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Das Beispiel Migros macht Schule: Nun bieten auch andere Anbieter Gillette die Stirn und senken die Preise für Rasierklingen.
Rasierklingen von Gillette werden millionenfach gekauft. Doch die überhöhten Preise verärgern viele Konsumenten seit Jahren, wie K-Tipp und «Saldo» mehrfach berichtet haben. Damit ist jetzt Schluss: Auf den 16. November senkte die Migros ihre Preise für elf Gillette-Produkte – sieben aus dem Herren- und vier aus dem Damenbereich. Die Reduktion beträgt bis zu 39 Prozent.
Der Grossverteiler wehrt sich damit gegen das Vorgehen des Herstellers Procter&Gamble. Dieser hatte auf Anfang August die Einkaufspreise für die Schweizer Detailhändler erhöht. Gleichzeitig empfahl er, die Verkaufspreise um bis zu 34,5 Prozent anzuheben (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Als Grund nannte der Hersteller die hohen Ausgaben für Werbung und Produktentwicklung. Unter anderem wirbt Tennis-Star Roger Federer für das Unternehmen.
Das liess sich die Migros nicht bieten: Sie setzte die Erhöhung nicht mehr um und ging noch einen Schritt weiter. «Die Preise haben die Grenze des Erträglichen erreicht. Mit unserer Preisoffensive wollen wir ein Exempel statuieren und der Marktdominanz von Gillette entgegentreten», so Alex Sieber, Leiter Food/Near Food bei der Migros. Den tieferen Ertrag von rund fünf Millionen Franken will der Grossverteiler selber tragen. Bereits einen Tag später senkten Coop, Denner und Manor ihre Preise auf Migros-Niveau: «Wir stimmen mit der Konkurrenz überein, dass die Preise von Gillette überhöht sind», sagt Manor-Sprecherin Elle Steinbrecher.
Ein Ende des Preisrutsches ist noch nicht absehbar: So prüft Spar einen Import von Gillette-Produkten über sein eigenes internationales Netzwerk statt über einen Generalimporteur. Noch im November soll die erste Lieferung eintreffen. Damit könnte auch Spar seine Preise senken, die sich zur Zeit noch auf dem Niveau des empfohlenen Verkaufspreises von Procter&Gamble bewegen. Auch bei Müller rechnet man mit einer Preisanpassung nach unten. Dies, obwohl die Drogeriekette mit ihren Preisen im Schnitt schon jetzt nicht viel höher als Migros, Coop, Denner und Manor liegt. Einzig Globus hält noch an den empfohlenen Verkaufspreisen fest.
Die rasante Entwicklung macht auch vor den Online-Shops nicht Halt: Bisher waren www.mcshave.ch, www.enthaaren.ch und www.rasierklingen.ch mit Abstand die günstigsten Anbieter von Gillette-Rasierklingen in der Schweiz. Nun kommen ihnen die Grossverteiler sehr nahe. Während einige Shops noch zuwarten, hat www.rasierklingen.ch seine Preise bereits ebenfalls gesenkt. Ein Einkauf im Ausland lohnt sich kaum mehr, wie eine Stichprobe des K-Tipp zeigt: Beim Grossverteiler Marktkauf im deutschen Weil am Rhein kosten die Klingen mehr als in Schweizer Läden.
21. November 2009 | Sabine Knosala, K-Tipp