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Artikel | Haus & Garten 04/2009

Was sich Handwerker wünschen

Pfusch von Handwerkern sorgt immer wieder für Ärger. Doch manchmal sind auch die Auftraggeber nicht ganz unschuldig, wenn es nicht rund läuft. Wer richtig plant, kann sich unnötigen Ärger meist ersparen.

Ein schönes und gepflegtes Zuhause steht für die allermeisten Menschen zuoberst auf der Prioritätenliste. Dies hat der «Handwerker-Monitor 2009», eine repräsentative Befragung von über 1000 Konsumenten in der Deutschschweiz, ergeben. Aber: Ein schönes Daheim braucht auch Pflege und Unterhalt, und so muss ab und zu der Handwerker Hand anlegen. Den finden aber rund drei Viertel der Befragten teilweise zu teuer. Trotzdem: Zwei Drittel der Befragten setzen weiterhin auf Profis, wenn es um Reparaturen und Renovierungen aller Art geht.


Zuverlässigkeit und Qualität der Handwerker abklären

Doch wie findet man einen guten Bodenleger, Elektriker, Maler oder Sanitärinstallateur? Am besten, man hört sich bei Nachbarn oder Bekannten um. Wenn diese mit ihrem Handwerker zufrieden sind, empfehlen sie ihn gerne weiter. Auch das Internet kann dazu beitragen, den richtigen Fachmann oder die richtige Fachfrau zu finden. Auf www.renovero.ch kann man Offerten von möglichen Auftragnehmern einholen und dank eines Bewertungssystems die Qualität und Zuverlässigkeit der Anbieter in die Offertvergabe einbeziehen. Umgekehrt sehen die Offertsteller, wie die Auftraggeber in der Vergangenheit beurteilt wurden. Die Skala reicht von «gut» über «neutral» bis «schlecht» (siehe auch Haus & Garten 4/08).

Ein gutes Ergebnis ist aber nicht nur abhängig von der Professionalität des Handwerkers, sondern auch vom Verhalten des Auftraggebers. Dieser sollte sich an folgende Punkte halten:

 

  • Der Termin ist verbindlich: Der Auftraggeber erwartet, dass der Handwerker pünktlich erscheint und die Arbeiten in der abgemachten Frist erledigt. Aber nicht nur der Auftraggeber wartet manchmal vergeblich, auch der Handwerker steht zuweilen vor verschlossenen Türen. Wer einen Termin nicht einhalten kann, sollte ihn rechtzeitig verschieben oder dafür sorgen, dass der Handwerker trotzdem Zugang hat.
  • Vorbereitung spart Zeit: Handwerker sind froh, wenn der Arbeitsplatz vor Ort vorbereitet ist. Das heisst nicht, dass der Auftraggeber für den Maler alles abdecken muss, aber es hilft schon viel, wenn der Zugang frei ist. Und: Wenn erst Schränke und Tische weggeräumt werden müssen, bevor man an die defekte Steckdose kommt, dann braucht das Zeit und kostet Geld. Gerade bei wertvollen Gegenständen lohnt es sich, diese rechtzeitig zu entfernen. Auch braucht der Handwerker genügend Platz für sein Werkzeug, damit er zügig arbeiten kann – informieren Sie sich beim Handwerker nach seinen Bedürfnissen!
  • In Ruhe arbeiten lassen: Will ein Handwerker gute Arbeit leisten, muss er sich konzentrieren können. Das gelingt ihm aber nur, wenn ihm nicht dauernd über die Schulter geschaut oder er mit Bemerkungen und Geschichten abgelenkt wird. Ebenfalls sollte man Kinder und Haustiere fernhalten – auch wegen möglicher Verletzungs- bzw. Unfallgefahr. Selbstverständlich sollte der Handwerker bereit sein, Fragen zu beantworten, wenn Unklarheiten in Zusammenhang mit seinem Auftrag auftreten.
  • Umsonst arbeitet niemand: Wo der Handwerker schon mal da ist, könnte er ja gleich noch ein paar weitere Arbeiten erledigen, glauben manche Auftraggeber. Das wird er sicher gerne tun, wenn er Zeit dafür hat sowie das erforderliche  Material. Aber er will auch dafür bezahlt werden.
  • Präzise Angaben: Falls nicht schon im Kostenvoranschlag vereinbart wurde, welche Arbeiten zu erledigen sind, sollte man dies gleich zu Beginn klären. Je genauer der Handwerker weiss, was er zu tun hat, desto zufriedenstellender für beide Seiten gelingt das Werk. Selbst wenn alles ganz genau im Vornherein abgemacht wurde, kann es zu unvorhergesehenem Mehraufwand kommen. Bei grösseren Arbeiten ist deshalb eine Vorausbesichtigung sinnvoll.

 


Kostenvorschlag spart Ärger


Ein Kostenvoranschlag sollte detaillierte Angaben über Preis, Art, Zeitpunkt und Umfang der Leistung enthalten, allenfalls auch Garantiedauer sowie den Zahlungsmodus. Oft vergessen gehen Wegkosten sowie allfällige Entsorgungskosten. Verlangen Sie eine detaillierte schriftliche Offerte. Solche Offerten sind verbindlich. Dann muss man auch dann nicht mehr zahlen, wenn der Handwerker seinen Aufwand unterschätzt hat. Kommt es zu unvorhergesehenen Zusatzarbeiten, muss der Handwerker immer darauf hinweisen und das Einverständnis des Auftraggebers einholen.

Bei Offerten nach Aufwand gibt es keine Preislimite, denn die Leistungen werden nach Zeitaufwand verrechnet. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte man ein Kostendach festlegen sowie die Arbeitsrapporte genau anschauen, bevor man sie unterschreibt. Auf diesen wird festgehalten, wie viel Aufwand der Handwerker für seine Arbeit benötigt hat. Kostenvoranschläge sind gratis, sofern nichts anderes vereinbart worden ist. 3 Prozent Rabatt und 2 Prozent Skonto bei Zahlung innert zehn Tagen sind üblich.


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22. November 2009 | Marianne Siegenthaler


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