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Sojadrinks sind beliebt. Doch nicht für alle ist die Ersatzmilch gut: Allergiker, Babys und Brustkrebs-Patientinnen sollten sie meiden.
Viele Menschen trinken Sojadrinks statt Kuhmilch. Sie vertragen keine Kuhmilch, halten das Getränk aus Soja für gesünder – oder Frauen erhoffen sich davon gar eine Linderung der Wechseljahrbeschwerden. Soja enthält weniger Fett als Milch, reichlich Eiweiss – und Isoflavone. Isoflavone sind pflanzliche Hormone. Sie gleichen den Östrogenen und wirken leicht hormonell. Kein anderes Gemüse enthält so viel dieses Stoffes wie die Sojabohne.
Doch wie Isoflavone auf den Menschen wirken, ist unter Wissenschaftern höchst umstritten: Für gewisse Menschen könnten sie schädlich sein. Eine Stichprobe des Gesundheitstipp zeigt: Sojadrinks enthalten beträchtliche Mengen an Isoflavonen. Am meisten enthielt der Sojadrink von Eurospar: Er hatte 19,4 Milligramm pro Deziliter (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Trinkt eine Person davon drei Deziliter am Tag, nimmt sie 58,2 Milligramm Isoflavone zu sich.
Für Gesunde ist diese Dosis Isoflavone zwar kein Problem – für Kranke allenfalls schon: Studien haben gezeigt, dass Isoflavone das Wachstum von Brustkrebszellen fördern können. Brustkrebs-Patientinnen nahmen zwei Wochen lang täglich Tabletten mit 45 Milligramm isolierten Soja-Isoflavonen ein. Biologin Andrea Fock vom Europäischen Institut für Lebensmittelwissenschaften in München rät deshalb «Brustkrebs-Patientinnen von Sojamilch ab».
Laut Andrea Fock reagieren Menschen auf Isoflavone sehr unterschiedlich: «Die hormonelle Wirkung hängt vom Alter der Person ab, vom Hormonspiegel und von der Zusammensetzung der Darmflora.» Je nachdem könnten Isoflavone tief in den Stoffwechsel eingreifen. Deshalb sollten Eltern ihren Babys keine Sojanahrung geben. Auch gewisse Allergiker müssen sojahaltige Lebensmittel meiden. Allen voran die Soja-Allergiker, aber beispielsweise auch Menschen mit Birkenpollen-Allergie. Laut Barbara Balmer-Weber, der leitenden Ärztin der Allergiestation des Unispitals Zürich, «zeigen sich dabei teils schwere allergische Reaktionen».
Wechseljahre: Unklar, ob Soja hilft
Ob Soja zudem Frauen in den Wechseljahren hilft, ist unklar: Ergebnisse von Studien reichen von «leicht hilfreich» bis hin zu «nutzlos». Trotzdem: Für viele Fachleute sind Sojadrinks, Tofu und andere Sojalebensmittel wertvolle Nahrungsmittel – und gut für eine ausgewogene Ernährung. Klaus Richter vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung sagt: «Trinkt man täglich ein bis zwei Gläser eines Sojadrinks, ist dies in Ordnung.»
Konfrontiert mit den Stichprobe-Ergebnissen zeigt sich die Firma Sojana zufrieden. Sie stellt die Produkte «Swiss Soja Drink» her. Der Sojana-Geschäftsführer gibt sich überzeugt: Isoflavone lösen «eine gute Wirkung beim Menschen aus». Die anderen Hersteller wollten sich zu den Resultaten nicht äussern.
14. März 2010 | Gabriela Braun, Redaktion Gesundheitstipp
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