Artikel | saldo 20/2009
Notebooks: So kommen Sie zu einem guten Modell
Vor Weihnachten überbieten sich die Hersteller von mobilen Computern mit Rabatten. Der Zeitpunkt für einen Kauf ist günstig. saldo nennt die wichtigsten Kriterien.
Mobile Computer sind beliebt: Allein im zweiten Quartal dieses Jahres stiegen die Verkäufe gemäss den internationalen Marktforschern von IDC im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent auf 131‘000 Stück an. Gleichzeitig sinkt der Durchschnittspreis pro Gerät kontinuierlich: Viele Standard-Notebooks oder Laptops, wie sie auch heissen, kosten zwischen 700 und 1000 Franken; die kleineren Netbooks etwa die Hälfte.
Am besten Geräte bekannter Marken wählen
Die mobilen Computer eignen sich für Büroarbeiten, DVDs, Internet und die einfache Fotobearbeitung zu Hause. Greift man zu Produkten der Marktführer, ist es unwahrscheinlich, dass man eine totale Niete zieht. Die Komponenten sind in der Regel aufeinander abgestimmt, und es werden überall ähnliche, zuverlässige Prozessoren von AMD oder Intel eingebaut.
Im neusten Note- und Netbook-Test der deutschen Stiftung Warentest schneidet bei den Geräten mit 15- bis 16-Zoll-Bildschirmen und Windows-Betriebssystem das Modell Dell Studio 15 am besten ab. Auf den weiteren Plätzen folgt je ein Gerät von Samsung, Acer, Sony, Fujitsu und Asus. Das erste Hewlett-Packard-Notebook folgt auf Platz sieben. Insgesamt am besten schnitt das 15 Zoll Apple Mac Book Pro ab (Note 2,0). Es kostet aber doppelt so viel wie das Notebook von Dell mit der Note 2,4.
Wer jetzt an den Kauf eines Laptops denkt, sollte folgende Kriterien beachten:
- Bildschirm: Allroundgeräte für den Heimgebrauch sollten über einen mindestens 15 Zoll grossen Bildschirm verfügen. Das entspricht einer Bildschirmdiagonale von 40 Zentimetern. 17-Zoll-Geräte bieten sich für Anwender an, die sich auf ihrem Notebook regelmässig Filme ansehen. Wer ein Notebook für unterwegs sucht, greift zu Bildschirmgrössen unter 15 Zoll. Die meisten Geräte im tiefen Preissegment verfügen über ein glänzendes Display. Das sorgt zwar für schärfere Bilder, führt aber zu Reflexionen im Freien und bei Spotlicht. Matte Bildschirme wären die bessere Wahl, finden sich aber nur in deutlich teureren Geräten.
- Festplatte: Fotos, Musik und Filmclips benötigen mindestens 320 Gigabyte Speicherplatz. Zusätzliches Plus: Festplatten dieser Grösse erlauben akzeptable Datentransferraten.
- Verarbeitung: Anders als beim stationären PC wird das Gehäuse eines Notebooks stärker belastet, weil es portabel ist. Tipp: Das Gerät mit einer Hand hochheben und damit herumhantieren. Dabei ist auf die Handlichkeit und eine angenehme Oberfläche zu achten. Knarrgeräusche und Kunststoff, der nachgibt, sind keine guten Zeichen.
- Tastatur: Wenn immer möglich sollte man die Tastatur vor einem Kauf ausprobieren, denn sie ist oft ungewohnt angeordnet. Form und Druckpunkt der Tasten variieren ebenfalls. Für Nutzer, die häufig Zahlen eingeben, gibt es Geräte mit separatem Nummernblock. Die Tastaturbeleuchtung ist teureren Modellen vorbehalten.
- Arbeitsspeicher (RAM): 2 Gigabyte reichen für Büroanwendungen, für das Surfen im Internet und für einfache Bildbearbeitungen wie das Retuschieren von roten Augen auf Fotos. Das neue Windows 7 soll zwar genügsam arbeiten. Wer aber die Filme der letzten Geburtstagsfeiern bearbeiten will, greift besser zu Modellen mit 4 Gigabyte. Mehr Speicher macht jedoch für den Durchschnittsnutzer keinen Sinn.
- Akkulaufzeit: Die maximalen Herstellerangaben sind laut «K-Tipp»-Experte Christian Birmele oft unzuverlässig, da die Akkulaufzeit nur bei geringer Rechenbelastung gemessen wird, um gute Werte zu erzielen. Mac beispielsweise gibt an, die Batterielaufzeit der Mac-books bei 50 Prozent Bildschirmhelligkeit zu messen. Werkangaben von drei bis vier Stunden reichen darum kaum, um einen DVD-Film ohne Netzanschluss vollständig ansehen zu können. Andererseits wird man sein Notebook zu Hause sowieso häufiger am Stromnetz als kabellos betreiben. Und: Längere Akkulaufzeiten kosten in der Regel zusätzlich.
- Lärm: Ein lautes DVD-Laufwerk oder Lüftungsgeräusch kann störend sein. Tipp: Vor dem Kauf eine rechenintensive Anwendung durchführen, wie zum Beispiel eine Musik-CD auf den Computer kopieren.
- Grafikkarte: Günstige Notebooks eignen sich nicht für grafikintensive Anwendungen wie moderne 3D-Spiele. Der Aufpreis für eine zusätzliche Grafikkarte lohnt sich nicht, weil selbst diese zusätzlichen Kapazitäten für ein gutes Spiel nicht reichen. Für Büroanwendungen sowie das Surfen im Internet reichen die eingebauten Standard-Grafikchipsätze völlig aus.
- Garantie: Eine Garantiezeit von zwei Jahren lohnt sich, da man bei Notebooks kaum defekte Komponenten austauschen kann und Reparaturen teuer sind (siehe unten).
Info: Asus- und Toshiba-Notebooks sind am verlässlichsten
Laptops von Asus und Toshiba sind laut einer Studie des US-Versicherers Squaretrade am wenigsten fehleranfällig. Die höchste Ausfallquote weisen Laptops von HP, Acer und Gateway auf. Bei Asus- und Toshiba-Geräten haben nur rund 16 Prozent der Geräte in den ersten drei Betriebsjahren einen Schaden. Bei HP, dem Hersteller mit den schlechtesten Ergebnissen, fällt jedes vierte Gerät innert drei Jahren mindestens einmal aus. Bei den Notebooks von Acer und Gateway beträgt die Ausfallquote 23,3 respektive 23,5 Prozent. Im Mittelfeld liegen Sony (16,8 Prozent), Apple (17,4 Prozent), Dell (18,3 Prozent) und Lenovo (21,5 Prozent).
Gemäss Squaretrade muss jeder dritte Besitzer eines Notebooks in den ersten drei Betriebsjahren mit einem Schaden rechnen. In zwei Dritteln der Fälle sei dafür die Hardware verantwortlich. Noch fehleranfälliger seien jedoch die Netbooks: Im ersten Jahr nach dem Kauf haben diese eine um 40 Prozent höhere Schadensanfälligkeit als teure Notebooks, gegenüber billigeren Modellen sind es 20 Prozent. Für die Studie analysierte die Versicherungsgesellschaft Schäden bei 30‘000 mobilen Computern.
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29. November 2009 | Andreas Schildknecht, Redaktion K-Tipp/saldo
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Notebooks: So kommen Sie zu einem guten Modell
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