des Jahres» ist des Lobes voll: «Eine Partie wirkt wie ein Adrenalinstoss. Ein begeisternd originelles Spielerlebnis ohne jedes Vorbild.»

«Space Alert» von Vlaada Chvatil, für 1 bis 5 Spieler ab 12 Jahren. Spieldauer ca. 30 Minuten, Preis ca. 65 Franken. Verlag: Czech Games.

15. August 2009 | Marc Mair-Noack, Redaktion saldo


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