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Ein «Bond» ist die englische Bezeichnung für eine Obligation – die Rede ist somit von Schuldscheinen. Unternehmen geben Oblis aus, wenn sie Geld benötigen. Bei Herausgebern (Emittenten) mit sehr schlechter Kreditwürdigkeit ist oft unklar, ob und wann sie die vereinbarten Zinsen bezahlen und ob der Anleger den Nennwert seiner Investition am Ende der Laufzeit zurückerhält. Solche Emittenten mit schlechter Zahlungsfähigkeit erhalten nur Geld von Anlegern, wenn sie einen sehr hohen Zins zahlen.
Im englischen Sprachgebrauch haben sich für diese Obligationenkategorie die Bezeichnungen «High Yield Bond» und «Junk Bond» eingebürgert. «High Yield» steht für «hoher Ertrag» und gibt einen Hinweis auf hohe Zinszahlungen, während «Junk» so viel bedeutet wie «Schrott». Die meisten in Euro oder Dollar herausgegebenen Oblis aus Schwellenländern («Emerging Markets») gehören zu dieser Kategorie. Im deutschen Sprachraum ist auch die Rede von «Schrott- oder Hochzins-Obligationen».
Schrottpapiere: Gefahr von Totalverlust inklusive
Ein aktuelles Beispiel: Griechenland stand zeitweilig kurz vor der Zahlungsunfähigkeit – die Rating-Agentur Standard & Poor’s stufte daher die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf das Schrottpapier-Niveau BB+ herab. Deshalb stiegen die von Griechenland an Gläubiger zu zahlenden Zinsen für neue Staatsobligationen zwischenzeitlich auf happige 16 Prozent. Emittenten von Schrott-Obligationen sind somit an ihren schlechten Bewertungen von Rating-Agenturen zu erkennen.
High Yield Bonds sind für Anleger nicht nur wegen ihrer hohen Zinsen interessant. Solche Papiere können auch im Kurs stark steigen. Erhöht eine Rating-Agentur zudem die Bewertung für das Unternehmen oder das Land, wird aus einem Schrottpapier eine «normale» Obligation. Die Folge: Das Risiko sinkt, der Kurs steigt, während gleichzeitig ein hoher Zins winkt.
Aber Achtung: Hochzins-Obligationen sind riskant und für unerfahrene Anleger nicht geeignet. Wer auf Schrottpapiere setzt, muss einen allfälligen Totalverlust verkraften können.
23. Mai 2010 | Bernhard Bircher, Redaktor K-Geld
