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Artikel | Gesundheits-Tipp 03/2010

Soja: Nichts für Babys und Kranke

Sojadrinks sind beliebt. Doch nicht für alle ist die Ersatzmilch gut: Allergiker, Babys und Brustkrebs-Patientinnen sollten sie meiden.

Viele Menschen trinken Sojadrinks statt Kuhmilch. Sie vertragen keine Kuhmilch, halten das Getränk aus Soja für gesünder – oder Frauen erhoffen sich davon gar eine Linderung der Wechseljahrbeschwerden. Soja enthält weniger Fett als Milch, reichlich Eiweiss – und Isoflavone. Isoflavone sind pflanzliche Hormone. Sie  gleichen den Östrogenen und wirken leicht hormonell. Kein anderes Gemüse enthält so viel dieses Stoffes wie die Sojabohne.

Doch wie Isoflavone auf den Menschen wirken, ist unter Wissenschaftern höchst umstritten: Für gewisse Menschen könnten sie schädlich sein. Eine Stichprobe des Gesundheitstipp zeigt: Sojadrinks enthalten beträchtliche Mengen an Isoflavonen. Am meisten enthielt der Sojadrink von Eurospar: Er hatte 19,4 Milligramm pro Deziliter (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Trinkt eine Person davon drei Deziliter am Tag, nimmt sie 58,2 Milligramm Isoflavone zu sich.

Für Gesunde ist diese Dosis Isoflavone zwar kein Problem – für Kranke allenfalls schon: Studien haben gezeigt, dass Isoflavone das Wachstum von Brustkrebszellen fördern können. Brustkrebs-Patientinnen nahmen zwei Wochen lang täglich Tabletten mit 45 Milligramm isolierten Soja-Isoflavonen ein. Biologin Andrea Fock vom Europäischen Institut für Lebensmittelwissenschaften in München rät deshalb «Brustkrebs-Patientinnen von Sojamilch ab».

Laut Andrea Fock reagieren Menschen auf Isoflavone sehr unterschiedlich: «Die hormonelle Wirkung hängt vom Alter der Person ab, vom Hormonspiegel und von der Zusammensetzung der Darmflora.» Je nachdem könnten Isoflavone tief in den Stoffwechsel eingreifen. Deshalb sollten Eltern ihren Babys keine Sojanahrung geben. Auch gewisse Allergiker müssen sojahaltige Lebensmittel meiden. Allen voran die Soja-Allergiker, aber beispielsweise auch Menschen mit Birkenpollen-Allergie. Laut Barbara Balmer-Weber, der leitenden Ärztin der Allergiestation des Unispitals Zürich, «zeigen sich dabei teils schwere allergische Reaktionen».


Wechseljahre: Unklar, ob Soja hilft

Ob Soja zudem Frauen in den Wechseljahren hilft, ist unklar: Ergebnisse von Studien reichen von «leicht hilfreich» bis hin zu «nutzlos». Trotzdem: Für viele Fachleute sind Sojadrinks, Tofu und andere Sojalebensmittel wertvolle Nahrungsmittel – und gut für eine ausgewogene Ernährung. Klaus Richter vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung sagt: «Trinkt man täglich ein bis zwei Gläser eines Sojadrinks, ist dies in Ordnung.»

Konfrontiert mit den Stichprobe-Ergebnissen zeigt sich die Firma Sojana zufrieden. Sie stellt die Produkte «Swiss Soja Drink» her. Der Sojana-Geschäftsführer gibt sich überzeugt: Isoflavone lösen «eine gute Wirkung beim Menschen aus». Die anderen Hersteller wollten sich zu den Resultaten nicht äussern.

14. März 2010 | Gabriela Braun, Redaktion Gesundheitstipp


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Kommentare (1)

 
  • Bilobaboy | 17.03.2010, 23:51

    Sojaisoflavone haben eine gute Präventive Wirkung gegen Brustkrebs

    Eine zusätzliche Behandlung von Brustkrebs-Patientinnen mit
    Isoflavonen hätte jedoch nicht nur den Vorteil, dass im Falle
    einer endokrinen Therapie eine Resistenz gegenüber
    Aromatase-Hemmern vermieden werden könnte sowie im Falle einer
    Chemotherapie die Apoptose-Rate günstig beeinflusst würde
    (R.M. Mohammad et al., 2006; A. Klein et al., 2006; J.T. Hwang et al.,
    2005). Da die Karzinom-begleitende Inflammation unter dem Einfluss der
    Isoflavone reduziert werden könnte, wäre zudem von Vorteil,
    dass mit Anhebung der Befindlichkeit, Antriebssteigerung und Minderung
    des Kachexie-Risikos die Verträglichkeit der Therapie verbessert
    würde (Abb. 6).



    Anzumerken ist ferner, dass unter einer zusätzlichen Behandlung
    mit Isoflavonen auch eine Strahlentherapie bei hormonabhängigen
    Krebsen – durch Verhinderung einer Resistenzentwicklung –
    erfolgreicher gestaltet werden kann (J.J. Raffoul et al., 2006; Y.
    Wang et al., 2006), da die Strahlen-induzierte Aktivierung von
    Nekrosefaktor (NF)-kappaB verhindert wird.



    Heute kann davon ausgegangen werden, dass die in der Behandlung bei
    Mamma- und Prostatakarzinomen gemachten Erfahrungen mit Isoflavonen
    auf alle hormonabhängigen Tumoren übertragbar sind. Dem
    entspricht, dass bestimmte Soja-Formulierungen vom National Institute
    of Health (NIH) der USA sogar als Monotherapien anerkannt worden sind



    http://www.gyne.de/index.php?id=261

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